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Ist Ingwer gesund?

Frische Ingwerknolle ganz und in Scheiben geschnitten auf einem Holzbrett

Ingwer gilt als eine der am besten untersuchten Heilpflanzen gegen Übelkeit. Die europäische Arzneimittelagentur EMA bewertet die Wirkung bei Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden als vergleichsweise gut erforscht, wie das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) berichtet. Für andere häufig kursierende Wirkversprechen rund um Ingwer, etwa bei Erkältungen oder Gelenkschmerzen, ist die wissenschaftliche Datenlage dagegen deutlich dünner.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder ernährungswissenschaftliche Beratung. Die Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen, unabhängigen Quellen (u. a. DGE, BZfE, Verbraucherzentrale, BfR). Bei Allergien, Vorerkrankungen oder konkreten gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Ernährungsfachkraft.

Was in Ingwer steckt

Die Ingwerknolle enthält vor allem ätherische Öle sowie Aroma- und Bitterstoffe, die für den charakteristischen scharfen Geschmack verantwortlich sind, so das BZfE. Geschmacklich verleiht die Knolle Gerichten eine zitronig-frische Note mit leichter Schärfe und wird längst nicht mehr nur in der asiatischen Küche eingesetzt: Sie findet sich mittlerweile in Suppen, Currys, als Sushi-Beigabe und sogar in Gebäck. Wie Ingwer im Detail schmeckt, hängt stark von der Zubereitungsart ab, roh ist er deutlich schärfer als gekocht oder getrocknet.

Übelkeit: Der am besten belegte Effekt

Der bislang am besten erforschte gesundheitliche Effekt von Ingwer betrifft Übelkeit und Erbrechen, etwa bei Reisekrankheit. Die EMA hat diese traditionelle Anwendung auf Basis der vorliegenden Studienlage anerkannt. Auch das unabhängige Portal gesundheitsinformation.de (IQWiG) ordnet die Studienlage differenziert ein: Bei Übelkeit in der Schwangerschaft deuten Untersuchungen darauf hin, dass bestimmte standardisierte Ingwerprodukte wie Kapseln oder Sirup mit etwa 250 Milligramm Ingwer pro Dosis, drei- bis viermal täglich eingenommen, die Beschwerden lindern können.

Tasse heißer Ingwertee mit Zitronenscheiben
Ob Ingwertee bei Übelkeit ähnlich wirkt wie standardisierte Ingwerpräparate, ist laut IQWiG bislang nicht eindeutig belegt.

Wichtig für eine realistische Einordnung: Ob Ingwertee oder größere Mengen Ingwer aus der Küche eine vergleichbare Wirkung erzielen wie die in Studien verwendeten standardisierten Präparate, ist laut gesundheitsinformation.de bislang unklar. Die Evidenzbasis insgesamt ist zudem begrenzt, da aus Sicherheitsgründen nur wenige robuste klinische Studien speziell mit Schwangeren durchgeführt werden. Insgesamt gilt Ingwer aber als meist gut verträglich, mit Sodbrennen als häufigster milder Nebenwirkung, und bisherige Studien zeigen bei üblicher Dosierung und begrenzter Anwendungsdauer keine erhöhten Risiken für Fehlgeburten oder Fehlbildungen.

Erweitertes Anwendungsspektrum laut EMA

In einer aktuellen Bewertung vom Mai 2025 hat die EMA das anerkannte Anwendungsspektrum von Ingwer erweitert, unter anderem auf vorübergehende Appetitlosigkeit, leichte Gelenkschmerzen und Erkältungssymptome. Traditionell wird Ingwer dafür schon lange eingesetzt, etwa bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden. Wichtig ist dabei die Einordnung: Traditionelle Anwendung bedeutet, dass eine Pflanze über einen langen Zeitraum plausibel genutzt wurde, nicht automatisch, dass ihre Wirkung in kontrollierten Studien im gleichen Maß belegt ist wie beim Effekt gegen Übelkeit.

Ingwer im Alltag richtig einsetzen

Für den täglichen Gebrauch eignet sich frischer Ingwer vielseitig: in dünnen Scheiben oder gerieben für Tee, fein gehackt in Currys und Suppen, oder als würzige Note in Marinaden. Wer Ingwer gegen leichte Übelkeit ausprobieren möchte, etwa bei Reisekrankheit, kann frische Scheiben oder Ingwertee als milde, allgemein gut verträgliche Option nutzen, sollte bei anhaltenden oder starken Beschwerden aber ärztlichen Rat einholen, insbesondere in der Schwangerschaft. Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollten größere Mengen Ingwer vorsichtshalber mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, da eine wechselseitige Beeinflussung theoretisch möglich ist.