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Wie schmeckt Passionsfrucht?

Halbierte Passionsfrucht mit gelb-orangem, gallertartigem Fruchtfleisch und schwarzen Kernen

Passionsfrucht ist eine dieser Früchte, die man entweder liebt oder noch nicht richtig kennengelernt hat. Aufgeschnitten wirkt sie erstmal ungewohnt, mit ihrem gallertartigen, kernigen Inneren, aber genau das macht ihren Reiz aus. Ich habe mir angeschaut, wie sie schmeckt, woher der ungewöhnliche Name kommt und worauf man beim Kauf achten sollte.

Wie schmeckt Passionsfrucht genau?

Passionsfrucht schmeckt intensiv süß-säuerlich und dabei ausgesprochen aromatisch. Im ersten Moment dominiert eine kräftige Säure, ähnlich wie bei Zitrusfrüchten, direkt gefolgt von einer tropischen Süße, die an Guave erinnert. Dazu kommen blumige Nuancen, die der Frucht ihren unverwechselbaren, fast parfümierten Charakter geben.

Man schmeckt förmlich die Konzentration heraus. Anders als bei wässrigeren Früchten steckt in jedem Löffel Passionsfrucht ein sehr dichtes, intensives Aroma, weshalb schon eine halbe Frucht reicht, um einen Joghurt oder einen Obstsalat komplett zu verändern. Wer Zitrusfrüchte, Guave oder auch die exotische Note der Cherimoya mag, wird sich in der Passionsfrucht schnell wiederfinden.

Aussehen und Konsistenz

Unter der dicken, ledrigen Schale verbirgt sich ein gallertartiges, gelb-oranges Fruchtfleisch, durchsetzt mit unzähligen kleinen, schwarzen Kernen. Die Kerne sind komplett essbar und sorgen beim Kauen für ein feines Knacken, das im Kontrast zum weichen, saftigen Fruchtfleisch steht. Genau diese Mischung aus zäh, saftig und knackig ist es, die Passionsfrucht texturmäßig so besonders macht.

Gegessen wird sie meist direkt aus der halbierten Schale, mit dem Löffel ausgekratzt, Kerne inklusive. Wer die Kerne nicht mag, kann das Fruchtfleisch durch ein Sieb streichen, verliert dabei aber einen Teil des angenehmen Bisses.

Runzelige Schale: Warum das ein gutes Zeichen ist

Bei den meisten Früchten gilt: glatte Schale gleich frisch, runzelige Schale gleich alt. Bei der Passionsfrucht ist es genau umgekehrt. Eine leicht schrumpelige Schale zeigt an, dass die Frucht ihren vollen Reifegrad erreicht hat und Zucker sowie Aromen konzentriert hat.

Eine pralle, glatte Schale bedeutet dagegen meistens, dass die Frucht noch nicht ausgereift ist und ihr volles Aroma noch nicht entwickelt hat. Wer im Supermarkt vor mehreren Passionsfrüchten steht, sollte also gezielt zu den etwas zerknitterten, schwereren Exemplaren mit dunkler, violett bis bräunlicher Färbung greifen, nicht zu den makellos glatten. Zusätzlich hilft der Geruchstest: reife Früchte duften bereits an der Schale angenehm süßlich, unreife riechen eher neutral.

Passionsfrüchte im Vergleich: eine mit glatter Schale, eine mit runzeliger reifer Schale
Links glatt und noch nicht reif, rechts runzelig und damit süßer und aromatischer

Warum sie „Passionsfrucht“ heißt

Der Name hat nichts mit romantischer Leidenschaft zu tun, sondern mit der Passion Christi, also der Leidensgeschichte Jesu. Spanische und portugiesische Missionare, die im 16. und 17. Jahrhundert durch Südamerika zogen, entdeckten die Blüte der Pflanze und deuteten ihre Bestandteile als religiöse Symbole. Die fadenförmige Nebenkrone in der Blütenmitte erinnerte sie an die Dornenkrone, die Staubblätter standen für die Wundmale und die Griffel für die Nägel der Kreuzigung.

Die Frucht selbst spielte bei dieser Deutung zunächst kaum eine Rolle, benannt wurde vor allem die Blüte der Kletterpflanze. Der Fruchtname „Passionsfrucht“ leitet sich davon ab und hat sich international durchgesetzt, während im deutschsprachigen Raum oft der Handelsname Maracuja gebräuchlich ist. Botanisch bezeichnen beide Namen üblicherweise dieselbe Purpurgranadilla, auch wenn manche Quellen bei der gelben Sorte streng genommen von einer eigenen Varietät sprechen.

Herkunft: von Südamerika in die ganze Welt

Ursprünglich stammt die Passionsfrucht aus dem subtropischen Südamerika, vor allem aus dem Grenzgebiet zwischen Südbrasilien, Paraguay und Nordargentinien. Von dort aus verbreitete sie sich über Missionare und Händler zunächst in andere tropische Regionen Südamerikas, später weltweit.

Heute wird sie in großem Stil in Brasilien, Kolumbien, Kenia, Indien und auf einigen pazifischen Inseln wie Neuseeland angebaut. Ähnlich wie bei der Papaya zeigt sich auch bei der Passionsfrucht, wie sehr sich exotische Früchte aus Südamerika mittlerweile über den gesamten Globus verteilt haben und in fast jedem gut sortierten Supermarkt zu finden sind.

Nährwerte: viel Ballaststoff, solide Portion Vitamin C

Passionsfrucht ist ausgesprochen nährstoffreich, gerade im Verhältnis zu ihrer geringen Größe. Pro 100 Gramm liefert sie rund 30 Milligramm Vitamin C, dazu Kalium, etwas Eisen und B-Vitamine. Besonders bemerkenswert ist der Ballaststoffgehalt, der mit über 10 Gramm pro 100 Gramm deutlich höher liegt als bei den meisten anderen Früchten und maßgeblich in den kleinen, essbaren Kernen steckt.

Mit rund 90 Kilokalorien pro 100 Gramm ist sie etwas kalorienreicher als klassisches Beerenobst, was vor allem am vergleichsweise hohen Zuckergehalt liegt. Für eine kleine Frucht mit so viel Aroma ist das ein fairer Deal.

Wie man Passionsfrucht am besten isst

Am einfachsten: quer halbieren und mit dem Löffel direkt auslöffeln, Kerne inklusive. Das Fruchtfleisch eignet sich hervorragend für Joghurt, Müsli, Desserts oder als Topping für Kuchen und Torten, wo ihre Säure einen schönen Kontrast zu Süßem bildet.

In der Küche lohnt sich auch der Blick über den Tellerrand hinaus, etwa in Kombination mit Litschi für einen fruchtigen Sommersalat, oder als Sauce zu Fisch und hellem Fleisch, wo die Säure fettige Aromen wunderbar ausbalanciert. Auch für Cocktails und Limonaden ist sie beliebt, meist durch ein Sieb passiert, um die Kerne herauszufiltern.

Wer die Frucht öffnet, sollte sie zuvor kurz bei Zimmertemperatur ruhen lassen, falls sie kühlschrankkalt war. Kälte dämpft die Aromen spürbar, während Passionsfrucht bei Zimmertemperatur ihr volles, intensives Geschmacksprofil zeigt.

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