In Serien wie „Vikings“ fließt Met literweise, wird aus Trinkhörnern geleert und bei jedem Fest, jeder Schlacht und jedem Ratsschlag als das Getränk der nordischen Krieger inszeniert. Historisch stimmt das nur zum Teil: Met, ein aus vergorenem Honig hergestelltes alkoholisches Getränk, war den Wikingern zwar bekannt und geschätzt, im Alltag tranken sie aber überwiegend etwas anderes.
Was Met eigentlich ist
Met entsteht, indem man Honig mit Wasser verdünnt und anschließend mit Hefe vergären lässt, ähnlich wie bei Wein oder Bier, nur eben auf Basis von Honigzucker statt Trauben oder Getreide. Je nach Honigsorte, Gärdauer und Zusätzen wie Beeren oder Gewürzen entstehen dabei sehr unterschiedliche Geschmacksprofile, von trocken-herb bis intensiv süß und blumig. Das Getränk ist eines der ältesten alkoholischen Getränke der Menschheit überhaupt und wurde bereits Jahrtausende vor den Wikingern in verschiedenen Kulturen hergestellt.
War Met wirklich das Wikinger-Nationalgetränk?
In der nordischen Mythologie spielt Met eine zentrale Rolle, am bekanntesten als „Met der Dichtkunst“, eine Sage, in der ein magischer Met demjenigen, der ihn trinkt, dichterische Inspiration verleiht. Diese kulturelle Bedeutung übertrug sich aber nicht eins zu eins auf den Alltagskonsum. Weil Honig ein aufwendig zu beschaffendes, vergleichsweise teures Gut war, blieb Met eher besonderen Anlässen, Festen und höhergestellten Gesellschaftsschichten vorbehalten.
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Was Wikinger tatsächlich am häufigsten tranken
Im Alltag griffen die meisten Wikinger deutlich häufiger zu Bier, gebraut aus Gerste, sowie zu leicht vergorenem Getreidegetränk und, je nach Region und Jahreszeit, auch zu verdünntem Fruchtwein. Bier war einfacher und günstiger herzustellen als Met und deckte den täglichen Flüssigkeitsbedarf, in einer Zeit, in der Wasser oft von zweifelhafter Qualität war. Met blieb dagegen eher ein Getränk für Feste, religiöse Zeremonien und den Adel, was die Serien-Darstellung, in der jede Figur ständig Met trinkt, historisch stark vereinfacht und übertreibt.
Warum die TV-Darstellung so hartnäckig ist
Serien wie „Vikings“ oder „The Last Kingdom“ greifen bewusst auf das plakative Bild des Methorns zurück, weil es visuell sofort als „nordisch“ erkennbar ist und die mythologische Bedeutung des Getränks in der Publikumswahrnehmung stärker verankert ist als die nüchterne Braugeschichte des einfachen Gerstenbiers. Historisch akkurater wäre häufig ein einfacher Holzbecher Bier, das wirkt in einer dramatischen Festszene aber deutlich weniger episch als ein randvolles Trinkhorn mit goldenem Met.

