StartKulinarische FeiertageWelt-Ei-Tag im Oktober: Was der Stempel auf dem Ei verrät

Welt-Ei-Tag im Oktober: Was der Stempel auf dem Ei verrät

Der Welt-Ei-Tag fällt auf den zweiten Freitag im Oktober und gehört damit zu den beweglichen Terminen. Er ist ein guter Anlass, sich einmal anzusehen, was auf jedem einzelnen Ei tatsächlich aufgedruckt ist, denn kaum ein anderes Lebensmittel trägt so viel überprüfbare Information direkt auf sich.

Der Code auf der Schale

Seit dem 1. Juli 2005 müssen Eier der Güteklasse A einen Erzeugercode tragen. Er verrät drei Dinge: die Haltungsform, das Herkunftsland und den Legebetrieb.

Die erste Ziffer ist die interessanteste:

Quiz

Zehn Nahaufnahmen, vier Antworten pro Bild. Die ersten sind machbar, ab der Mitte wird es unangenehm.

Quiz starten10 Fragen · ca. 2 Minuten
  • 0 steht für ökologische Erzeugung
  • 1 für Freilandhaltung
  • 2 für Bodenhaltung
  • 3 für Käfighaltung, in Deutschland als Kleingruppenhaltung

Danach folgt das Länderkürzel, also DE für Deutschland, dann die Kennnummer des Betriebs. Damit lässt sich jedes Ei bis zum Stall zurückverfolgen, was bei kaum einem anderen Produkt so einfach ist.

Güteklasse und Größe

Im Einzelhandel gibt es ausschließlich Eier der Güteklasse A. Die Anforderungen dafür sind konkret: Die Schale muss sauber, unbeschädigt und normal geformt sein, und die Luftkammer darf höchstens 6 Millimeter hoch sein. Bei der Kennzeichnung Extra sind es höchstens 4 Millimeter.

Die Luftkammer ist dabei ein Frischemaß: Sie wächst mit der Zeit, weil durch die poröse Schale Wasser verdunstet. Genau darauf beruht auch der bekannte Wassertest, denn ein altes Ei mit großer Luftkammer steigt auf. Wie zuverlässig dieser Test ist, steht im Beitrag dazu, wie man erkennt, ob Eier noch gut sind.

Zwei aufgeschlagene Eier auf einem Teller, links steht das Eigelb hoch mit festem Eiweiß, rechts verläuft es flach
Links frisch mit hoch stehendem Dotter, rechts älter mit flach verlaufendem Eiweiß (Bild KI-generiert)

Bei der Größe gibt es EU-weit vier Klassen, die als sehr groß, groß, mittel und klein oder als XL, L, M und S angegeben werden dürfen.

28 Tage und die Sache mit der Kühlung

Das Mindesthaltbarkeitsdatum von Hühnereiern der Güteklasse A darf ab dem Legetag höchstens 28 Tage betragen. Das ist eine feste Obergrenze, keine Schätzung des Herstellers.

Der zweite Punkt überrascht viele: Eier der Güteklasse A dürfen vor der Abgabe an Verbraucher nicht unter 5 Grad gelagert werden. Deshalb stehen sie im Supermarkt im Regal und nicht in der Kühltheke.

Der Grund ist die natürliche Schutzschicht der Schale, die Cuticula. Wird ein gekühltes Ei wieder warm, schlägt sich Kondenswasser darauf nieder, und diese Feuchtigkeit erleichtert Keimen das Eindringen. Ein durchgehend ungekühltes Ei ist deshalb sicherer als eines, das mehrfach die Temperatur wechselt.

Zu Hause gilt dagegen die umgekehrte Empfehlung: Auf der Verpackung muss ein Hinweis stehen, dass die Eier nach dem Kauf bei Kühlschranktemperatur aufzubewahren sind. Entscheidend ist also nicht kalt oder warm, sondern konstant. Ausführlich steht das im Beitrag dazu, ob Eier in den Kühlschrank gehören.

Nach dem Datum ist nicht Schluss

Wie beim Tag gegen Lebensmittelverschwendung beschrieben, ist das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Wegwerfdatum. Eier sind danach häufig noch verwendbar, allerdings mit einer Einschränkung: Sie sollten dann nur noch vollständig durcherhitzt verwendet werden, nicht mehr für Tiramisu, Mayonnaise oder weich gekochte Eier. Die Details stehen im Beitrag dazu, ob man abgelaufene Eier noch essen kann.

Was das Ei zum Sonderfall macht

Küchentechnisch ist das Ei das vielseitigste Lebensmittel überhaupt. Es bindet, lockert, emulgiert und färbt, und zwar mit verschiedenen Bestandteilen: Das Eiweiß lässt sich zu Schaum schlagen und stabilisiert Luftblasen, das Eigelb enthält Lecithin und hält damit Fett und Wasser zusammen, was Mayonnaise und Sauce hollandaise überhaupt erst möglich macht.

Deshalb taucht das Ei in fast jeder Warengruppe auf, von den Eierteigwaren über den Pfannkuchenteig bis zur Panade des Wiener Schnitzels.

Weitere Termine dieser Art stehen in unserer Übersicht der kulinarischen Feiertage.

Quellen

Raphael
Raphael
Seit 2018 beschreibe ich auf wie-schmeckt.de, wie Lebensmittel schmecken, inzwischen über 400 davon. Mich interessiert weniger die Bewertung als die Beschreibung: Wie fasst man Geschmack so in Worte, dass ihn sich jemand vorstellen kann, der es nie probiert hat? Daneben werte ich aus, wonach in Deutschland tatsächlich gesucht wird, zuletzt im Geschmacksreport 2026. Für Rückfragen und Datenanfragen bin ich über das Kontaktformular erreichbar.
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