
Ja – roh gegessen sind Bittermandeln giftig, da sie Blausäure freisetzen können. Unbehandelte Bittermandeln enthalten laut Wikipedia rund 3 bis 5 Prozent Amygdalin, eine an Zuckerreste gebundene Verbindung. Erst bei der Verdauung wird daraus die hochgiftige Blausäure abgespalten – aus einer einzigen Bittermandel entsteht dabei etwa ein Milligramm.
Wie viele Bittermandeln gefährlich sind
Kinder sind deutlich gefährdeter als Erwachsene: Schon fünf bis zehn Bittermandeln können je nach Körpergewicht für ein Kind lebensgefährlich sein. Bei Erwachsenen werden meist 40 bis 60 Bittermandeln als potenziell tödliche Menge genannt. Eine grobe Faustregel lautet, dass etwa eine Bittermandel pro Kilogramm Körpergewicht eine gefährliche Vergiftung auslösen kann.

Warum Backen und Kochen unbedenklich sind
Die entscheidend gute Nachricht: Blausäure ist hitzeempfindlich und flüchtig. Beim Erhitzen verflüchtigt sie sich weitestgehend, sodass in gebackenen oder gekochten Gerichten mit Bittermandeln – etwa in traditionellem Gebäck – nur noch unbedenkliche Mengen übrig bleiben. Roh sollten Bittermandeln dagegen niemals gegessen werden, da sich die giftige Säure erst im Magen bildet.
Verwechslungsgefahr mit süßen Mandeln
Bittermandeln sehen normalen, süßen Mandeln zum Verwechseln ähnlich, weshalb im Handel erhältliche Bittermandeln meist streng reguliert und gekennzeichnet sind. Wer selbst Bittermandeln anbaut oder sammelt, sollte besonders vorsichtig sein und sie niemals ungeprüft roh probieren.
Anders verhält es sich bei regulären süßen Mandeln, die kein Amygdalin in relevanten Mengen enthalten und bedenkenlos roh gegessen werden können.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung, insbesondere bei Kindern, wende dich bitte umgehend an einen Arzt, eine Ärztin oder die Giftnotrufzentrale.



