Lembas-Brot ist das legendäre Reisebrot der Elben aus „Der Herr der Ringe“, das Frodo und Sam auf ihrem gefährlichen Weg nach Mordor am Leben hält. Schon ein kleines Stück soll laut Tolkiens Beschreibung einen erwachsenen Menschen für einen ganzen Tag sättigen, deutlich mehr, als gewöhnliches Brot je leisten könnte.
Wie Tolkien das Brot beschreibt
In dünne, honigfarbene Kuchen gebacken und in Blättern der Mallorn-Bäume eingewickelt, gilt Lembas als eines der kostbarsten Güter der Elben von Lothlórien. Galadriel schenkt der Gefährtengemeinschaft einen Vorrat davon vor dem Aufbruch aus Lothlórien, mit der ausdrücklichen Warnung, dass Elbenreisebrot besser sei als das Brot der Menschen und nur im äußersten Notfall gegessen werden solle. Im Verlauf der Geschichte wird genau dieser Vorrat für Frodo und Sam überlebenswichtig, als ihnen auf dem Weg nach Mordor jede andere Nahrung ausgeht.
Warum ein Stück angeblich einen ganzen Tag satt macht
Tolkien erklärt die außergewöhnliche Sättigungskraft nie wissenschaftlich, sondern rein mythologisch: Lembas gilt als von elbischer Magie durchdrungenes Nahrungsmittel, dessen Kraft an den Glauben und die reine Absicht des Essenden gekoppelt ist. An einer Stelle der Geschichte wird sogar angedeutet, dass der von Gollum ohnehin misstrauisch beäugte Reiseproviant für ihn selbst kaum Nährwert hätte, weil ihm die innere Verbindung zu den Elben fehlt, ein Detail, das den magischen statt kalorienbasierten Charakter des Brotes unterstreicht.
Käse mit lebenden Maden, Kaffee aus Katzenkot: zwölf Lebensmittel, die es entweder gibt oder eben nicht.
Reale Vorbilder: Reisebrot mit langer Geschichte
Das Konzept eines extrem kalorien- und nährstoffdichten Reiseproviants ist keine reine Erfindung Tolkiens. Historische Vorbilder wie Pemmikan, ein von indigenen Völkern Nordamerikas entwickeltes Trockenfleisch-Fett-Beeren-Gemisch, oder Schiffszwieback, der auf langen Seereisen monatelang haltbar blieb, verfolgten ein ganz ähnliches Prinzip: möglichst viel Energie auf möglichst kleinem Raum und mit möglichst langer Haltbarkeit unterzubringen. Tolkien, der als Sprachwissenschaftler und Kriegsveteran des Ersten Weltkriegs mit Feldration vertraut war, dürfte solche Konzepte bei der Erfindung von Lembas mit einbezogen haben.
Fan-Nachbauten und moderne Energieriegel
In der Fan-Community kursieren zahlreiche Lembas-Rezepte, meist dichte, leicht süße Kekse oder Kuchen aus Mandeln, Honig und Trockenfrüchten, die sich lange halten und viel Energie liefern sollen. Interessanterweise folgen moderne Energieriegel und Outdoor-Trekkingnahrung einem fast identischen Grundprinzip wie das fiktive Elbenbrot: kompakte, kalorien- und nährstoffreiche Verpflegung für unterwegs, nur eben ganz ohne elbische Magie, dafür mit Nährwerttabelle auf der Rückseite.

