
Bei den in Deutschland üblichen Verzehrmengen gilt Aspartam laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weiterhin als unbedenklich. Die 2023 vorgenommene Einstufung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als „möglicherweise krebserregend“ hat daran nichts geändert – wohl aber für erhebliche Verunsicherung gesorgt.
Worauf sich die Einstufung stützt
Die IARC-Bewertung basiert auf begrenzten Hinweisen aus Humanstudien, insbesondere zu hepatozellulärem Karzinom (einer Leberkrebsform), kombiniert mit Befunden aus Tierstudien und mechanistischen Untersuchungen. Das ist deutlich schwächer belegt als die Einstufungen in den Gruppen 1 oder 2A, die auf robusteren Daten beruhen.

Die konkrete Rechnung
Das BfR erlaubt weiterhin bis zu 40 Milligramm Aspartam pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Ein Rechenbeispiel macht deutlich, wie unrealistisch eine Überschreitung im Alltag ist: Eine 70 Kilogramm schwere Person müsste täglich 4,5 Liter eines Getränks mit dem maximal zulässigen Aspartam-Gehalt von 600 Milligramm pro Liter trinken, um überhaupt an diese Grenze zu kommen.
Was das für den Alltag bedeutet
Francesco Branca, Direktor der WHO-Abteilung für Ernährung und Lebensmittelsicherheit, brachte es auf den Punkt: Ein Softdrink hin und wieder oder ein Kaugummi seien nach aktuellem Kenntnisstand kein Grund zur Sorge. Zusätzlich enthalten die meisten Light- und Zero-Getränke ohnehin mehrere verschiedene Süßstoffe gleichzeitig, wodurch der Aspartam-Anteil pro Getränk meist deutlich unter dem theoretischen Maximalwert liegt.
Einordnung für Vielkonsumenten
Wer täglich mehrere Liter aspartamhaltiger Getränke trinkt, bewegt sich zwar rechnerisch näher an die Grenzwerte, bleibt aber auch dann meist im unbedenklichen Bereich. Für alle, die dennoch lieber ganz auf Aspartam verzichten möchten, gibt es mit Stevia, Erythrit oder Xylit etablierte Alternativen ohne diese spezifische Diskussion.
Einen breiteren Überblick über die Süßstoff-Debatte insgesamt bietet der Artikel Ist Süßstoff krebserregend?.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische, ernährungswissenschaftliche oder rechtliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen, Unverträglichkeiten oder Unsicherheiten bezüglich Verzehr, Dosierung oder Risiken wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt, eine Ernährungsberatung oder eine andere qualifizierte Fachperson.



