Hobbits essen bis zu sieben Mal am Tag. Die Reihenfolge ist unter Fans so bekannt wie kaum eine andere Aufzählung aus Mittelerde: Frühstück, zweites Frühstück, Elevenses, Mittagessen, Nachmittagstee, Abendessen und Nachtmahl.
Die sieben Mahlzeiten im Überblick
- Frühstück
- Zweites Frühstück
- Elevenses, der Elf-Uhr-Imbiss
- Mittagessen (Luncheon)
- Nachmittagstee
- Abendessen (Dinner)
- Nachtmahl (Supper)
Feste Uhrzeiten nennt Tolkien dafür übrigens nirgends. Die in vielen Listen kursierenden Zeitangaben von 7 bis 21 Uhr sind eine Erfindung der Fangemeinde, die sich an britischen Essgewohnheiten orientiert.
Buch oder Film? Ein häufiges Missverständnis
Die vollständige Aufzählung der sieben Mahlzeiten stammt nicht aus dem Buch, sondern aus Peter Jacksons Verfilmung. Dort beklagt sich Pippin auf dem Weg aus dem Auenland darüber, dass Aragorn offenbar noch nie von einem zweiten Frühstück gehört habe. Die Szene ist zu einem der meistzitierten Momente der Trilogie geworden.
Käse mit lebenden Maden, Kaffee aus Katzenkot: zwölf Lebensmittel, die es entweder gibt oder eben nicht.
Tolkien selbst ist an dieser Stelle knapper, aber ebenso eindeutig. Im Prolog zum Herrn der Ringe heißt es über die Hobbits, sie hätten gern „sechs Mahlzeiten am Tag“ zu sich genommen, wann immer sie sie bekommen konnten. Sechs, nicht sieben. Die Filmversion hat also nicht erfunden, sondern erweitert.
Was Hobbits essen
Tolkien beschreibt eine ausgesprochen englische, ländliche Küche des 19. Jahrhunderts. Auf dem Tisch stehen Speck und Eier, Brot und Butter, Käse, kaltes Hühnchen, Eingelegtes, Pilze, Kuchen, Marmelade und Apfelkuchen, dazu Bier und Tee.
Pilze nehmen dabei eine Sonderstellung ein. Sie sind bei Hobbits derart begehrt, dass Frodo als Junge wiederholt in die Felder von Bauer Maggot einbrach, um welche zu stehlen, eine Geschichte, die ihm Jahre später noch nachhängt. Wer verstehen will, warum Pilze so ein Objekt der Begierde sein können, findet in dieser Kategorie einige Kandidaten.
Nicht zur Hobbitküche gehört übrigens das oft damit verwechselte Lembas. Das Wegbrot stammt von den Elben und wird der Gemeinschaft erst in Lothlórien mitgegeben. Ein einziger Bissen soll einen erwachsenen Mann einen ganzen Tag lang sättigen, was Merry und Pippin nicht davon abhält, mehr davon zu essen als nötig.
Warum essen Hobbits so viel?
Erzählerisch hat das eine klare Funktion. Die Hobbits stehen für eine kleine, gemütliche, ungefährliche Welt, die es zu bewahren gilt. Ihre Mahlzeiten, ihr Pfeifenkraut und ihre Gartenzwerg-Gemütlichkeit sind der Gegenentwurf zu Mordor.
Genau deshalb wird der Verlust dieser Routinen zum Maßstab für die Bedrohung: Je weiter die Reise führt, desto seltener wird gegessen. Am Ende, auf dem Weg zum Schicksalsberg, bleibt nur noch Lembas und Wasser. Die Mahlzeiten sind bei Tolkien kein Gag, sondern ein Gradmesser dafür, wie viel Heimat noch übrig ist.
Der passende Ausschnitt aus der Verfilmung von J. R. R. Tolkiens Der Herr der Ringe: Die Gefährten unter der Regie von Peter Jackson:

