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Ist Pistazie eine Nuss?

Pistazien in der Schale und geschält auf einem Holzuntergrund

Botanisch gesehen ist die Pistazie keine echte Nuss, sondern eine Steinfrucht, verwandt mit Kirschen, Pflaumen und Mandeln. Im allgemeinen Sprachgebrauch, im Handel und in der Küche wird sie trotzdem als Nuss bezeichnet und verwendet, ganz ähnlich wie Mandeln oder Cashewkerne.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder ernährungswissenschaftliche Beratung. Die Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen, unabhängigen Quellen (u. a. DGE, BZfE, Verbraucherzentrale, BfR). Bei Allergien, Vorerkrankungen oder konkreten gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Ernährungsfachkraft.

Warum die Pistazie botanisch keine Nuss ist

Die Pistazie (Pistacia vera) gehört zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae) und ist damit unter anderem mit Mango und Cashew verwandt. Laut Wikipedia bildet der Pistazienbaum eine „fleischige, grün bis gelblich-rötliche einsamige Steinfrucht“ aus. Das entscheidende Merkmal einer Steinfrucht ist der Aufbau: Ein weiches, fleischiges Außengewebe umschließt einen harten Kern, in dem sich der eigentliche Samen befindet. Genau das trifft auf die Pistazie zu, nur dass die fleischige Außenhülle bei der Ernte meist schon entfernt wird und lediglich die harte, beigefarbene Schale mit dem grünen Kern übrig bleibt.

Botanisch echte Nüsse dagegen entstehen anders: Bei ihnen verholzt die gesamte Fruchtwand zu einer harten Schale, die sich nicht von selbst öffnet, etwa bei Haselnuss oder Esskastanie. Die Pistazie hingegen springt bei der Reife an einer Nährstelle von selbst auf, ein weiteres Indiz dafür, dass sie botanisch keine Nuss ist, auch wenn sie umgangssprachlich als solche gilt.

Herkunft und Anbau

Die Pistazie stammt ursprünglich aus dem Gebiet des heutigen Iran, Afghanistan und Zentralasien, wo sie laut Wikipedia bereits seit Jahrtausenden kultiviert wird. Heute liegt die weltweit größte Anbaufläche in der Türkei, gefolgt von Kalifornien und dem Iran selbst. In Europa spielen vor allem Griechenland, Spanien und Italien eine Rolle. Pistazienbäume gedeihen in trockenem, warmem Klima, können mehrere hundert Jahre alt werden und entwickeln ihre Früchte über den Sommer, die Ernte findet meist im September statt.

Nährwerte der Pistazie

Nährstofftechnisch braucht sich die Pistazie hinter klassischen Nüssen nicht zu verstecken. Nach Angaben von Wikipedia liefern 100 Gramm geschälte Pistazien rund 518 Kilokalorien, etwa 18 Gramm Eiweiß, 52 Gramm Fett und knapp 11 Gramm Ballaststoffe. Damit gehört sie zu den eiweißreicheren Kernen und liefert überwiegend ungesättigte Fettsäuren.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, täglich eine kleine Handvoll Nüsse zu essen, umgerechnet etwa 25 Gramm. Als Begründung nennt die DGE, dass Nüsse ungesättigte Fettsäuren, pflanzliches Eiweiß, B-Vitamine, Vitamin E sowie Mineralstoffe liefern. Studien zeigten zudem, dass regelmäßiger Nusskonsum trotz des hohen Kaloriengehalts nicht automatisch zu einer Gewichtszunahme führt. Nach Einschätzung der DGE kann der regelmäßige Verzehr von Nüssen zudem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken, begründet mit dem Zusammenspiel aus ungesättigten Fettsäuren, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Wichtig dabei: Die Empfehlung bezieht sich auf ungesalzene, ungeröstete Nüsse als Teil einer insgesamt ausgewogenen Ernährung, nicht auf einzelne Lebensmittel als Wundermittel.

Küche und Verwendung

In der Küche wird die Pistazie ganz selbstverständlich wie eine Nuss behandelt: geröstet und gesalzen als Knabberei, gemahlen in Süßwaren wie Mozartkugeln und Pralinen, als Farbgeber in Speiseeis oder klein gehackt als Garnitur auf Desserts und herzhaften Gerichten. Auch in der Wurstherstellung, etwa bei Mortadella, kommt sie traditionell zum Einsatz. Wer mehr über Geschmack, Sorten und Verwendung der Pistazie erfahren möchte, findet Details im Artikel Wie schmecken Pistazien?.

Pistazieneis in einer Schale mit gehackten Pistazien garniert
Ob als Eis, Praline oder Knabberei: Pistazien werden in der Küche wie Nüsse verwendet, obwohl sie botanisch Steinfrüchte sind.

Nuss oder nicht: Was in der Praxis zählt

Wer genau hinschaut, erkennt: Die Pistazie ist botanisch eine Steinfrucht und keine echte Nuss. Kulinarisch, ernährungsphysiologisch und im Alltag spielt diese Unterscheidung aber kaum eine Rolle, dort zählt sie zu Recht zur großen Familie der Nüsse zum Knabbern.