Lupinenmilch schmeckt mild und leicht nussig, mit einer feinen hülsenfruchtigen Note im Hintergrund und einer etwas dickflüssigeren Konsistenz als Mandeldrink. Sie liegt geschmacklich zwischen Mandel und Soja, ist dabei aber weniger bohnig als Sojadrink und weniger süß als Haferdrink.
Wie schmeckt Lupinenmilch genau?
Der erste Eindruck ist neutral bis leicht cremig, danach folgt eine dezente Nussigkeit. Ungesüßte Varianten schmecken spürbar herber und lassen die typische Hülsenfruchtnote deutlicher durchkommen, gesüßte wirken runder.
Im Vergleich zu anderen Pflanzendrinks ist das Aroma unauffällig, was ein Vorteil sein kann: Lupinendrink überdeckt Kaffee und Kakao weniger als Haferdrink und drängt sich in Müsli oder Suppe nicht in den Vordergrund. Er lässt sich auch relativ gut aufschäumen, weil er verhältnismäßig viel Eiweiß enthält.
Halloumi aus Griechenland oder Zypern? Skyr aus Island oder Norwegen? Zwölf Spezialitäten, vier Antworten.
Der große Vorteil: das Eiweiß
Das ist das eigentliche Argument für Lupine. Während Mandeldrink unter einem Gramm Eiweiß pro 100 Milliliter bleibt und Haferdrink bei etwa einem Gramm liegt, kommt Lupinendrink je nach Produkt auf ein Vielfaches davon. Zusammen mit Soja ist Lupine damit der einzige Pflanzendrink, der beim Protein mit Kuhmilch mithalten kann.
Dazu kommt ein ökologischer Punkt: Lupinen sind Leguminosen, binden also Stickstoff aus der Luft und brauchen wenig Stickstoffdünger. Sie wachsen auf leichten, sandigen Böden, auf denen andere Kulturen schwertun, und sie wachsen in Deutschland. Die Blaue Süßlupine wird unter anderem in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern angebaut. Bei Kalzium, Jod und Vitamin B12 gilt allerdings dasselbe wie bei allen Pflanzendrinks: Sie sind nur enthalten, wenn das Produkt angereichert wurde, und Bio-Produkte dürfen nach EU-Recht nicht angereichert werden.
Sind Lupinen giftig?
Hier kursiert eine verbreitete Halbwahrheit. Richtig ist: Lupinensamen enthalten Chinolizidinalkaloide, die in größeren Mengen akute Vergiftungen auslösen können, mit Pupillenerweiterung, Schwindel, Übelkeit, Mundtrockenheit, Erbrechen und Herzbeschwerden.
Falsch ist dagegen die Vorstellung, dass diese Stoffe bei der Herstellung herausgewaschen werden. Für Lebensmittel werden gezielt Süßlupinen angebaut, also Sorten, die von vornherein sehr wenig Alkaloide bilden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt für Süßlupinensorten von Lupinus angustifolius Alkaloidgehalte unter 0,05 Prozent. Bitterlupinen mit hohen Gehalten werden dagegen nur nach langem Wässern gegessen, wie es bei den italienischen Lupini traditionell üblich ist.
Das BfR stuft das Risiko in seiner Stellungnahme 035/2025 als mittelhoch ein und hält fest, dass es beim Verzehr lupinenhaltiger Lebensmittel nur in Ausnahmefällen zu akuten Vergiftungen kommt. Die höchsten Gehalte finden sich in Produkten mit hohem Lupinenanteil wie Mehlen, Schroten und Kaffee-Ersatz, nicht in verdünnten Getränken.
Wichtig für Allergiker
Dieser Punkt wiegt in der Praxis schwerer als die Alkaloide. Lupine gehört in der EU zu den kennzeichnungspflichtigen Allergenen, und das aus gutem Grund: Laut BfR reagiert etwa jeder fünfte Erdnussallergiker auch auf Lupinen. Auch Menschen mit Allergien gegen Soja oder andere Hülsenfrüchte können Kreuzreaktionen entwickeln, und es sind Primärreaktionen ohne vorbestehende Allergie dokumentiert.
Wer eine Erdnuss- oder Hülsenfruchtallergie hat, sollte Lupinenprodukte deshalb nicht auf eigene Faust ausprobieren, sondern das ärztlich abklären.

Wie wird Lupinenmilch hergestellt?
Das Verfahren ähnelt dem anderer Pflanzendrinks: Die Samen werden gewaschen, eingeweicht, mit Wasser fein vermahlen und anschließend abgepresst oder abgesiebt. Danach wird die Flüssigkeit erhitzt und homogenisiert, damit sie sich nicht absetzt.
Ein rechtlicher Hinweis: Im Handel heißt das Produkt immer Lupinendrink, nie Lupinenmilch. Die Bezeichnung „Milch“ ist in der EU tierischen Erzeugnissen vorbehalten.
Wofür eignet sich Lupinendrink?
Für Kaffee, Kakao, Müsli, Smoothies und zum Kochen. Weil er relativ eiweißreich ist, bindet er in Suppen und Soßen besser als Mandeldrink und flockt in heißen Getränken weniger leicht aus. Zum Backen funktioniert er ebenfalls gut.
Der größte Nachteil ist die Verfügbarkeit: Lupinendrink steht in deutlich weniger Supermärkten als Hafer-, Soja- oder Mandeldrink und ist meist teurer.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder ernährungswissenschaftliche Beratung. Bei bekannten Allergien gegen Erdnuss, Soja oder andere Hülsenfrüchte gilt besondere Vorsicht.

