StartFrüchteWie schmeckt Guave?

Wie schmeckt Guave?

Eine reife Guave schmeckt süß-säuerlich und stark aromatisch, mit einer blumigen, moschusartigen Note, die entfernt an Birne, Erdbeere und Quitte zugleich erinnert. Was sie unverwechselbar macht, ist weniger der Geschmack als der Duft: Eine einzige reife Frucht parfümiert einen ganzen Raum.

Wie schmeckt Guave genau?

Der Geschmack hängt stark an der Reife. Unreif ist die Guave hart, grün und deutlich adstringierend, mit einem trockenen, pelzigen Zug im Mund. Reif wird sie weich, süß und intensiv duftend, und die Säure tritt in den Hintergrund.

Auch die Sorte spielt eine große Rolle. Guaven mit rosa bis rotem Fruchtfleisch sind meist süßer, weicher und ausgeprägter im Aroma. Sorten mit weißem Fruchtfleisch bleiben fester, schmecken säuerlicher und werden in Südostasien häufig knackig und noch leicht unreif gegessen, gern mit Salz, Chili und Limette.

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Botanisch gehört die Guave (Psidium guajava) zu den Myrtengewächsen und ist damit mit Gewürznelke, Eukalyptus und Feijoa verwandt. Diese Verwandtschaft schmeckt man: Im Hintergrund liegt eine leicht harzige, fast eukalyptusartige Frische.

Reife erkennen

Drei Anzeichen zusammen sind zuverlässig: Die Schale wechselt von Grün zu Gelb, die Frucht gibt auf leichten Druck nach, und sie duftet deutlich. Guaven, die im Supermarkt hart und grün liegen, reifen bei Zimmertemperatur nach, neben einem Apfel deutlich schneller.

In den Kühlschrank gehören sie erst, wenn sie reif sind. Dort halten sie sich noch einige Tage, verlieren aber schnell an Aroma. Bei Zimmertemperatur ist eine reife Guave nur zwei bis drei Tage haltbar.

Wie isst man eine Guave?

Am einfachsten wie einen Apfel: waschen, halbieren oder in Spalten schneiden und mit Schale essen. Die Schale ist essbar und trägt einen Großteil des Aromas, sie schmeckt allerdings leicht herb.

Der Knackpunkt sind die Kerne. Je nach Sorte sitzen im Fruchtzentrum Dutzende sehr harte, kleine Kerne. Sie sind essbar und werden mitgeschluckt, sollten aber nicht zerbissen werden, weil sie steinhart sind. Wer sie störend findet, löffelt das kernhaltige Zentrum heraus oder greift zu kernarmen Sorten.

Was macht man aus Guave?

Weltweit wird der größte Teil der Ernte zu Saft und Nektar verarbeitet, wobei die Kerne ausgesiebt werden. In Lateinamerika ist außerdem die feste, schnittbare Guavenpaste verbreitet, in Brasilien als Goiabada, in Kolumbien als Bocadillo. Die kubanische Kombination aus Guavenpaste und Frischkäse heißt Romeo y Julieta und funktioniert nach demselben Prinzip wie Quittenbrot mit Manchego.

Ratespiel

Fünf Lebensmittel, eine Weltkarte: Setz den Pin dorthin, wo sie ursprünglich herkommen. Je näher am Ursprung, desto mehr Punkte. Mit dabei: Guave.

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Darüber hinaus eignet sich Guave für Marmelade, Gelee, Chutney, Sorbet und Smoothies. Herzhaft passt sie zu Schwein, Ente und Fisch, oft in Form einer Glasur, und sie macht sich gut in Salsas neben Chili, Limette und Koriander.

Herkunft

Die Guave stammt aus Mittelamerika und dem nördlichen Südamerika, wo sie seit Jahrtausenden genutzt wird. Spanische und portugiesische Seefahrer verbreiteten sie ab dem 16. Jahrhundert in die Tropen Asiens und Afrikas. Heute wird sie weltweit angebaut, mit Indien als größtem Produzenten.

Der Baum ist ausgesprochen anspruchslos und wuchsfreudig, was ihm in einigen Regionen den Status einer invasiven Art eingebracht hat.

Nährwerte

Guaven gehören zu den vitamin-C-reichsten Früchten überhaupt und übertreffen Zitrusfrüchte dabei um ein Vielfaches. Zum Vergleich: Das Bundeszentrum für Ernährung führt für die Zitrone 50 Milligramm pro 100 Gramm, während Guaven ein Mehrfaches davon erreichen.

Dazu kommen viele Ballaststoffe, Kalium und Carotinoide, wobei rotfleischige Sorten deutlich mehr davon enthalten als weißfleischige. Bei den gerne beworbenen Heilwirkungen ist allerdings Zurückhaltung angebracht: Belastbare klinische Belege gibt es dafür nicht. Guave ist eine gute Frucht, kein Medikament.

Womit lässt sich Guave vergleichen?

Wer den typischen Guavenduft mag, wird bei anderen tropischen Früchten mit blumigem Profil fündig, etwa bei der Passionsfrucht oder der Litschi. Wer dagegen die adstringierende Seite unreifer Guaven kennt, findet dasselbe Prinzip bei der Kaki, nur noch deutlich ausgeprägter.

Zum Weiterspielen: Guave, Papaya, Passionsfrucht: In Zungo musst du für jede davon den Ursprung auf der Weltkarte anklicken.

Susanne
Susanne
Ich schreibe seit 2018 für wie-schmeckt.de und lande dabei fast immer bei den Themen, um die andere einen Bogen machen: Surströmming, Balut, frittierte Skorpione, dazu die ganze Bandbreite an Körpersekreten, über die niemand gern spricht. Zwei eigene Kinder haben mir nebenbei einen sehr direkten Zugang zu Muttermilch, Kolostrum und Plazenta verschafft. Zwischendurch schreibe ich über Kardamom, Kefir oder Burrata, damit der Kopf wieder frei wird.
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