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Ist Kombucha gesund?

Flaschen mit Kombucha Tee auf einem Holztisch

Kombucha ist ein erfrischendes fermentiertes Getränk, aber kein Heilmittel. Die Verbraucherzentrale stellt klar: Gesundheitsfördernde Effekte konnten bis heute nicht ausreichend wissenschaftlich belegt werden. Nachgewiesen sind lediglich eine leicht abführende und schwach antibakterielle Wirkung, die auf den Säuregehalt zurückgeht.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder ernährungswissenschaftliche Beratung. Die Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen, unabhängigen Quellen (u. a. DGE, BZfE, Verbraucherzentrale, BfR). Bei Allergien, Vorerkrankungen oder konkreten gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Ernährungsfachkraft.

Was Kombucha eigentlich ist

Kombucha entsteht, wenn gesüßter Tee, traditionell Schwarz- oder Grüntee, mit einer sogenannten SCOBY-Kultur (symbiotische Kultur aus Bakterien und Hefen) fermentiert wird. Laut Wikipedia laufen dabei gleich drei Gärprozesse gleichzeitig ab: eine alkoholische, eine Milchsäure- und eine Essigsäuregärung. Der schwimmende „Pilz“ an der Oberfläche ist botanisch kein Pilz, sondern eine Symbiose aus Hefen und Essigsäurebakterien, deren charakteristische Haut hauptsächlich aus bakterieller Zellulose besteht. Wie das Getränk schmeckt, süßsauer, leicht moussierend und mit einer angenehmen Säure, beschreiben wir ausführlich im Artikel Wie schmeckt Kombucha?.

Welche Wirkungen wissenschaftlich belegt sind

Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass viele der im Handel kursierenden Werbeversprechen, etwa eine verbesserte Darmgesundheit, eine Aktivierung des Immunsystems oder gar ein Schutz vor Krebs, wissenschaftlich nicht ausreichend belegt sind. Solche gesundheitsbezogenen Aussagen sind für Kombucha in Deutschland auch nicht zulässig. Wissenschaftlich nachgewiesen ist lediglich eine leicht abführende sowie eine schwach antibakterielle Wirkung, die auf den Essigsäure- und Milchsäuregehalt zurückzuführen ist. Kombucha bleibt damit ein Erfrischungsgetränk und kein Arzneimittel, auch wenn es traditionell in manchen Kulturen als Hausmittel verwendet wird, was wissenschaftlich aber ausdrücklich nicht belegt ist.

Alkohol, Zucker und Kalorien

Ein Punkt, der bei Kombucha häufig unterschätzt wird: Durch die alkoholische Gärung entsteht echter Alkohol, laut Verbraucherzentrale zwischen 0,1 und 2 Volumenprozent. Getränke ab 1,2 Volumenprozent Alkohol müssen entsprechend gekennzeichnet sein, bei geringeren Mengen ist das nicht vorgeschrieben, ein Hinweis auf der Verpackung wäre laut Verbraucherzentrale dennoch wünschenswert. Auch beim Zucker ist Kombucha kein Leichtgewicht: Im Schnitt enthält das Getränk rund 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter, ein Wert, der laut Verbraucherzentrale durchaus mit klassischer Limonade vergleichbar ist.

Risiken, die man kennen sollte

Bei industriell hergestelltem, pasteurisiertem Kombucha aus dem Supermarkt sterben die lebenden Kulturen durch die Hitzebehandlung ab, damit fallen auch die ohnehin geringen nachgewiesenen Effekte weitgehend weg. Kritischer wird es bei selbstgemachtem Kombucha: Die Verbraucherzentrale dokumentiert seltene Fallberichte von allergischen Reaktionen, Übelkeit, Lebererkrankungen und in Einzelfällen sogar einer gefährlichen Blutvergiftung, meist verursacht durch eine Verunreinigung mit schädlichen Mikroorganismen bei mangelnder Hygiene während der Fermentation. Wer Kombucha selbst ansetzt, sollte deshalb auf saubere Gärgefäße aus Glas achten (keine Keramik wegen möglicher Bleibelastung) und jede Charge mit Schimmelbefall konsequent entsorgen. Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie Schwangere und Stillende sollten aufgrund des Alkohol- und Keimrisikos beim Konsum von Kombucha, insbesondere selbstgemachtem, besonders vorsichtig sein.

Kombucha wird aus einer Flasche in ein Glas eingeschenkt
Kombucha schmeckt erfrischend säuerlich, ersetzt aber kein Arzneimittel und keine ausgewogene Ernährung.

Einordnung: erfrischend, aber kein Wundermittel

Wer Kombucha statt Limonade trinkt, tauscht in der Regel ein zuckersüßes Getränk gegen ein etwas weniger süßes, aber nicht zwangsläufig kalorienärmeres Getränk. Als Genussgetränk in Maßen spricht für gesunde Erwachsene nichts gegen Kombucha, angesichts des laut Verbraucherzentrale „fragwürdigen Nutzens“ im Verhältnis zum Preis von bis zu 4 Euro pro Liter lohnt sich aber ein realistischer Blick auf das, was das Getränk tatsächlich kann und was nicht.

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