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McDonald’s Monopoly 2019/2020 – Seltene Sticker und Straßen

Hinweis: Dieser Beitrag dokumentiert die McDonald’s-Monopoly-Aktion vom 14. November 2019 bis 2. Januar 2020. Die Aktion ist längst beendet, die damaligen Codes sind ungültig. Das dahinterliegende Prinzip funktioniert bei jeder Neuauflage gleich, deshalb steht es hier weiterhin erklärt.

Wie das Prinzip mit den seltenen Stickern funktioniert

Bei McDonald’s Monopoly kleben auf Verpackungen Sticker mit Straßennamen aus dem Brettspiel. Wer eine komplette Straßengruppe zusammenhat, gewinnt den zugehörigen Sachpreis.

Der entscheidende Mechanismus: In jeder Gruppe wird genau ein Sticker in extrem geringer Stückzahl gedruckt, alle anderen millionenfach. Wer also die Badstraße hat, hat praktisch nichts, denn es fehlt die Turmstraße, von der es im ganzen Land nur eine Handvoll gibt.

Das ist keine Vermutung, sondern steht in den Teilnahmebedingungen. Die Gewinnwahrscheinlichkeit für die großen Sammelpreise liegt dadurch im Bereich von wenigen zu mehreren Millionen. Sammeln ist damit kein Geschicklichkeits-, sondern ein reines Glücksspiel, und die vielen „Fast geschafft“-Momente sind Teil des Konzepts.

Die Raritäten der Aktion 2019/2020

Zur damaligen Aktion kursierten folgende Zuordnungen. Der jeweils fett markierte Sticker war die Rarität der Gruppe:

20x Xbox One S: Badstraße, Turmstraße
25x Kopfhörer: Münchener Straße, Wiener Straße, Berliner Straße
5x Karibik-Segeltörn: Parkstraße, Schlossallee
3x Fernseher 55 Zoll: Seestraße, Hafenstraße, Neue Straße
50x iPhone 11: Rathausplatz, Hauptstraße, Bahnhofsstraße
30x Gold Card: Südbahnhof, Hauptbahnhof, Nordbahnhof, Westbahnhof
8x Mexiko-Reise: Chausseestraße, Elisenstraße, Poststraße
2x Reiseerlebnis: Theaterstraße, Museumstraße, Opernplatz

Auffällig ist die Systematik: In jeder Gruppe ist genau ein Sticker die Sperre. Wer die Liste kannte, konnte sich das Tauschen aller übrigen Sticker sparen.

Der größte Betrugsfall der Aktionsgeschichte

Dass so ein System angreifbar ist, hat die US-amerikanische Variante über zwölf Jahre hinweg bewiesen. Der Fall gehört zu den bemerkenswertesten Wirtschaftskrimis der Gastronomiegeschichte.

Jerome Jacobson war Sicherheitschef bei der Marketingagentur, die die Gewinnsticker für McDonald’s druckte und verteilte. Seine Aufgabe war es, die hochwertigen Gewinnaufkleber zu bewachen. Stattdessen entwendete er sie ab Ende der 1980er Jahre systematisch und gab sie über ein wachsendes Netzwerk von Mittelsmännern gegen Beteiligung an vermeintliche Gewinner weiter.

Der Schaden summierte sich auf mehr als 24 Millionen US-Dollar. Über Jahre gingen praktisch alle Hauptgewinne der US-Aktion an Personen aus diesem Netzwerk. Aufgeflogen ist die Sache erst 2001 durch einen anonymen Hinweis beim FBI, das daraufhin unter dem Namen „Operation Final Answer“ ermittelte. Angeklagt wurden Dutzende Beteiligte, Jacobson wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

McDonald’s selbst war nicht beteiligt und richtete nach Bekanntwerden eine kurzfristige Sonderverlosung aus, um den Schaden bei den Kundinnen und Kunden auszugleichen. Die Geschichte wurde später mehrfach dokumentarisch aufgearbeitet.

Was davon für heutige Aktionen bleibt

Drei Dinge, die bei jeder Neuauflage gelten:

Die Sammelpreise sind praktisch unerreichbar. Der realistische Gewinn sind die Sofortgewinne auf dem Sticker, also Getränke, Pommes oder Rabattcodes.

Die Teilnahmebedingungen lohnen sich. Dort stehen die tatsächlichen Gewinnwahrscheinlichkeiten und die Anzahl der ausgegebenen Sticker pro Motiv.

Es gibt einen Teilnahmeweg ohne Kauf. Aus rechtlichen Gründen muss bei solchen Gewinnspielen in Deutschland eine kostenlose Teilnahmemöglichkeit bestehen, meist per Postkarte oder Onlineformular. Das steht ebenfalls in den Bedingungen, nur selten prominent.

Sarah
Sarah
Liebt Extravaganz und ausgefallene Küche
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