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Ist Reis glutenfrei?

Schale mit gekochtem weißem Reis und Dampf

Ja, Reis ist von Natur aus glutenfrei und zählt zu den Grundnahrungsmitteln, die Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit bedenkenlos essen können. Wichtig ist trotzdem, auf Verarbeitung und Kennzeichnung zu achten, denn bei stark verarbeiteten Reisprodukten kann Gluten über andere Zutaten oder Kreuzkontamination hineingelangen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder ernährungswissenschaftliche Beratung. Die Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen, unabhängigen Quellen (u. a. DGE, BZfE, Verbraucherzentrale, BfR). Bei Allergien, Vorerkrankungen oder konkreten gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Ernährungsfachkraft.

Was ist Gluten überhaupt?

Gluten ist der Oberbegriff für eine Gruppe von Klebereiweißen, die von Natur aus in Getreidearten der Weizenfamilie vorkommen. In Verbindung mit Wasser bildet Gluten beim Kneten ein elastisches Netzwerk, das Teig zusammenhält und Backwaren ihre Struktur gibt. Glutenhaltig sind Weizen, Roggen, Gerste sowie Dinkel, Einkorn und Emmer. Auch handelsüblicher Hafer gilt in der Praxis als Risikogetreide, weil er häufig in denselben Anlagen wie Weizen verarbeitet wird und dadurch Spuren von Gluten enthalten kann, selbst wenn Hafer selbst botanisch kein klassisches Gluten bildet.

Warum ist Reis glutenfrei?

Reis gehört zu einer anderen Getreidefamilie als Weizen und bildet von Natur aus keine Gluten-Proteine. Zusammen mit Hirse, Mais sowie Pseudogetreide wie Quinoa, Amarant und Buchweizen zählt Reis damit zu den Getreidearten, die Menschen mit Zöliakie bedenkenlos essen können. Bei Zöliakie handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem überempfindlich auf Gluten reagiert und eine chronische Entzündung der Dünndarmschleimhaut auslöst, wodurch der Körper weniger Nährstoffe aufnehmen kann. Laut Gesundheitsinformation.de ist eine konsequent glutenfreie Ernährung derzeit die einzige wirksame Behandlung, da schon kleinste Mengen Gluten die Entzündung erneut auslösen können.

Verschiedene Reissorten in Holzschalen
Ob weiß, braun oder wild: Alle gängigen Reissorten sind von Natur aus glutenfrei.

Worauf sollten Menschen mit Zöliakie bei Reis trotzdem achten?

Auch wenn das Reiskorn selbst kein Gluten enthält, kann es bei der Verarbeitung zu Kreuzkontamination kommen, etwa wenn Reis in Anlagen abgefüllt wird, in denen auch glutenhaltiges Getreide verarbeitet wird. Für Menschen mit Zöliakie ist deshalb die Kennzeichnung entscheidend: Glutenfreie Produkte tragen in Deutschland häufig das Symbol der durchgestrichenen Ähre der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft. Als gesetzlicher Grenzwert für als „glutenfrei“ deklarierte Lebensmittel gelten maximal 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm. Auch bei zusammengesetzten Produkten wie Reiswaffeln, Fertiggerichten mit Reis oder Sojasauce auf Reisbasis lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste, da hier zusätzliche glutenhaltige Zutaten enthalten sein können.

Ist naturbelassener Reis unbedenklich?

Für die Glutenfrage ja, in einem anderen Punkt lohnt sich aber ein differenzierter Blick: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass Reis aufgrund seiner Anbaubedingungen im Vergleich zu anderen Getreidearten vergleichsweise hohe Gehalte an anorganischem Arsen enthalten kann, einem als krebserregend eingestuften Schwermetall. Für die krebserregende Wirkung von anorganischem Arsen lässt sich laut BfR keine unbedenkliche Aufnahmemenge festlegen. Das Institut empfiehlt daher, Reisprodukte wie Reiswaffeln oder Reisflocken nur in Maßen zu verzehren und mit Getreidealternativen wie Mais oder Vollkornprodukten aus Weizen abzuwechseln, sofern keine Zöliakie vorliegt.

Ist glutenfreie Ernährung auch für Gesunde sinnvoll?

Wer keine Zöliakie oder Weizenunverträglichkeit hat, profitiert nach aktuellem Kenntnisstand nicht automatisch von einer glutenfreien Ernährung. Glutenfreie Fertigprodukte enthalten laut Bundeszentrum für Ernährung oft weniger Ballaststoffe sowie weniger B-Vitamine, Eisen und Zink als ihre glutenhaltigen Pendants, da diese Nährstoffe teils aus den Randschichten des Getreidekorns stammen, die bei glutenfreien Ersatzprodukten anders verarbeitet werden. Für gesunde Menschen ist eine bewusst glutenfreie Ernährung also kein automatischer Gesundheitsgewinn, sondern in erster Linie für Menschen mit diagnostizierter Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit medizinisch notwendig.

Reis im Speiseplan bei Zöliakie

Als Beilage, in Currys, Suppen oder als Basis für Reismehl-Backwaren ist Reis eine vielseitige und verlässlich glutenfreie Zutat. Wichtig bleibt der Blick auf verarbeitete Produkte und ihre Kennzeichnung – das Reiskorn selbst stellt dabei kein Risiko dar.