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Was ist Clean Eating?

Unverarbeitete Lebensmittel als Symbol für Clean Eating

Clean Eating steht für eine Ernährungsweise, die möglichst unverarbeitete, naturbelassene Lebensmittel in den Mittelpunkt stellt und industriell stark verarbeitete Produkte, Zusatzstoffe sowie zugesetzten Zucker konsequent meidet. Der Begriff bedeutet wörtlich „sauberes Essen“ und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der meistdiskutierten Ernährungstrends entwickelt.

Was die Wissenschaft dazu sagt

Ein Ernährungswissenschaftler der Universität Freiburg ordnet moderates Clean Eating als das ein, was es im Kern ist: eine ausgewogene Mischkost, keine extreme Ernährungsform. Kritischer äußert sich Julia Fischer von der Ernährungsberatung UGB, die viele Clean-Eating-Prinzipien als „altes Wissen neu verpackt“ beschreibt – klassische Vollkornprodukte werden dabei lediglich unter einem trendigeren Namen präsentiert.

Unverarbeitete Lebensmittel als Symbol für Clean Eating
Im Kern steht bei Clean Eating der Verzicht auf stark verarbeitete Lebensmittel.

Welche Versprechen wissenschaftlich nicht belegt sind

Mehrere gängige Clean-Eating-Behauptungen halten einer genaueren Prüfung nicht stand:

  • „Entgiftung“ durch grüne Smoothies: Das Konzept von „Schlacken“ im Körper, die bei gesunden Menschen Krankheiten verursachen sollen, gilt als wissenschaftlich nicht haltbar.
  • Superfood-Überlegenheit: Exotische Superfoods wie Quinoa, Goji-Beeren oder Chiasamen bieten keinen belegbaren Vorteil gegenüber heimischen Alternativen wie Hirse, Leinsamen oder Blaubeeren.
  • Frühstückspflicht: Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Frühstück eine besondere Bedeutung hat oder viele kleine Mahlzeiten beim Abnehmen effektiver sind als wenige große.
  • Zusätzliches Wassertrinken: Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2015 fand keinen belegten Nutzen von zusätzlichem Wasserkonsum über den Ersatz kalorienhaltiger Getränke hinaus.

Die Kehrseite: Orthorexie

Die britische Ärztin Margaret McCartney bringt Clean Eating explizit mit Orthorexia nervosa in Verbindung – der zwanghaften Fixierung auf gesundes Essen. Werden die Regeln zu strikt befolgt und ganze Lebensmittelgruppen wie Gluten, Milchprodukte oder tierische Produkte pauschal ausgeschlossen, drohen Nährstoffmängel und in manchen Fällen eine ernstzunehmende Essstörung.

Wer sich für weitere, wissenschaftlich fundierte Ernährungsansätze interessiert, findet im Artikel zur Paleo-Ernährung einen weiteren populären, aber ebenfalls kritisch zu betrachtenden Trend.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische, ernährungswissenschaftliche oder rechtliche Beratung. Er richtet sich nicht an Menschen mit einer Essstörung – bei Betroffenheit oder Verdacht auf eine Essstörung wird empfohlen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bei gesundheitlichen Fragen, Unverträglichkeiten oder Unsicherheiten bezüglich Verzehr, Dosierung oder Risiken wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt, eine Ernährungsberatung oder eine andere qualifizierte Fachperson.