StartKulinarische FeiertageTag gegen Lebensmittelverschwendung am 29. September: Zahlen und Ursachen

Tag gegen Lebensmittelverschwendung am 29. September: Zahlen und Ursachen

Der Internationale Tag gegen Lebensmittelverschwendung am 29. September wurde von den Vereinten Nationen beschlossen und erstmals 2020 begangen. Er ist damit einer der jüngsten Termine in diesem Kalender und einer der wenigen, bei denen es nicht ums Essen geht, sondern ums Wegwerfen.

Die deutschen Zahlen

Die amtliche Statistik, die Deutschland an die EU-Kommission meldet, ergibt ein deutliches Bild. Rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittel landen hierzulande jährlich im Abfall.

Der größte Anteil entsteht dabei nicht in Industrie oder Handel:

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Zehn Nahaufnahmen, vier Antworten pro Bild. Die ersten sind machbar, ab der Mitte wird es unangenehm.

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  • Private Haushalte verursachen etwa 58 Prozent, also rund 6,3 Millionen Tonnen
  • Das entspricht ungefähr 74,5 Kilogramm pro Kopf und Jahr

Eine wichtige Einordnung dazu: In diesen 74,5 Kilogramm steckt auch Unvermeidbares wie Eierschalen, Kaffeesatz sowie Obst- und Gemüseschalen. Der tatsächlich vermeidbare Anteil liegt darunter, ist aber immer noch erheblich.

Weltweit werden nach Schätzungen mehr als eine Milliarde Tonnen Lebensmittel weggeworfen, während gleichzeitig Hunderte Millionen Menschen hungern. Diese Gleichzeitigkeit ist auch der Kern des Welternährungstags gut zwei Wochen später.

Was am häufigsten weggeworfen wird

Die Rangfolge ist erstaunlich stabil:

  • Obst und Gemüse machen über ein Drittel aus
  • An zweiter Stelle stehen zubereitete Speisen, also Reste
  • Danach folgen Brot und Backwaren

Alle drei Gruppen haben dasselbe Problem: Sie verderben sichtbar und schnell, und sie werden häufig in größeren Mengen gekauft oder zubereitet als tatsächlich gebraucht.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum

Der wahrscheinlich folgenreichste Irrtum im Haushalt betrifft zwei Angaben, die ständig verwechselt werden.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist eine Qualitätsangabe des Herstellers. Es sagt, bis wann das Produkt bei richtiger Lagerung seine typischen Eigenschaften behält, also Geschmack, Farbe und Konsistenz. Danach ist es nicht verdorben, sondern nur nicht mehr garantiert unverändert. Nudeln, Reis, Mehl, Konserven, Zucker und Honig sind oft weit darüber hinaus einwandfrei.

Das Verbrauchsdatum steht dagegen auf leicht verderblichen Produkten wie Hackfleisch oder frischem Fisch und lautet zu verbrauchen bis. Diese Grenze ist hart: Danach darf das Produkt nicht mehr verkauft und sollte nicht mehr gegessen werden. Warum das gerade bei Hackfleisch so streng ist, steht im Beitrag zum Tag des Hamburgers.

Praktisch heißt das: Bei Mindesthaltbarkeitsdatum gilt schauen, riechen, probieren. Bei Verbrauchsdatum gilt das Datum.

Was im Haushalt tatsächlich hilft

Die wirksamsten Maßnahmen sind unspektakulär und betreffen fast alle die Lagerung:

  • Einfrieren statt wegwerfen. Das gilt für Brot, Milch, Wurst und viele andere Produkte, bei denen die meisten es nicht vermuten
  • Richtige Temperatur. Tomaten und Kartoffeln gehören nicht in den Kühlschrank, Brot ebenfalls nicht
  • Älteres nach vorne. Der Klassiker aus dem Handel funktioniert auch im eigenen Regal
  • Reste einplanen statt aufheben. Zubereitete Speisen sind die zweithäufigste Abfallgruppe, weil sie im Kühlschrank in Vergessenheit geraten
Aufgeräumter Kühlschrank mit Glasdosen voller Reste, Gemüsefach und Milchprodukten, ältere Ware vorn
Ältere Ware nach vorne, Reste sichtbar lagern: die wirksamsten Maßnahmen sind unspektakulär (Bild KI-generiert)

Warum Obst und Gemüse so oft betroffen sind

Hier spielt die Optik eine große Rolle. Ein Apfel mit Druckstelle, eine leicht schrumpelige Karotte oder eine Tomate mit Riss sind einwandfrei essbar, entsprechen aber nicht dem Bild, das Handel und Kundschaft erwarten. Ein erheblicher Teil der Verluste entsteht deshalb schon vor dem Verkauf.

Im Haushalt kommt hinzu, dass viele Früchte nach dem Kauf weiterreifen und dabei sehr schnell den Punkt überschreiten, an dem sie noch appetitlich wirken. Ein Blick auf die Lagerung hilft mehr als der Vorsatz, weniger zu kaufen.

Weitere Termine dieser Art, vom Erntedankfest im Oktober bis zum Tag des Brotes, stehen in unserer Übersicht der kulinarischen Feiertage.

Quellen

Raphael
Raphael
Seit 2018 beschreibe ich auf wie-schmeckt.de, wie Lebensmittel schmecken, inzwischen über 400 davon. Mich interessiert weniger die Bewertung als die Beschreibung: Wie fasst man Geschmack so in Worte, dass ihn sich jemand vorstellen kann, der es nie probiert hat? Daneben werte ich aus, wonach in Deutschland tatsächlich gesucht wird, zuletzt im Geschmacksreport 2026. Für Rückfragen und Datenanfragen bin ich über das Kontaktformular erreichbar.
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