
Im Obstregal liegt sie meist zwischen Grapefruits und Orangen, fällt aber sofort durch ihre schiere Größe auf: Manche Pomelos bringen es auf einen Durchmesser, der locker zwei Grapefruits nebeneinander übertrifft. Wer die dicke Schale zum ersten Mal entfernt, ist oft überrascht, wie wenig essbares Fruchtfleisch am Ende übrig bleibt – und wie mild dieses dann tatsächlich schmeckt. Ich habe mir angeschaut, wie Pomelo wirklich schmeckt, was sie von Grapefruit und Pampelmuse unterscheidet und woher sie stammt.
Wie schmeckt Pomelo?
Pomelo schmeckt fruchtig-süß mit einer feinen Säure, saftig und angenehm mild – deutlich weniger bitter als eine klassische Grapefruit. Die Bitterstoffe, die bei Grapefruit oft dominieren, treten bei der Pomelo stark in den Hintergrund, stattdessen überwiegt eine runde, fast schon dezente Zitrusnote. Je nach Sorte und Reifegrad kann der Geschmack von deutlich süß bis leicht herb variieren, generell gilt die Pomelo aber als die mildeste und zugänglichste unter den großen Zitrusfrüchten. Das Fruchtfleisch ist dabei fester und körniger als bei einer Grapefruit, die einzelnen Fruchtfleischblasen platzen beim Kauen spürbar auf.

Unterschied zu Grapefruit und Pampelmuse
Die botanische Verwandtschaft sorgt regelmäßig für Verwirrung: Die Pomelo wird botanisch der Pampelmuse zugeordnet, trägt aber auch genetische Anteile der Grapefruit in sich, da die Grapefruit historisch selbst aus einer Kreuzung von Pampelmuse und Orange entstanden ist. Im direkten Vergleich ist die Pomelo größer als eine Grapefruit, aber häufig etwas kleiner als eine ausgewachsene Pampelmuse, die einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern erreichen kann. Geschmacklich liegt sie klar zwischen beiden: milder und süßer als die oft intensiv-bittere Grapefruit, dabei aber saftiger und weniger trocken-faserig als die traditionelle Pampelmuse.
Aufbau: Warum von der Frucht so wenig übrig bleibt
Eine Pomelo besteht zu einem großen Teil aus dicker, weißer Schale und Trennhäuten, die deutlich fester und dicker ausfallen als bei Orange oder Grapefruit. Diese weiße Schicht schmeckt intensiv bitter und wird nicht mitgegessen, ebenso wenig wie die zähen Häutchen um die einzelnen Fruchtfleischsegmente, die vor dem Verzehr meist entfernt werden. Dadurch bleibt vom Gesamtgewicht am Ende oft nur ein vergleichsweise kleiner Anteil essbares Fruchtfleisch übrig – ein Grund, warum sich das Schälen einer Pomelo deutlich länger hinzieht als bei den meisten anderen Zitrusfrüchten.
Nährwerte und Vitamin C
Pomelo ist mit rund 38 Kilokalorien pro 100 Gramm eine der kalorienärmsten Früchte überhaupt. Ihr Vitamin-C-Gehalt schwankt je nach Sorte und Herkunft zwischen etwa 41 und 122 Milligramm pro 100 Gramm und liegt damit häufig über dem einer Zitrone. Verantwortlich für die charakteristische Restbitterkeit ist der Pflanzenstoff Naringin, der im Körper zu Naringenin umgewandelt wird. Wichtig zu wissen: Naringin hemmt ein Leberenzym (CYP3A4), das am Abbau zahlreicher Medikamente beteiligt ist – ähnlich wie bei Grapefruit kann der Verzehr von Pomelo daher die Wirkung bestimmter Arzneimittel, etwa manche Cholesterinsenker oder Blutdruckmedikamente, verstärken. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte im Zweifel Rücksprache mit Arzt oder Apotheke halten.
Herkunft und Saison
Ihren Ursprung hat die Pomelo vermutlich in Südostasien und Südchina, wo sie seit Jahrhunderten kultiviert wird, bevor sie ab den 1970er-Jahren auch außerhalb Asiens populär wurde. Ein Großteil der in Deutschland erhältlichen Pomelos wird nach wie vor aus China importiert, saisonal ergänzt durch Ware aus Israel in den Wintermonaten sowie Südafrika, wodurch sie hierzulande praktisch ganzjährig verfügbar ist. Wer noch andere ungewöhnliche Zitrusfrüchte kennenlernen möchte, findet mit der japanischen Yuzu ein weiteres Beispiel dafür, wie unterschiedlich Zitrusaromen ausfallen können – deutlich säurebetonter und intensiver blumig als die eher milde Pomelo.



