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Ist Buchweizen glutenfrei?

Rohe Buchweizenkörner in einer Holzschale auf Leinen

Ja, Buchweizen ist von Natur aus glutenfrei, denn er ist botanisch gar kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs und mit Weizen, Roggen oder Gerste nicht verwandt. Für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit ist er deshalb grundsätzlich geeignet. Wichtig ist trotzdem der Blick aufs Etikett, denn bei Anbau, Transport und Verarbeitung kann Buchweizen mit glutenhaltigem Getreide in Kontakt kommen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder ernährungswissenschaftliche Beratung. Die Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen, unabhängigen Quellen (u. a. DGE, BZfE, Verbraucherzentrale, BfR). Bei Allergien, Vorerkrankungen oder konkreten gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Ernährungsfachkraft.

Warum Buchweizen von Natur aus glutenfrei ist

Trotz seines Namens hat Buchweizen mit Weizen botanisch nichts zu tun. Er gehört wie Rhabarber und Sauerampfer zur Familie der Knöterichgewächse und zählt damit, ähnlich wie Quinoa und Amarant, zu den sogenannten Pseudogetreiden. Diese Pflanzen werden zwar wie Getreide verwendet und ähnlich zubereitet, enthalten aber kein Klebereiweiß, also kein Gluten. Laut der deutschen Wikipedia wurde Buchweizen vermutlich zuerst in China kultiviert, archäologische Funde von Buchweizenkörnern reichen bis in skythische Siedlungen des 7. bis 4. Jahrhunderts vor Christus zurück. Nach Mitteleuropa gelangte er erst im späten Mittelalter.

Buchweizenkörner in einer Holzschale
Buchweizenkörner: botanisch kein Getreide und von Natur aus glutenfrei.

Nährwerte im Überblick

Buchweizen punktet nicht nur mit fehlendem Gluten, sondern auch mit einem soliden Nährwertprofil. Laut Wikipedia liefern 100 Gramm geschälter Buchweizen etwa 9,8 Gramm Eiweiß, 71 Gramm Kohlenhydrate, 4 Gramm Ballaststoffe und 1,8 Gramm Fett bei einem Brennwert von rund 1.421 Kilojoule. Bemerkenswert ist die Proteinqualität: Die biologische Wertigkeit liegt bei über 90, ein Wert, der angibt, wie effizient der Körper das Eiweiß in körpereigenes Protein umwandeln kann, und der für ein pflanzliches Lebensmittel ungewöhnlich hoch ist. Nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) liefert Buchweizen außerdem Kalium, Phosphor, Magnesium, Calcium und B-Vitamine und gilt als besonders leicht verdaulich.

Wie sicher ist die Kennzeichnung „glutenfrei“ wirklich?

Auch wenn Buchweizenkörner selbst kein Gluten enthalten, ist bei loser Ware ohne entsprechende Kennzeichnung Vorsicht geboten. Buchweizen wird häufig auf denselben Feldern, mit denselben Maschinen oder in denselben Mühlen verarbeitet wie Weizen, Roggen oder Gerste, wodurch es zu einer sogenannten Kreuzkontamination kommen kann. Die Verbraucherzentrale erklärt, dass Produkte mit dem Label „glutenfrei“ EU-weit verbindlich höchstens 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm enthalten dürfen, ein Grenzwert, der auch für das Symbol der durchgestrichenen Ähre der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft gilt. Bei dieser Menge wird nach Einschätzung von Fachleuten die tolerierte tägliche Glutenaufnahme für die meisten Menschen mit Zöliakie nicht überschritten, nur extrem empfindliche Personen können bereits darauf reagieren. Zöliakie betrifft laut Verbraucherzentrale etwa ein Prozent der Bevölkerung und äußert sich unter anderem durch chronische Bauchschmerzen, Durchfälle und Blähungen. Wer betroffen ist, sollte deshalb gezielt zu Buchweizenprodukten mit ausdrücklicher Glutenfrei-Kennzeichnung greifen statt zu unverarbeiteter loser Ware ohne entsprechenden Hinweis.

Fagopyrin: worauf bei ungeschältem Buchweizen zu achten ist

Ein weiterer Punkt betrifft nicht Gluten, sondern einen anderen Inhaltsstoff. In der roten Fruchtschale von Buchweizen steckt der Pflanzenstoff Fagopyrin. Laut Wikipedia kann dieser bei empfindlichen Personen die Haut lichtempfindlicher machen, wenn er in größeren Mengen aufgenommen wird. Dieser Effekt betrifft praktisch ausschließlich ungeschälten Buchweizen mit Randschichten, handelsüblicher geschälter Buchweizen, wie er im Supermarkt verkauft wird, ist davon nicht betroffen. Für den ganz normalen Verzehr von Buchweizengrütze, -flocken oder -mehl aus dem Handel spielt dieser Effekt daher in der Praxis keine Rolle.

Kurz zusammengefasst

Buchweizen ist botanisch kein Getreide und enthält von Natur aus kein Gluten, weshalb er für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit grundsätzlich geeignet ist. Für den sicheren Verzehr bei einer diagnostizierten Zöliakie zählt trotzdem die Kennzeichnung auf der Verpackung, nicht allein die botanische Herkunft, denn erst das Glutenfrei-Siegel schließt eine Verunreinigung durch glutenhaltiges Getreide verlässlich aus.