
Asant trägt im Deutschen den wenig appetitlichen Beinamen „Teufelsdreck“, und wer das Gewürz roh riecht, versteht sofort, woher der Name kommt. Trotzdem ist es aus der indischen Küche kaum wegzudenken. Ich habe mir angeschaut, wie Asant tatsächlich schmeckt, warum er roh so streng riecht und wie er gekocht plötzlich völlig anders wirkt.
Wie schmeckt Asant genau?
Roher Asant riecht intensiv schwefelig und unangenehm streng, ähnlich wie ranziger Knoblauch oder verdorbene Zwiebeln, ein Geruch, der viele beim ersten Öffnen der Dose zurückschrecken lässt. Gebraten oder in heißem Öl erhitzt, verändert sich der Geschmack jedoch fast vollständig: Der strenge Schwefelgeruch verfliegt größtenteils, übrig bleibt eine milde, lauchig-zwiebelige Umami-Tiefe, die Gerichten eine runde, herzhafte Basis verleiht, ohne selbst als eigenständiges Aroma erkennbar zu sein.
Genau dieser radikale Wandel durch Hitze macht Asant zu einem der ungewöhnlichsten Gewürze überhaupt: Kaum ein anderes verändert sich zwischen rohem und gegartem Zustand so drastisch, weder geruchlich noch geschmacklich.
Warum Asant „Teufelsdreck“ genannt wird
Der deutsche Name stammt direkt vom strengen, schwefeligen Geruch des getrockneten Harzes, der viele Europäer bei der ersten Begegnung abschreckte. Botanisch ist Asant das eingetrocknete Harz der Wurzel einer Riesenfenchel-Verwandten (Ferula asafoetida), die vor allem in Afghanistan und im Iran wächst. Das Harz wird traditionell angeritzt aus der Wurzel gewonnen, getrocknet und zu einem festen Klumpen oder feinem Pulver verarbeitet, das im Handel meist bereits mit Reismehl oder Weizenmehl gestreckt wird, um die Dosierung zu erleichtern.
Warum Asant in der indischen Küche so wichtig ist
In der vegetarischen Küche Indiens, insbesondere bei strenggläubigen Hindus und Jains, die auf Knoblauch und Zwiebeln verzichten, übernimmt Asant deren Rolle als aromatische Basis. Eine winzige Prise, meist weniger als eine Messerspitze, reicht aus, um Linsengerichten (Dal), Currys oder Gemüsepfannen eine ähnliche herzhafte Tiefe zu verleihen, wie sie sonst durch Knoblauch und Zwiebeln entsteht. Ohne Asant würden viele klassische indische Gerichte spürbar flacher schmecken.
Traditionelle Verwendung und Verdauung
In der ayurvedischen Tradition wird Asant seit Langem zur Unterstützung der Verdauung eingesetzt, besonders bei blähenden Hülsenfruchtgerichten wird es fast reflexartig mitverwendet. Auch wenn die wissenschaftliche Evidenz dafür begrenzt ist, hat sich diese Kombination aus Linsen und Asant über Jahrhunderte in der indischen Alltagsküche bewährt und gehört bis heute zu den festen Gewohnheiten vieler Haushalte.
Verwendung in der Küche
Asant wird fast immer zu Beginn der Zubereitung in heißem Ghee oder Öl kurz angebraten, niemals roh verwendet, da erst die Hitze das milde, lauchige Aroma freisetzt. Eine winzige Prise genügt für ein ganzes Gericht, wer zu viel verwendet, riskiert einen bitteren, dominanten Nachgeschmack. Wer Asant zum ersten Mal in der Dose öffnet, sollte sich vom strengen Geruch nicht abschrecken lassen, im fertigen Gericht ist davon meist nichts mehr zu bemerken.



