Zimt gehört zu den Gewürzen, die fast jeder kennt und trotzdem selten in ihren verschiedenen Varianten unterscheidet. Was im Supermarktregal einfach als „Zimt“ verkauft wird, kann geschmacklich und gesundheitlich erstaunlich unterschiedlich sein. Ich habe mir angeschaut, wie Zimt tatsächlich schmeckt, was Ceylon- von Cassia-Zimt unterscheidet und worauf man beim Kauf achten sollte.
Wie schmeckt Zimt genau?
Zimt schmeckt warm-süßlich, holzig und leicht scharf, mit einer charakteristischen, fast schon blumigen Note im Hintergrund. Verantwortlich für den typischen Geschmack ist vor allem der Aromastoff Zimtaldehyd, der auch für die wärmende Schärfe auf der Zunge sorgt. Je nach Sorte variiert die Intensität stark: milder, feiner Ceylon-Zimt gegenüber kräftigem, fast schon scharfem Cassia-Zimt.
Die Süße, die viele mit Zimt verbinden, stammt nicht vom Gewürz selbst, sondern meist aus der Kombination mit Zucker in Gebäck und Desserts, pur geschmeckt ist Zimt deutlich herber und schärfer, als man erwarten würde.
Ceylon-Zimt vs. Cassia-Zimt: der wichtige Unterschied
Was im Handel oft einfach als Zimt verkauft wird, ist meist Cassia-Zimt, die günstigere, kräftigere Variante aus China oder Indonesien. Ceylon-Zimt, auch „echter Zimt“ genannt, stammt hauptsächlich aus Sri Lanka, schmeckt deutlich milder, feiner und leicht zitrusartig, und wird an seiner helleren Farbe und der dünneren, mehrschichtig aufgerollten Rinde erkannt. Cassia-Rinde dagegen ist dicker, dunkler und rollt sich nur von einer Seite ein.
Der entscheidende Unterschied liegt aber weniger im Geschmack als in der Gesundheit: Cassia-Zimt enthält deutlich höhere Mengen des Stoffes Cumarin, der in großen Mengen die Leber belasten kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb besonders bei häufigem Verzehr, etwa in der Weihnachtsbäckerei, zu Ceylon-Zimt oder einem maßvollen Umgang mit Cassia-Zimt.
Herkunft und Herstellung
Zimt wird aus der inneren Rinde von Zimtbäumen gewonnen, die geschält, in dünne Streifen geschnitten und getrocknet wird, wobei sie sich zu den bekannten Zimtstangen einrollt. Ceylon-Zimtbäume gehören einer anderen botanischen Art an als Cassia-Zimtbäume, was die deutlichen Unterschiede in Aroma und Inhaltsstoffen erklärt. Der Handel mit Zimt reicht Jahrtausende zurück und war einst so wertvoll, dass er im antiken Ägypten und Rom zu den begehrtesten Gewürzen überhaupt zählte.
Verwendung in der Küche
In der westlichen Küche landet Zimt vor allem in süßem Gebäck, Apfelkuchen und weihnachtlichen Backwaren wie Zimtsternen. In der orientalischen und nordafrikanischen Küche wird er dagegen viel selbstverständlicher auch in herzhaften Gerichten eingesetzt, etwa in Tajines, Currys oder gemeinsam mit Sternanis in Fünf-Gewürze-Pulver-Mischungen. Diese herzhafte Verwendung überrascht viele westliche Gaumen zunächst, zeigt aber, wie vielseitig das Gewürz jenseits von Zucker und Zimt tatsächlich ist.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische oder ernährungswissenschaftliche Beratung. Cassia-Zimt enthält Cumarin, das in großen Mengen die Leber belasten kann; bei häufigem Verzehr oder Vorerkrankungen wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Ernährungsberatung.
