
Schwarze Bohnen schmecken erdig-nussig mit einer dezenten Süße, die deutlich intensiver ist als bei weißen Bohnen. Gekocht werden sie außen zart, innen leicht mehlig-cremig, und ihre dunkle Schale färbt das Kochwasser tief violett-schwarz, was Suppen und Eintöpfen mit ihnen eine charakteristische, fast samtige Farbe verleiht. Ihr kräftigeres Aroma macht sie robuster gegenüber intensiven Gewürzen als hellere Bohnensorten.
Herkunft und Anbau
Wie alle Sorten der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) stammen auch schwarze Bohnen ursprünglich aus Amerika. Archäologische Funde belegen ihre Nutzung in Peru bereits um 6000 v. Chr. und in Chile um 2700 v. Chr. Von dort verbreitete sich die Pflanze in vorkolumbischer Zeit über beide amerikanische Kontinente, bevor sie im 16. Jahrhundert nach Europa gelangte. Schwarze Bohnen zählen zu den kleinsamigen, dunkelschaligen Kernbohnensorten und sind bis heute vor allem in Lateinamerika, der Karibik und Teilen Afrikas ein zentrales Grundnahrungsmittel.
Von den Tausenden Bohnensorten weltweit unterscheidet man grob Filetbohnen mit grünen, essbaren Hülsen, Wachsbohnen mit gelben Hülsen und Kernbohnen, zu denen die schwarze Bohne als reine Trockenkochbohne gehört: Geerntet und verzehrt wird hier ausschließlich der reife Kern, nicht die Hülse.
Geschmacksprofil im Detail
Im Vergleich zu milderen weißen oder hellen Kidney-Bohnen fallen schwarze Bohnen durch ein kräftigeres, erdigeres Aroma mit leicht süßlichen und nussigen Nuancen auf. Gekocht werden sie cremig-weich, bleiben aber, richtig gegart, formstabil genug, um nicht sofort zu einem reinen Brei zu zerfallen. Die dunkle Schale ist reich an Anthocyanen, denselben Farbstoffen, die auch Heidelbeeren oder Rotkohl ihre Farbe geben, und sorgt beim Kochen für das charakteristische dunkle, fast tintige Kochwasser.
Ihr robusterer Eigengeschmack verträgt kräftige Würzung gut: Kreuzkümmel, Chili, Knoblauch, Lorbeer und geräucherte Zutaten wie Speck oder Chorizo setzen sich neben den Bohnen durch, statt von ihnen überdeckt zu werden, was schwarze Bohnen zur bevorzugten Wahl für herzhafte, würzige Eintöpfe macht.
Verwendung in der Küche
In Brasilien bilden schwarze Bohnen die Basis der Feijoada, einem von Portugiesen geprägten Eintopf aus Bohnen und verschiedenen Fleischsorten, der sich über Portugal in dessen ehemalige Kolonien verbreitete und in Brasilien und Angola heute als Nationalgericht gilt. Die brasilianische Feijoada completa vereint schwarze Bohnen mit Trockenfleisch, Räucherwürsten und Gewürzen wie Nelken und Lorbeer, serviert mit Reis, geröstetem Maniokmehl (Farofa), gedünstetem Grünkohl und Orangenscheiben.
In Kuba und weiten Teilen Mittelamerikas sind schwarze Bohnen als Frijoles Negros fester Bestandteil praktisch jeder Mahlzeit, meist mit Reis, Kreuzkümmel, Oregano und Lorbeer gekocht. Auch in mexikanischen Gerichten wie Burritos, Tacos oder als pürierte Bohnenpaste sind sie verbreitet, ebenso in einfachen, sättigenden Suppen, bei denen die Bohnen selbst durch das lange Köcheln eine sämige Konsistenz entwickeln.
Nährwerte
Getrocknete Bohnen liefern im Schnitt pro 100 Gramm rund 21 Gramm Eiweiß, 35 Gramm Kohlenhydrate und etwa 23 Gramm Ballaststoffe bei rund 227 Kilokalorien. Sie sind reich an Kalium, Magnesium, Eisen und B-Vitaminen und gelten damit als wertvolle pflanzliche Proteinquelle, die sich gut für eine ausgewogene, fleischreduzierte Ernährung eignet. Wie bei allen Hülsenfrüchten sollten getrocknete Bohnen vor dem Verzehr ausreichend eingeweicht und vollständig durchgegart werden, da rohe oder ungenügend gekochte Bohnen das Verdauungssystem reizende Stoffe enthalten.


