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Wie schmeckt Kiwi?

Aufgeschnittene Kiwi mit saftig-grünem Fruchtfleisch und schwarzen Kernen neben einer ganzen Kiwi
Kiwi: süß-säuerlicher Geschmack und viel Vitamin C

Kiwi gehört zu den Früchten, die fast jeder kennt, aber nicht jeder wirklich einordnen kann. Grundsätzlich schmeckt sie süß-säuerlich und erinnert an eine Mischung aus Erdbeere, Stachelbeere und Melone. Wie stark die einzelnen Aromen hervortreten, hängt allerdings stark davon ab, welche Sorte man in der Hand hat und wie reif sie ist.

Ich habe mir beide gängigen Varianten genauer angeschaut: die klassische grüne Kiwi und die mildere goldene Kiwi. Dazu gibt es einen Blick auf Herkunft, Nährwerte und ein paar praktische Tipps zum Verzehr.

Wie schmeckt Kiwi genau?

Bei der grünen Kiwi, der klassischen Sorte aus fast jedem Supermarkt, dominiert die Säure. Reif schmeckt sie süß-säuerlich und angenehm spritzig, unreif dagegen deutlich herber und fast schon sauer. Genau wie bei der Papaya entscheidet also vor allem der Reifegrad darüber, wie das Geschmackserlebnis am Ende ausfällt.

Die gelbe oder goldene Kiwi ist milder und deutlich süßer. Statt der herben Säure schmeckt man eher tropische Noten von Mango, Pfirsich und Honig heraus. Wer Kiwi bisher nur als sauer in Erinnerung hat, sollte unbedingt mal eine goldene Sorte probieren.

Ein einfacher Trick, um die Reife vor dem Kauf einzuschätzen: sanft mit dem Finger auf die Frucht drücken. Gibt sie leicht nach, ist sie reif und süß. Bleibt sie hart, braucht sie noch ein paar Tage auf der Küchenablage.

Aussehen und Konsistenz

Unter der braunen, leicht behaarten Schale verbirgt sich sattes Grün oder, je nach Sorte, ein warmes Gold. In der Mitte sitzt ein heller Strunk, umgeben von einem Kranz aus winzigen schwarzen Kernen. Reifes Fruchtfleisch ist weich, saftig und gibt beim Anschneiden leicht nach.

Die Kerne sind komplett essbar und sorgen für ein feines Knuspern beim Kauen, ohne den Geschmack zu stören.

Nahaufnahme von Kiwischeiben mit grünem Fruchtfleisch und schwarzen Kernen
Die haarige Schale der grünen Kiwi ist essbar, wenn sie gut gewaschen wird

Herkunft: von China nach Neuseeland

Ursprünglich stammt die Kiwi aus China, wo sie jahrhundertelang unter dem Namen Yang Tao wuchs. Anfang des 20. Jahrhunderts brachte eine neuseeländische Lehrerin die ersten Samen mit nach Hause, wo die Frucht zunächst als Chinesische Stachelbeere bekannt wurde. Erst 1959 bekam sie ihren heutigen Namen, benannt nach dem neuseeländischen Nationalvogel.

Heute liegt China wieder an der Spitze der Erzeugerländer, gefolgt von Italien und Neuseeland, das vor allem für seine Premiumqualität bekannt ist. Ähnlich wie bei der Drachenfrucht zeigt sich auch bei der Kiwi, wie schnell sich exotische Früchte innerhalb weniger Jahrzehnte weltweit verbreiten können.

Nährwerte: mehr Vitamin C als eine Orange

Kiwi gehört zu den nährstoffreichsten Früchten überhaupt. Schon eine einzige Frucht deckt einen Großteil des täglichen Vitamin-C-Bedarfs, bei der goldenen Sorte sogar mehr als eine Orange. Dazu liefert sie reichlich Ballaststoffe, vor allem wenn man die Schale mitisst, sowie Kalium und Vitamin E, die beide gut für Herz und Kreislauf sind.

Mit rund 55 bis 60 Kalorien pro 100 Gramm ist sie dabei erstaunlich leicht.

Wie man Kiwi am besten isst

Am einfachsten: halbieren und mit dem Löffel auslöffeln. Wer mag, isst die Schale gleich mit, gut abgewaschen liefert sie zusätzliche Ballaststoffe. Im Smoothie macht sich Kiwi gut zusammen mit Banane, Apfel oder Spinat, im Obstsalat sorgt sie für Farbe und eine erfrischende Säure.

Ein Punkt, den viele nicht wissen: Das Enzym Actinidin in der Kiwi spaltet Eiweiß. Deshalb wird Götterspeise oder Sahne, die mit roher Kiwi in Kontakt kommt, nicht richtig fest. Kurzes Aufkochen der Kiwi neutralisiert das Enzym und löst das Problem.

Aufgeschnittene grüne und goldene Kiwi im direkten Vergleich
Grüne Kiwi schmeckt süß-säuerlich, die goldene Sorte deutlich milder und süßer

Kiwi als natürlicher Fleischzartmacher

Genau dieses Enzym, Actinidin, macht die Kiwi auch in der Küche jenseits von Obstsalat interessant. Es baut Fleischproteine ab und lockert das Bindegewebe, weshalb Kiwischeiben oder eingeriebene Kiwischale als natürlicher Fleischzartmacher funktionieren. Forscher der Massey University in Neuseeland haben das Prinzip in mehreren Studien untersucht, eine 2022 veröffentlichte Untersuchung zeigte zudem, dass Kiwiextrakt sogar die Verdauung anderer Proteinquellen verbessern kann.

In der Praxis reichen meist 30 Minuten bis zwei Stunden Marinierzeit, je nach Fleischsorte. Länger sollte man es nicht stehen lassen, sonst wird die Oberfläche schnell matschig statt zart.

Ob pur gelöffelt, im Smoothie oder als Marinade fürs Grillfleisch: Kiwi ist deutlich vielseitiger, als ihr kleiner Auftritt im Obstkorb vermuten lässt.

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