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Wie schmeckt Schwarzkümmel?

Schwarzkümmel-Samen auf Holzuntergrund

Schwarzkümmel wird trotz des Namens oft mit echtem Kümmel verwechselt, ist botanisch aber ein völlig anderes Gewürz. Zwischen Brotgewürz und vermeintlichem Wundermittel ranken sich um die kleinen schwarzen Samen einige Mythen. Ich habe mir angeschaut, wie Schwarzkümmel tatsächlich schmeckt und was an den vielen Gesundheitsversprechen dran ist.

Wie schmeckt Schwarzkümmel genau?

Schwarzkümmel schmeckt würzig-herb mit einer rauchig-pfeffrigen Note, die entfernt an eine Mischung aus Oregano, schwarzem Pfeffer und einem Hauch Zwiebel erinnert. Ganz anders als der süßlich-anisartige Geschmack von echtem Kümmel, mit dem er wegen des ähnlichen Namens häufig verwechselt wird. Beim Kauen der kleinen, dreieckigen schwarzen Samen entfaltet sich zunächst eine leichte Bitterkeit, gefolgt von einer warmen, leicht scharfen Würze im Nachgeschmack.

Geröstet intensiviert sich der Geschmack zusätzlich, die rauchige Komponente tritt deutlicher hervor und die Bitterkeit nimmt ab, weshalb Schwarzkümmel in vielen Küchen kurz in heißem Öl oder einer trockenen Pfanne angeröstet wird, bevor er weiterverwendet wird.

Schwarzkümmel vs. echter Kümmel: keine Verwandtschaft

Trotz des ähnlichen deutschen Namens sind Schwarzkümmel (Nigella sativa) und echter Kümmel (Carum carvi) botanisch nicht miteinander verwandt. Schwarzkümmel gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse, während echter Kümmel zu den Doldenblütlern zählt, zu denen auch Fenchel, Anis und Koriander gehören. Diese Verwechslungsgefahr sorgt international immer wieder für Verwirrung, im Englischen wird Schwarzkümmel deshalb oft präziser als „Nigella Seeds“ oder „Black Cumin“ bezeichnet.

Herkunft und Verwendung im Nahen Osten

Schwarzkümmel stammt ursprünglich aus Südwestasien und dem Mittelmeerraum und hat dort eine lange kulinarische und medizinische Tradition, in manchen islamischen Überlieferungen wird ihm sogar nachgesagt, ein Heilmittel gegen fast alle Krankheiten außer dem Tod zu sein, eine Aussage, die bis heute die Popularität des Gewürzes in vielen Kulturen befeuert. Klassisch wird Schwarzkümmel in der türkischen und arabischen Küche als Topping auf Fladenbrot wie Simit verwendet, ähnlich wie Sesam.

Was die Wissenschaft zu den Gesundheitsversprechen sagt

Schwarzkümmelöl wird häufig als Nahrungsergänzungsmittel mit angeblich entzündungshemmenden, blutdrucksenkenden und immunstärkenden Eigenschaften vermarktet. Einige kleinere klinische Studien deuten tatsächlich auf positive Effekte bestimmter Inhaltsstoffe, insbesondere Thymochinon, hin, die Studienlage ist jedoch insgesamt noch begrenzt und reicht nicht aus, um pauschale Heilversprechen zu rechtfertigen, wie sie in der Vermarktung mancher Präparate kursieren.

Verwendung in der Küche

Neben der klassischen Verwendung als Brotgewürz findet sich Schwarzkümmel auch in indischen Gewürzmischungen wie Panch Phoron sowie in eingelegtem Gemüse und Currys, wo er zusammen mit Bockshornklee für eine würzig-herbe Tiefe sorgt. Wer die kleinen schwarzen Samen zum ersten Mal probiert, sollte sie am besten leicht geröstet über Brot oder Gemüse probieren, dort entfaltet sich das Aroma am zugänglichsten.

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