Der Internationale Tag des Tees am 21. Mai ist einer der wenigen Lebensmittelgedenktage mit UN-Beschluss. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen legte ihn fest, begangen wird er seit 2020. Es gibt allerdings einen älteren Konkurrenten: Der 15. Dezember läuft seit 2005 als International Tea Day, ausgerufen von Gewerkschaften in teeproduzierenden Ländern.
Warum die UN einen Teetag beschlossen hat
Der Grund liegt nicht im Getränk, sondern in der Wertschöpfungskette. Tee ist für Millionen Kleinbauern und Pflückerinnen in Asien und Afrika die Existenzgrundlage, und der Weltmarktpreis steht seit Jahren unter Druck. Der Termin im Mai wurde gewählt, weil in vielen Anbauländern dann die Pflücksaison beginnt.
Damit reiht sich der Tag in dieselbe Logik ein wie der Tag der Kartoffel und der Welternährungstag: Es geht um Ernährungssicherung und Einkommen, nicht um Genuss.
Zehn Nahaufnahmen, vier Antworten pro Bild. Die ersten sind machbar, ab der Mitte wird es unangenehm.
Alle echten Teesorten stammen von einer Pflanze
Das ist der Punkt, an dem die meisten überrascht sind. Nach den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs bezeichnet Tee ausschließlich Blätter, Blattknospen und zarte Stiele der Teepflanze Camellia sinensis.
Ob daraus grüner, weißer, Oolong- oder schwarzer Tee wird, hängt nicht von der Sorte ab, sondern von der Verarbeitung, genauer vom Grad der Fermentation:
- Grüner Tee: unfermentiert. Die Blätter werden kurz nach der Ernte erhitzt, was die Enzyme stoppt
- Weißer Tee: nur welken und trocknen, minimale Verarbeitung
- Oolong: teilfermentiert, liegt zwischen grünem und schwarzem Tee
- Schwarzer Tee: vollständig fermentiert, dadurch dunkel und kräftig
Streng genommen ist Fermentation dabei der falsche Begriff. Es handelt sich nicht um eine Gärung durch Mikroorganismen, sondern um eine enzymatische Oxidation der Blattinhaltsstoffe. Der Begriff hat sich historisch gehalten.

Kräutertee ist kein Tee
Alles, was nicht von Camellia sinensis stammt, läuft rechtlich als teeähnliches Erzeugnis. Pfefferminze, Kamille, Hagebutte, Rooibos und Früchtetees gehören also nicht in die Kategorie Tee, auch wenn im Alltag jeder so spricht.
Das ist mehr als Wortklauberei, denn die Unterschiede sind praktisch relevant: Echter Tee enthält Koffein, Kräuter- und Früchtetees in der Regel nicht. Und die amtliche Überwachung untersucht beide Gruppen getrennt.
Bei Kräutertees ist ein Thema, das Verbraucher selten kennen, besonders relevant: Pyrrolizidinalkaloide. Diese Stoffe stammen nicht von der Teepflanze selbst, sondern von Beikräutern, die bei der Ernte mit eingesammelt werden. Sie können bei hoher, dauerhafter Aufnahme leberschädigend wirken, weshalb Gehalte in Kräutertees regelmäßig überwacht werden. Für den gelegentlichen Aufguss ist das kein Problem, für täglichen Konsum einer einzigen Sorte über Jahre lohnt Abwechslung.
Warum grüner Tee bitter wird
Der häufigste Fehler beim grünen Tee ist die Wassertemperatur. Kochendes Wasser löst die Catechine und das Koffein zu schnell heraus, das Ergebnis wird bitter und adstringierend. Deutlich besser sind etwa 70 bis 80 Grad und eine kurze Ziehzeit.
Schwarzer Tee verträgt dagegen heißeres Wasser, weil die Gerbstoffe durch die Oxidation bereits verändert sind. Und je länger er zieht, desto mehr kippt er von anregend zu beruhigend, weil die Gerbstoffe das Koffein binden.
Wie sich die Sorten im Geschmack unterscheiden, steht ausführlich in den Beiträgen dazu, wie grüner Tee schmeckt und wie Mate Tee schmeckt, der übrigens ebenfalls kein echter Tee ist. Eine ganz eigene Kategorie ist Chai Tee, bei dem schwarzer Tee mit Gewürzen und Milch kombiniert wird.
Was sich am 21. Mai lohnt
Ein Vergleich, der den Verarbeitungsunterschied sofort deutlich macht: derselbe Anbauort, einmal als grüner und einmal als schwarzer Tee. Der Unterschied im Glas ist größer als zwischen zwei Kaffeesorten, obwohl das Ausgangsmaterial identisch ist.
Weitere Termine dieser Art, vom Tag des Kaffees im Oktober bis zum Weltmilchtag im Juni, stehen in unserer Übersicht der kulinarischen Feiertage.
Quellen
- Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Tee und teeähnliche Erzeugnisse
- Verbraucherinformationssystem Bayern: Tee, gesund aber belastet
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Pyrrolizidinalkaloide in Kräutertees und Tees
- Regionales Informationszentrum der Vereinten Nationen: Internationale Tage

