
„Al dente“ ist Italienisch und bedeutet wörtlich „für den Zahn“ – gemeint ist damit der ideale Gargrad von Pasta oder Gemüse, bei dem außen alles weich ist, innen aber noch ein fester Kern spürbar bleibt. Wer beim Kauen also noch einen leichten Widerstand spürt, hat die Nudeln oder das Gemüse genau richtig gegart.
Eine überraschend junge Bezeichnung
Obwohl Pasta in Italien schon seit Jahrhunderten gegessen wird, ist der Begriff „al dente“ selbst noch relativ jung: Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein wurden Nudeln beinahe überall so weich gekocht, dass sie fast zerfielen – mittelalterliche Pastarezepte geben teils Kochzeiten von bis zu einer Stunde an. Erst nach 1918 taucht der Begriff „al dente“ erstmals auf, vermutlich zuerst in Neapel.

Wie sich der Begriff durchgesetzt hat
In Neapel gab es Nudeln bereits im 16. Jahrhundert als beliebten Straßensnack. Damit die Kundschaft nicht zu lange warten musste, verkürzten Straßenverkäufer die Kochzeit auf wenige Minuten und servierten die Pasta entsprechend bissfester – die Geburtsstunde des heutigen „al dente“-Standards, der sich von dort aus in ganz Italien und schließlich international durchsetzte.
Typische Garzeiten im Überblick
Je nach Nudelform variiert die Zeit bis zum perfekten Al-dente-Punkt:
- Spaghetti: etwa 8 bis 10 Minuten
- Penne: etwa 11 bis 13 Minuten
- Fusilli: etwa 10 bis 12 Minuten
Am zuverlässigsten testet man den Garpunkt durch Probieren kurz vor Ende der auf der Verpackung angegebenen Kochzeit, da diese je nach Marke und Nudeldicke leicht variieren kann.
Auch bei Gemüse gefragt
Das Prinzip lässt sich nicht nur auf Pasta übertragen: Auch Gemüse wie Brokkoli, Möhren oder grüne Bohnen schmeckt vielen Menschen al dente am besten – es bleibt dabei bissfest und behält mehr Vitamine sowie eine appetitliche Farbe, als wenn es weichgekocht wird.



