
Tamarillo, auch Baumtomate genannt, sieht aus wie eine länglich gezogene Tomate und wird auch geschmacklich oft mit ihr verglichen, dabei ist sie botanisch eng mit einem ganz anderen Nachtschattengewächs verwandt. Ich habe mir angeschaut, wie Tamarillo tatsächlich schmeckt, warum die Schale nicht mitgegessen wird und woher die Frucht stammt.
Wie schmeckt Tamarillo genau?
Tamarillo schmeckt süß-säuerlich mit einer deutlich herben, fast schon adstringierenden Note, eine Mischung, die viele an eine Kombination aus Tomate, Kiwi und Passionsfrucht erinnert. Reife, tiefrote oder orange Früchte sind spürbar süßer, während gelbe Varianten milder und weniger säuerlich schmecken. Unreife Tamarillos dagegen sind ausgesprochen sauer und leicht bitter, ähnlich wie eine unreife Tomate.
Die Textur im Inneren erinnert stark an eine Tomate: weiches, saftiges Fruchtfleisch mit vielen kleinen, essbaren Kernen in einer gallertartigen Masse. Die glänzende Außenschale dagegen ist zäh, bitter und wird normalerweise nicht mitgegessen, ähnlich wie bei einer Kiwi wird das Fruchtfleisch meist ausgelöffelt.
Warum die Schale entfernt wird
Die Schale der Tamarillo schmeckt deutlich bitter und zäh, weshalb sie vor dem Verzehr meist entfernt wird. Am einfachsten gelingt das, indem man die Frucht kurz in kochendes Wasser taucht und danach in Eiswasser abschreckt, ein Trick, der auch bei Tomaten zum Häuten verwendet wird. Anschließend lässt sich die Schale einfach abziehen. Alternativ wird die Tamarillo längs halbiert und das Fruchtfleisch direkt mit einem Löffel herausgelöffelt.
Herkunft: aus den Anden nach Neuseeland
Ursprünglich stammt die Tamarillo aus den Andenregionen Südamerikas, vor allem aus Peru, Ecuador, Kolumbien und Chile, wo sie schon seit Jahrhunderten kultiviert wird. Ihren heute gebräuchlichen Namen „Tamarillo“ erhielt sie allerdings erst in den 1960er Jahren in Neuseeland, wo Züchter die Frucht kommerzialisierten und ihr einen eingängigeren Namen als „Baumtomate“ gaben, um sie besser vermarkten zu können. Neuseeland zählt bis heute zu den wichtigsten Exporteuren.
Nährwerte: kalorienarm und vitaminreich
Tamarillo liefert pro 100 Gramm nur etwa 30 bis 40 Kilokalorien und enthält nennenswerte Mengen Vitamin C, Vitamin A sowie Kalium. Wie ihre Verwandte, die Tomate, gehört sie zur Familie der Nachtschattengewächse und teilt mit ihr einige ernährungsphysiologische Eigenschaften, etwa den hohen Wassergehalt bei gleichzeitig dichter Nährstoffversorgung.
Verwendung in der Küche
In Neuseeland und Südamerika wird Tamarillo sowohl süß als auch herzhaft verwendet, etwa in Chutneys, Salsas oder als fruchtige Beilage zu Fleischgerichten. Süß zubereitet landet sie in Marmeladen, Kompott oder einfach mit etwas Zucker bestreut als Frühstück, ähnlich wie eine halbierte Grapefruit. Wer Tamarillo zum ersten Mal probiert, sollte auf die kräftige Säure vorbereitet sein, pur gegessen ist sie deutlich herber, als der süßliche Duft vermuten lässt.



