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Wie schmeckt Taro?

Eine halbierte Taro-Knolle mit violett gesprenkeltem Fruchtfleisch neben einer ganzen Taro-Knolle

Taro schmeckt mild nussig und leicht süßlich, mit einer erdigen Note, die an eine Mischung aus Kartoffel und Kastanie erinnert. Gekocht wird das Fruchtfleisch angenehm weich und ausgesprochen cremig, fast samtig auf der Zunge, deutlich feiner als die eher mehlige Textur einer gewöhnlichen Kartoffel. Roh dagegen ist Taro nicht genießbar und darf keinesfalls probiert werden, dazu später mehr.

Herkunft und Botanik

Taro, botanisch Colocasia esculenta, gehört zur Familie der Aronstabgewächse und ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die ein bis zwei Meter hoch wachsen kann. Wilder Taro stammt vermutlich von der Malaiischen Halbinsel, wurde aber schon um 5000 vor Christus auch in Indien kultiviert, von wo aus sich der Anbau über Südostasien und später über weite Teile der tropischen und subtropischen Welt verbreitete. Genutzt werden vor allem die ellipsoiden bis keulenförmigen Rhizome, die knollenartigen Speicherorgane der Pflanze, aber auch die Blätter und Blattstiele sind essbar.

Die Knolle selbst besteht zu etwa zwei Dritteln aus Wasser und zu rund einem Drittel aus Kohlenhydraten, überwiegend Stärke, was ihre sättigende, kartoffelähnliche Funktion in vielen tropischen Küchen erklärt. Der Proteingehalt liegt bei etwa sieben Prozent der Trockenmasse, die Blätter enthalten mit rund 23 Prozent deutlich mehr Eiweiß und werden in manchen Regionen wie Spinat zubereitet.

Wichtig: Niemals roh essen

Rohe Taroknollen enthalten Calciumoxalatkristalle, sogenannte Raphiden, die beim Verzehr ein starkes Brennen und Kratzen im Mund- und Rachenraum auslösen können. Diese nadelförmigen Kristalle sitzen in den Pflanzenzellen und werden erst durch ausreichendes Erhitzen, etwa durch Kochen oder Rösten, unschädlich gemacht. Aus diesem Grund wird Taro in allen Anbauregionen ausschließlich gegart verzehrt, niemals roh. Auch beim Schälen empfiehlt sich Vorsicht, da der Kontakt mit der rohen Schale bei empfindlicher Haut zu Reizungen führen kann.

Geschmacksprofil im Detail

Gegart entwickelt Taro ein mildes, warmes Aroma mit einer feinen Süße, die deutlich ausgeprägter ist als bei einer klassischen Kartoffel, kombiniert mit einer dezent nussigen, fast kastanienartigen Note. Die Textur variiert je nach Sorte und Größe der Knolle: Größere Taroknollen fallen tendenziell etwas trockener und faseriger aus, während kleinere Varianten, oft als Eddo bezeichnet, milder und deutlich cremiger sind. Beim Kochen färbt sich das Fruchtfleisch häufig leicht violett-grau, was auf enthaltene Anthocyane zurückgeht und der fertigen Speise eine ungewöhnliche, aber appetitliche Farbe verleiht.

Verwendung in der Küche

In vielen asiatischen Küchen wird Taro wie eine Kartoffel gekocht, gedämpft, frittiert oder zu Pommes verarbeitet, wobei die natürliche Süße beim Frittieren besonders gut zur Geltung kommt. In der chinesischen und südostasiatischen Küche findet sich Taro zudem häufig in süßen Desserts, etwa als Taro-Bubble-Tea, in Kuchen oder als cremige Füllung, da die milde Süße gut mit Kokosmilch, Zucker oder Milch harmoniert. Auf Hawaii wird aus gekochtem und zerstampftem Taro das traditionelle Poi hergestellt, eine dickflüssige bis pastöse Speise, die dort seit Jahrhunderten als Grundnahrungsmittel dient und je nach Fermentationsgrad einen leicht säuerlichen Ton annehmen kann.

Auch in herzhaften Currys, Eintöpfen und Suppen wird Taro eingesetzt, wo es Flüssigkeit bindet und dem Gericht durch seine stärkehaltige, cremige Konsistenz mehr Substanz verleiht, ganz ähnlich wie es Kartoffeln in europäischen Eintöpfen tun.