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Wie schmeckt Portwein?

Ein Glas Portwein neben der Flasche

Portwein wird oft auf den süßen Digestif reduziert, der nach dem Essen in kleinen Gläsern herumgereicht wird. Dabei ist die Bandbreite an Stilen enorm, von knochentrocken bis dickflüssig-süß, und die Geschichte dahinter reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück.

Wie schmeckt Portwein?

Der Geschmack hängt stark vom Stil ab, gemeinsam ist aber allen Portweinen eine Wärme und Fülle, die von der Aufspritung mit Weinbrand kommt: Während der Gärung wird hochprozentiger Traubenbrand zugesetzt, der die Hefen abtötet und die Gärung stoppt, bevor der gesamte Zucker in Alkohol umgewandelt ist. Dadurch bleibt natürliche Restsuße erhalten und der Alkoholgehalt steigt auf rund 19 bis 22 Volumenprozent. Junge, rubinrote Portweine schmecken fruchtig-beerig, mit Noten von Kirsche und Pflaume, während lange im Holzfass gereifte Tawny-Portweine nüssig, nach Karamell und Trockenfrüchten schmecken und eine hellere, bernsteinfarbene Tönung annehmen.

Herkunft: das Douro-Tal

Portwein stammt aus dem Douro-Tal im Norden Portugals, einem der ältesten geschützten Weinbaugebiete der Welt, das bereits 1756 unter dem Marquês de Pombal amtlich abgegrenzt wurde. Der Name geht auf die Hafenstadt Porto zurück, wo der Wein traditionell zur Lagerung und zum Export ankam, tatsächlich wachsen die Reben aber flussaufwärts in den steilen Terrassen des Douro. Von dort wurde der junge Wein früher mit flachen Booten, den Rabelos, den Fluss hinab nach Vila Nova de Gaia gebracht, dem Stadtteil gegenüber von Porto, wo bis heute die großen Portwein-Kellereien liegen und reifen lassen.

Die wichtigsten Stile im Vergleich

Ruby Port ist die junge, unkomplizierte Variante, kurz im Stahltank oder großen Fass gereift, kräftig fruchtig und tiefrot. Tawny Port reift dagegen deutlich länger und oxidativ in kleineren Holzfässern, wodurch er seine bernsteinfarbene Tönung sowie Aromen von Nüssen, Karamell und getrockneten Früchten entwickelt, hochwertige Tawnys tragen oft eine Altersangabe wie 10, 20 oder 40 Jahre.

Bernsteinfarbener Tawny Portwein im Glas mit Walnüssen und getrockneten Feigen
Tawny Port reift oxidativ im Holzfass und entwickelt dabei Aromen von Nüssen, Karamell und Trockenfrüchten.

Vintage Port entsteht nur in ausgezeichneten Jahrgängen aus den besten Lagen, reift danach in der Flasche und kann jahrzehntelang lagern, junge Vintage Ports sind intensiv, tanninreich und brauchen Zeit, um sich zu öffnen. Weißer Portwein (Branco), aus hellen Rebsorten gekeltert, wird in Portugal gerne gekühlt mit Tonic Water als sommerlicher Aperitif getrunken, eine deutlich leichtere Art, den Wein zu genießen, als es das klassische Digestif-Image vermuten lässt.

Rebsorten und Herstellung

Für roten Portwein sind über 80 Rebsorten zugelassen, den Kern bilden aber wenige Schlüsselsorten wie Touriga Nacional, Touriga Franca und Tinta Roriz, die auch unter dem Namen Tempranillo bekannt ist. Die steilen, terrassierten Weinberge im Douro-Tal gelten wegen ihrer schwierigen Bewirtschaftung und der schieferhaltigen Böden als besonders anspruchsvoll, liefern dafür aber konzentrierte, aromastarke Trauben. Die enge Verbindung zwischen Portugal und Großbritannien geht auf den Methuen-Vertrag von 1703 zurück, der portugiesischen Weinen bevorzugten Zugang zum englischen Markt sicherte, weshalb bis heute viele traditionsreiche Portwein-Häuser englische Namen tragen.

Genuss und Kombination

Klassisch wird Portwein zum Dessert oder als Digestif nach dem Essen serviert, süße Tawny- und Ruby-Stile passen gut zu Schokolade, Trockenfrüchten und Nüssen, während kräftige Vintage Ports traditionell zu Würzkäse wie Stilton gereicht werden, ähnlich wie auch Sherry gerne zu Käse und Nüssen kombiniert wird. Anders als Cognac, der als reiner Weinbrand ohne Restsuße auskommt, bringt Portwein durch die gestoppte Gärung immer eine gewisse Süße mit, was ihn geschmacklich in eine eigene Kategorie zwischen Wein und Spirituose einordnet.

Aufbewahrung

Einmal geöffnet, hält sich Tawny Port dank seiner bereits oxidativen Reifung mehrere Wochen bis Monate, während Vintage Port nach dem Öffnen deutlich schneller an Frische verliert und am besten innerhalb weniger Tage getrunken werden sollte.