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Wie schmeckt Hafermilch?

Hafermilch schmeckt mild süßlich und deutlich getreidig, mit einer cremigen, leicht schleimigen Textur und einem Nachgeschmack, der an Haferflocken mit warmem Wasser erinnert. Von allen Pflanzendrinks kommt sie der Kuhmilch geschmacklich am nächsten, was ihren Erfolg erklärt.

Warum Hafermilch süß schmeckt, obwohl kein Zucker drin ist

Das ist der Punkt, der die meisten überrascht. Bei der Herstellung werden dem Hafer-Wasser-Gemisch Enzyme zugesetzt, die die Stärke teilweise in Zucker aufspalten. Dieser Vorgang heißt Verzuckerung und ist der Grund für die natürliche Süße und die flüssige Konsistenz. Ohne ihn wäre das Produkt dickflüssig und geschmacklich fade.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat 2024 insgesamt 55 Proben untersucht und nennt für klassische Haferdrinks etwa 3 bis 5,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Zum Vergleich: Kuhmilch liegt bei rund 4,7 Gramm Milchzucker.

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Daraus folgt ein wichtiger Hinweis für den Einkauf: „Ohne Zuckerzusatz“ bedeutet bei Haferdrink nicht zuckerarm. Es bedeutet nur, dass kein Zucker zugegeben wurde. Der Zucker entsteht im Produkt selbst. Die vollständige Untersuchung steht beim LGL Bayern.

Warum sie nicht Hafermilch heißen darf

Im Handel steht immer „Haferdrink“ oder „Hafergetränk“, nie Hafermilch. Der Grund ist rechtlich: Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit stellt klar, dass pflanzliche Ersatzprodukte die Bezeichnung „Milch“ nicht tragen dürfen. Der Begriff ist EU-weit tierischen Erzeugnissen vorbehalten. Umgangssprachlich sagt trotzdem jeder Hafermilch.

Was steckt drin?

Ein Haferdrink hat laut LAVES eine Trockenmasse von etwa 10 Prozent, der Rest ist Wasser. Energetisch liegen Hafer- und Reisdrinks bei 30 bis 50 Kilokalorien pro 100 Milliliter, Kuhmilch bei rund 64. Noch wasserreicher sind viele Nussdrinks: Bei Cashewmilch liegt der Nussanteil oft nur bei wenigen Prozent.

Ernährungsphysiologisch sind zwei Punkte entscheidend. Erstens der Eiweißgehalt: Haferdrink liefert nur rund ein Gramm Eiweiß pro 100 Milliliter, Kuhmilch etwa dreieinhalb. Als Proteinquelle taugt er also nicht.

Zweitens das Kalzium. Hafer enthält von Natur aus kaum Kalzium. Viele Produkte sind deshalb angereichert, was auf der Packung steht. Bio-Produkte dürfen nach EU-Recht nicht angereichert werden, ein Bio-Haferdrink ist als Kalziumquelle also praktisch wertlos. Wer Kuhmilch vollständig ersetzt, sollte das im Blick behalten, ebenso wie Jod, Vitamin B12 und Vitamin B2.

Positiv: Haferdrink liefert Beta-Glucan, einen löslichen Ballaststoff, sowie B-Vitamine, Kalium und Magnesium.

Meine erste Hafermilch ist im Kaffee zerfallen

Ich hatte im Supermarkt die günstigste Hafermilch mitgenommen und sie zu Hause in einen frisch aufgebrühten, ziemlich säurebetonten Filterkaffee gegossen. Was daraus wurde, sah aus wie geronnene Milch: kleine weiße Flocken, die oben schwammen und sich nicht mehr einrühren ließen.

Herkunft

Ursprung: Lund, Schweden. Genau dort steht der Punkt — daneben 400 weitere Lebensmittel und Gerichte, jedes an seinem Herkunftsort.

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Es lag nicht daran, dass die Packung schlecht war. Hitze und Kaffeesäure zusammen bringen das Haferprotein zum Ausflocken, und günstige Standardware ist dagegen kaum stabilisiert. Zwei Dinge haben es bei mir gelöst: eine Barista-Variante mit Säureregulator, und den Kaffee vor dem Eingießen kurz abkühlen zu lassen. Auch die Reihenfolge hilft, also erst die Hafermilch in die Tasse und dann den Kaffee dazu.

Warum flockt Hafermilch im Kaffee?

Ein Klassiker: Der Drink gerinnt beim Eingießen in heißen Kaffee. Verantwortlich sind die Säure des Kaffees und die Hitze, die die Proteine ausflocken lassen. Kalte Milch aus dem Kühlschrank verstärkt den Effekt zusätzlich.

Dagegen helfen drei Dinge: Barista-Versionen kaufen, die Säureregulatoren wie Dikaliumphosphat und etwas mehr Fett enthalten. Den Drink vorwärmen. Und den Kaffee in die Milch gießen statt umgekehrt. Barista-Varianten schäumen dank des zugesetzten Fetts, meist Rapsöl, auch deutlich besser.

Ist Hafermilch glutenfrei?

Hafer selbst enthält kein Gluten im engeren Sinne, wird aber häufig zusammen mit Weizen, Gerste und Roggen angebaut, transportiert und verarbeitet. Ohne ausdrückliche Kennzeichnung „glutenfrei“ ist ein Haferdrink für Menschen mit Zöliakie nicht geeignet. Entsprechende Produkte gibt es, sie verwenden speziell angebauten und getrennt verarbeiteten Hafer.

Ratespiel

Fünf Lebensmittel, eine Weltkarte: Setz den Pin dorthin, wo sie ursprünglich herkommen. Je näher am Ursprung, desto mehr Punkte. Mit dabei: Hafermilch.

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Bläht Hafermilch?

Bei manchen Menschen ja. Verantwortlich sind die löslichen Ballaststoffe, vor allem Beta-Glucan, die im Dickdarm von Bakterien vergoren werden. Wer empfindlich reagiert, steigert die Menge langsam oder wechselt zu einem Drink auf Basis von Mandel oder Soja.

Hafer, Mandel oder Soja?

Alle drei schmecken unterschiedlich und können unterschiedliches. Hafer ist am cremigsten, am süßesten und am universellsten einsetzbar, dabei aber am kohlenhydratreichsten. Mandeldrink ist dünner, nussiger und kalorienärmer, liefert aber praktisch kein Eiweiß. Sojadrink ist der einzige mit einem Proteingehalt auf Kuhmilchniveau, schmeckt dafür deutlich bohnig. Lupinendrink liegt dazwischen, ist aber schwerer zu bekommen.

Ökologisch schneidet Hafer unter den Pflanzendrinks am besten ab, weil er in Europa wächst und wenig Wasser braucht. Beim Mandeldrink sieht das anders aus.

Hafermilch selbst machen

Haferflocken mit kaltem Wasser mixen, durch ein feines Tuch abseihen, fertig. Zwei Dinge sind wichtig: kaltes Wasser und kurzes Mixen, höchstens 30 Sekunden. Wird der Hafer warm oder zu lange bearbeitet, quillt die Stärke auf und das Ergebnis wird schleimig. Die selbstgemachte Version schmeckt frischer, ist aber weniger süß, weil die enzymatische Verzuckerung fehlt, und hält nur zwei bis drei Tage.

Zum Weiterspielen: Hafer wächst in halb Europa, der Haferdrink stammt dagegen aus einem einzigen Labor. In Zungo setzt du den Pin dafür selbst auf die Weltkarte.

Sarah
Sarah
Mein Kühlschrank sieht selten nach Wocheneinkauf aus, eher nach Rückreise vom Asiamarkt: Sumach, Kung Pao Soße, eine Durian, die im Treppenhaus schon für Beschwerden gesorgt hat. Seit 2018 schreibe ich hier über genau solche Zutaten und darüber, warum das Umami einer Soße oft mehr über sie verrät als die Zutatenliste. Wenn ein Produkt hält, was die Verpackung verspricht, schreibe ich das. Wenn nicht, ebenfalls.
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