
Gemüsefenchel ist mit nur rund 24 Kilokalorien pro 100 Gramm und viel Vitamin C ein nährstoffreiches, kalorienarmes Gemüse und damit unbedenklich gesund. Anders sieht es bei Fencheltee aus: Er wird traditionell bei Verdauungsbeschwerden getrunken, enthält aber den Pflanzenstoff Estragol, weshalb Verbraucherzentralen von einem regelmäßigen Konsum abraten und Säuglinge sowie Kleinkinder gar keinen Fencheltee bekommen sollten.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder ernährungswissenschaftliche Beratung. Die Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen, unabhängigen Quellen (u. a. DGE, BZfE, Verbraucherzentrale, BfR). Bei Allergien, Vorerkrankungen oder konkreten gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Ernährungsfachkraft.
Nährwerte des Gemüsefenchels im Überblick
Die Fenchelknolle, botanisch eigentlich eine verdickte Blattbasis, ist ausgesprochen kalorienarm. Laut der deutschen Wikipedia liefern 100 Gramm roher Fenchel nur etwa 101 Kilojoule beziehungsweise 24 Kilokalorien bei einem Wassergehalt von rund 86 Gramm. Bemerkenswert ist der Vitamin-C-Gehalt: Mit rund 93 Milligramm pro 100 Gramm deckt eine Portion Fenchel bereits mehr als den gesamten Tagesbedarf eines Erwachsenen. Dazu kommen nennenswerte Mengen Kalium (494 Milligramm), Calcium (109 Milligramm), Magnesium (49 Milligramm) und Folsäure (100 Mikrogramm). Wie sich dieses Nährstoffprofil geschmacklich äußert, haben wir bereits in unserem Artikel Wie schmeckt Fenchel? beschrieben.

Was hinter dem typischen Anisgeschmack steckt
Der charakteristische, an Anis erinnernde Geschmack von Fenchel stammt aus ätherischen Ölen, vor allem aus der Verbindung trans-Anethol sowie Fenchon und verschiedenen Terpenen. Laut Wikipedia unterscheidet man dabei zwischen Süßfenchel, der mindestens 80 Prozent Anethol enthält, und dem intensiveren Bitterfenchel mit mindestens 60 Prozent Anethol und einem höheren Fenchon-Anteil. Genau diese ätherischen Öle sind es auch, die Fenchel traditionell einen guten Ruf bei leichten Magen-Darm-Beschwerden eingebracht haben. Wissenschaftlich lässt sich diese Wirkung bislang aber nicht als eindeutig belegt einstufen, sie beruht überwiegend auf langer Erfahrung in der Volksheilkunde und einzelnen kleineren Untersuchungen, nicht auf großen kontrollierten Studien.
Fencheltee: traditionell geschätzt, aber nicht für alle unbedenklich
Während der Verzehr der Gemüseknolle unproblematisch ist, sieht die Lage bei Fencheltee anders aus. Fencheltee wird laut Verbraucherzentrale traditionell bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen, leichten Krämpfen sowie bei Bauchweh und Koliken von Babys eingesetzt. Problematisch ist der Inhaltsstoff Estragol, den die EU-Kommission bereits 2001 als potenziell erbgutverändernde Substanz eingestuft hat. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt laut Wikipedia, den Estragol-Gehalt in Fenchelzubereitungen so gering wie möglich zu halten. Für die Praxis bedeutet das laut Verbraucherzentrale konkret: Säuglinge und Kinder unter vier Jahren sollten gar keinen Fencheltee bekommen, und auch Schwangere und Stillende sollten auf fenchelhaltige Tees verzichten, da Estragol über die Muttermilch weitergegeben werden könnte. Erwachsene können Fencheltee gelegentlich trinken, sollten ihn aber nicht dauerhaft täglich konsumieren. Eine konkrete, wissenschaftlich abgesicherte Grenzmenge für Estragol lässt sich nach aktuellem Kenntnisstand nicht benennen, weshalb die Verbraucherzentrale zur Vorsicht statt zu einer festen Verzehrempfehlung rät.
Kurz zusammengefasst
Gemüsefenchel ist ein kalorienarmes, vitaminreiches Gemüse ohne besondere Einschränkungen und lässt sich bedenkenlos regelmäßig essen. Bei Fencheltee lohnt sich dagegen etwas mehr Zurückhaltung: Als gelegentliches Getränk für Erwachsene spricht nichts dagegen, für Babys, Kleinkinder sowie Schwangere und Stillende ist er nach heutigem Kenntnisstand aber keine gute Wahl.



