Der Tag des Kaffees ist einer der wenigen Gedenktage, bei denen der deutsche und der internationale Termin inzwischen auf denselben Tag fallen: den 1. Oktober. Gefeiert wird ein Getränk, das in Deutschland länger besteuert wird als die meisten Menschen ahnen und das statistisch das mit Abstand wichtigste Heißgetränk des Landes ist.
Zwei Tage, ein Datum
Der deutsche Tag des Kaffees wurde ursprünglich im September begangen, später wurde er auf den 1. Oktober gelegt, an dem international der International Coffee Day stattfindet. Damit gibt es heute zwar zwei Namen, aber nur noch einen Termin, was diesen Gedenktag angenehm von der Schokolade unterscheidet, wo bis heute mehrere Daten nebeneinander laufen.
Getragen wird der Tag von der Kaffeewirtschaft, entsprechend finden Röstereiführungen, Verkostungen und Rabattaktionen statt. Interessanter als die Aktionen ist allerdings, was an diesem Datum regelmäßig an Zahlen veröffentlicht wird.
Zehn Nahaufnahmen, vier Antworten pro Bild. Die ersten sind machbar, ab der Mitte wird es unangenehm.
169 Liter pro Kopf und Jahr
Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei rund 169 Litern im Jahr. Damit ist Kaffee das beliebteste Heißgetränk der Deutschen, und zwar mit klarem Abstand vor Tee. Auf den Tag heruntergerechnet sind das etwa drei Tassen.
Diese Zahl ist bemerkenswert stabil, während sich darunter alles verschiebt: Filterkaffee verliert seit Jahren, Vollautomaten und Kapseln gewinnen, und der Anteil von Espressogetränken wächst. Getrunken wird also gleich viel, nur anders zubereitet.
Kaffee wird in Deutschland eigens besteuert
Das ist der Punkt, der die meisten überrascht: Auf Kaffee liegt in Deutschland neben der Mehrwertsteuer eine eigene Kaffeesteuer. Sie beträgt 2,19 Euro je Kilogramm Röstkaffee und 4,78 Euro je Kilogramm löslichen Kaffee. Rohkaffee, also die ungeröstete Bohne, ist steuerfrei, besteuert wird erst das fertige Erzeugnis.
Der historische Weg dorthin ist kurios. 1787 wurde das Kaffeemonopol abgeschafft und ein Einfuhrzoll eingeführt, aus dem nach dem Zweiten Weltkrieg eine Verbrauchsteuer wurde. Seit 1949 fließen die Einnahmen dem Bund zu, und sie sind kein Kleingeld: Die Zollverwaltung nimmt daraus jährlich rund eine Milliarde Euro ein.
Ein Nebeneffekt dieser Steuer ist ein florierender Schmuggel, vor allem mit löslichem Kaffee, bei dem der Steuersatz mehr als doppelt so hoch liegt. Der Zoll meldet regelmäßig Sicherstellungen im Tonnenbereich.
Woher die Bohnen kommen
Kaffee wächst nur im sogenannten Kaffeegürtel zwischen den Wendekreisen. Wirtschaftlich relevant sind zwei Arten: Arabica, aromatisch feiner, säurebetonter, empfindlicher und in Höhenlagen angebaut, sowie Robusta, ertragreicher, kräftiger, bitterer und mit deutlich mehr Koffein.

Deutschland ist einer der größten Kaffeeimporteure und zugleich ein bedeutender Re-Exporteur: Ein erheblicher Teil des eingeführten Rohkaffees wird hier geröstet und wieder ausgeführt. Die Hauptherkunftsländer sind seit Jahren Brasilien und Vietnam, gefolgt von mittelamerikanischen und afrikanischen Erzeugern.
Dass sich das im Preis niederschlägt, war zuletzt deutlich zu spüren. Im April 2025 kostete Bohnenkaffee 12,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ursachen sind Ernteausfälle in den Hauptanbaugebieten und ein Weltmarkt, der auf Wetterereignisse sehr empfindlich reagiert.
Warum Kaffee sauer schmeckt und wann das ein Fehler ist
Zum Tag des Kaffees gehört eine Beobachtung, die viele beim Selberbrühen machen. Säure ist im Kaffee nicht per se ein Mangel, sie gehört bei hell gerösteten Arabicas zum Profil. Unangenehm wird sie, wenn zu kurz oder zu kalt extrahiert wurde, dann bleibt der ausgleichende bittere Anteil aus. Ausführlich steht das im Artikel darüber, warum Kaffee sauer schmeckt.
Ebenso häufig taucht die Frage auf, ob die erste Tasse vor dem Frühstück problematisch ist. Was daran dran ist, klärt der Beitrag dazu, ob Kaffee auf nüchternen Magen schädlich ist.
Die Extremfälle des Kaffeemarkts
Wenn ein Produkt so viel Volumen hat, entsteht am oberen Rand zwangsläufig Kurioses. Kopi Luwak aus den Ausscheidungen von Schleichkatzen gilt als teuerster Kaffee der Welt und ist gleichzeitig ein Lehrstück darüber, wie eine Geschichte den Preis macht. Noch eine Stufe absurder ist Black Ivory Coffee, bei dem Elefanten die Rolle der Schleichkatze übernehmen.
Weitere Termine dieser Art, vom Tag des Bieres im April bis zum Martinstag im November, stehen in unserer Übersicht der kulinarischen Feiertage.

