
Skyr zählt zu den eiweißreichsten und zugleich fettärmsten Milchprodukten im Kühlregal. Auf 100 Gramm kommt der isländische Frischkäse auf rund 11 Gramm Eiweiß, nur 0,2 Gramm Fett und etwa 64 Kilokalorien, wie ein Ratgeber von ZDFheute anhand von Nährwertdaten zeigt. Damit liegt Skyr deutlich vor Naturjoghurt, der pro 100 Gramm meist nur rund 4 Gramm Eiweiß liefert, und bewegt sich auf Augenhöhe mit Magerquark.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder ernährungswissenschaftliche Beratung. Die Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen, unabhängigen Quellen (u. a. DGE, BZfE, Verbraucherzentrale, BfR). Bei Allergien, Vorerkrankungen oder konkreten gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Ernährungsfachkraft.
Herstellung: Warum Skyr so proteinreich ist
Skyr wird traditionell aus Kuh- oder Schafsmilch hergestellt. Wie bei Quark kommen dabei Lab und Milchsäurebakterien zum Einsatz, die die Milch dicklegen. Das Lab kann tierischen Ursprungs sein, etwa aus Kälbermägen, oder mikrobiell gewonnen werden. Nach der Gerinnung wird die Molke abgetrennt, wodurch sich Eiweiß und andere Nährstoffe im verbleibenden Frischkäse konzentrieren. Genau dieser Molkenabzug ist der Grund, warum Skyr im Vergleich zu Joghurt so viel dichter und proteinreicher ausfällt.
Geschmacklich beschreibt sich Skyr durch eine feste, cremige Konsistenz und eine spürbar säuerliche Note aus, die zwischen Joghurt und Magerquark liegt.

Nährwerte im direkten Vergleich zu Joghurt und Quark
Im Nährwertvergleich zeigt sich: Skyr und Magerquark enthalten beide rund dreimal so viel Eiweiß wie Naturjoghurt. Mit nur 0,2 Gramm Fett pro 100 Gramm liegt Skyr dabei sogar unter dem Fettgehalt von Magerquark, der meist bei rund 0,2 bis 0,3 Gramm liegt, während der Eiweißgehalt von Magerquark mit etwa 13 Gramm pro 100 Gramm noch etwas über dem von Skyr liegt. In der Praxis sind beide Produkte also nahezu gleichwertige, magere Eiweißquellen, wobei Skyr sich vor allem durch die cremigere, joghurtähnlichere Konsistenz von Magerquark unterscheidet.
Bei Kalzium punktet Skyr mit rund 150 Milligramm pro 100 Gramm zwar gegenüber Magerquark, reicht aber nicht ganz an Naturjoghurt heran. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt gesunden Erwachsenen eine tägliche Kalziumzufuhr von 1.000 Milligramm, zu der Milchprodukte wie Skyr einen relevanten Beitrag leisten können, ohne den Bedarf allein zu decken.
Für wen sich Skyr besonders eignet
Wegen des hohen Eiweißgehalts bei gleichzeitig niedrigem Kaloriengehalt ist Skyr besonders bei Menschen beliebt, die auf ihre Proteinzufuhr achten, etwa im Sport oder bei einer kalorienbewussten Ernährung. Eiweißreiche Lebensmittel sättigen tendenziell länger als vergleichbar kalorienreiche Kohlenhydratquellen, was Skyr zu einer praktischen Wahl für ein sättigendes, leichtes Frühstück oder einen Snack macht.
Wichtig ist die realistische Einordnung im Vergleich zu Alternativen: Nach Einschätzung von Verbraucherratgebern lässt sich nicht pauschal sagen, welches fermentierte Milchprodukt die größten gesundheitlichen Vorteile bietet. Magerquark liefert eine nahezu gleichwertige, meist kostengünstigere Alternative mit ähnlich hohem Eiweißgehalt. Skyr ist damit keine Wunderzutat, sondern schlicht ein sehr mageres, eiweißreiches Milchprodukt unter mehreren guten Optionen.
Worauf beim Kauf zu achten ist
Im Supermarkt werden mittlerweile auch gesüßte Skyr-Varianten mit Fruchtzubereitung angeboten. Diese enthalten deutlich mehr Zucker und Kalorien als das Naturprodukt und relativieren den ernährungsphysiologischen Vorteil des mageren Milcherzeugnisses. Wer von der guten Nährwertbilanz profitieren möchte, greift am besten zu ungesüßtem Natur-Skyr und würzt selbst mit frischem Obst, Nüssen oder etwas Honig nach.



