
Für empfindliche Personen kann Kaffee direkt nach dem Aufstehen tatsächlich unangenehme Folgen haben – sowohl für den Hormonhaushalt als auch für den Magen. Grund dafür sind zwei unabhängige Effekte, die morgens auf nüchternen Magen besonders stark ausfallen.
Der Cortisol-Effekt
Cortisol ist ein Hormon, das dem Körper beim morgendlichen Aufwachen hilft und ohnehin kurz nach dem Aufstehen seinen natürlichen Höhepunkt erreicht. Wird zu diesem Zeitpunkt zusätzlich Kaffee konsumiert, kann der Cortisolspiegel noch weiter ansteigen. Ein dauerhaft sehr hoher Cortisolspiegel steht im Zusammenhang mit erhöhter Stressanfälligkeit, Blutzuckerschwankungen und Schlafproblemen.

Warum der Magen betroffen ist
Unabhängig vom Cortisol-Effekt stimuliert Kaffee die Bildung von Magensäure – das gilt sowohl für normalen als auch für entkoffeinierten Kaffee. Ist der Magen leer, fehlt Nahrung als Puffer, wodurch die zusätzliche Säure die Magenschleimhaut direkt reizen kann. Bei empfindlichen Personen äußert sich das in Sodbrennen, Magenschmerzen, Übelkeit oder einem unangenehmen Völlegefühl.
Was stattdessen hilft
Empfohlen wird, 1,5 bis 2 Stunden nach dem Aufwachen zu warten, bevor der erste Kaffee getrunken wird – zu diesem Zeitpunkt ist der morgendliche Cortisol-Peak bereits etwas abgeklungen. Wer es eiliger hat, kann alternativ eine Kleinigkeit essen, etwa Obst, einen Smoothie oder Joghurt, bevor der Kaffee kommt. Auch etwas Pflanzenmilch oder ein Schuss Milch im Kaffee selbst kann die Magenschleimhaut zusätzlich etwas schonen.
Einordnung: Kein Grund für pauschale Sorge
Wer keine empfindliche Verdauung hat und sich mit einem Kaffee direkt nach dem Aufstehen wohlfühlt, muss diese Gewohnheit nicht zwingend ändern. Die beschriebenen Effekte betreffen vor allem Menschen, die bereits zu Reflux, Magenschmerzen oder Stressempfindlichkeit neigen – für sie lohnt sich der kleine Umweg über ein leichtes Frühstück tatsächlich.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische, ernährungswissenschaftliche oder rechtliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen, Unverträglichkeiten oder Unsicherheiten bezüglich Verzehr, Dosierung oder Risiken wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt, eine Ernährungsberatung oder eine andere qualifizierte Fachperson.



