
Bertie Botts Bohnen jeder Geschmacksrichtung sind eines der bekanntesten fiktiven Süßwaren der Popkultur: Bunte Bohnen, die aussehen wie gewöhnliche Jelly Beans, aber buchstäblich jede erdenkliche Geschmacksrichtung annehmen können, von Erdbeere und Schokolade bis hin zu Erbrochenem, Ohrenschmalz oder Rasenmähergras. Der Clou: Man sieht der Bohne vorher nicht an, was einen erwartet.
Woher kommt die Idee?
Erfunden hat die Süßigkeit laut den Harry-Potter-Büchern der Zauberer Bertie Bott im Jahr 1912, nachdem er zufällig eine Bohne mit dem Geschmack von faulem Gemüse probierte, statt einer erwarteten süßen Note. Anstatt das als Fehlschlag zu werten, machte er die Unberechenbarkeit selbst zum Verkaufsargument. In den Büchern und Filmen werden die Bohnen zum running gag: Ron warnt Harry in „Der Stein der Weisen“ ausdrücklich vor der Erbrochenes-Variante, nachdem er selbst einmal eine erwischt hatte.
Warum das Konzept so gut funktioniert
Die Bohnen spielen mit einem sehr menschlichen Reiz: der Ungewissheit. Ähnlich wie bei einer Wundertüte oder einem Überraschungsei sorgt das Nicht-Wissen für einen kleinen Nervenkitzel bei jeder einzelnen Bohne. Genau dieses Prinzip hat auch reale Süßwarenhersteller inspiriert.
Gibt es die Bohnen wirklich zu kaufen?
Ja, und das schon länger als man denkt. Der US-Hersteller Jelly Belly brachte bereits im Jahr 2000, passend zum Kinostart der Filme, eine lizenzierte Version namens „Bertie Bott’s Every Flavour Beans“ auf den Markt. Die reale Produktlinie enthält tatsächlich sowohl klassische Geschmacksrichtungen wie Zitrone oder Apfel als auch bewusst unangenehme Sorten wie Erde, Seife, Erbrochenes oder sogar Ohrenschmalz, allerdings mit lebensmittelrechtlich unbedenklichen Aromen nachgebaut. Die Packungen werden bis heute unter anderem in Themenparks wie den Wizarding-World-Attraktionen von Universal verkauft und sind auch über spezialisierte Onlineshops in Deutschland erhältlich.
Wie schmecken die „ekligen“ Sorten wirklich?
Tester beschreiben die geschmacklich harmlosen Sorten meist als überzeugend fruchtig, während die bewusst unangenehmen Varianten oft überraschend authentisch unangenehm schmecken, etwa nach Gras, Seife oder verbranntem Gummi. Genau diese Authentizität macht die Bohnen zu einem beliebten Partyspiel: Reihum wird verdeckt gezogen, und wer die schlechteste Sorte erwischt, hat verloren. Die Grundidee hinter dem fiktiven Produkt, Nervenkitzel durch Ungewissheit beim Naschen, überträgt sich damit erstaunlich direkt in die reale Süßwarenwelt.



