Zebrafleisch schmeckt mild und leicht süßlich, mit einer feinen Wildnote, die zwischen Rind und Pferd liegt. Es ist ausgesprochen mager, dunkelrot und feinfaserig und gehört zu den zugänglichsten unter den exotischen Fleischsorten.
Wie schmeckt Zebra?
Der erste Eindruck ist überraschend zahm. Zebra hat nicht die kräftige Strenge, die viele bei einem afrikanischen Wildtier erwarten, sondern eine milde, leicht süßliche Grundnote mit einem erdigen Einschlag im Nachklang.
Charakteristisch ist der sehr niedrige Fettgehalt von etwa 1,5 bis 2 Prozent. Das macht das Fleisch mager und feinfaserig, aber auch anfällig dafür, beim Garen trocken zu werden.
Zehn Nahaufnahmen, vier Antworten pro Bild. Die ersten sind machbar, ab der Mitte wird es unangenehm.

Schmeckt Zebra wie Pferd?
Ja, deutlich ähnlicher, als oft behauptet wird. Zebras sind Einhufer und damit enge Verwandte des Pferdes, und das schmeckt man: Beide Fleischsorten sind dunkelrot, sehr mager und haben eine typische, leicht süßliche Note, die von einem etwas höheren Glykogengehalt herrührt.
Der Unterschied liegt weniger in der Tierart als in der Lebensweise. Weil Zebras wild leben, sich viel bewegen und ausschließlich Gras fressen, ist ihr Fleisch fester, etwas dunkler und hat eine kräftigere Wildnote als das von Pferden aus Haltung. Wer Pferdefleisch kennt, hat einen sehr guten Bezugspunkt.
Meine Erfahrung mit Zebra-Steak
Probiert habe ich es in einem Restaurant mit afrikanischer Küche, gegrillt und medium rare serviert. Auffällig war vor allem, wie zart und feinfaserig das Fleisch war, deutlich näher an einem Rinderfilet, als ich erwartet hätte.
Der Wildton war da, aber zurückhaltend, und die leichte Süße im Nachklang war das eigentlich Ungewohnte. Mit kräftigen afrikanischen Gewürzen und einer säuerlichen Soße funktionierte das gut, weil beides der Süße entgegenwirkt.
Zubereitung
Es gilt dieselbe Regel wie bei allen sehr mageren Fleischsorten: kurz und heiß oder lang und feucht, nichts dazwischen.
Steaks aus Rücken und Filet werden scharf angebraten und medium rare serviert. Keule und Schulter gehören in den Schmortopf, wo sie über Stunden weich werden. Zebraburger und Zebragulasch sind in Südafrika und Namibia übliche Zubereitungen.
Weil Fett fehlt, hilft es, das Fleisch vor dem Braten leicht zu ölen und mit Butter zu arrosieren. Gut passen kräftige Gewürze, Rauchnoten vom Grill und säuerliche Beilagen.
Fünf Lebensmittel, eine Weltkarte: Setz den Pin dorthin, wo sie ursprünglich herkommen. Je näher am Ursprung, desto mehr Punkte. Mit dabei: Zebra.
Ist Zebrafleisch gesund?
Es ist sehr mager, eiweißreich und liefert viel Eisen, Zink und B-Vitamine. Die Tiere leben frei und werden nicht gemästet, entsprechend spielen Antibiotika oder Leistungsförderer keine Rolle.
Es bleibt allerdings rotes Fleisch, für das dieselben Mengenempfehlungen gelten wie für Rind, siehe dazu Ist rotes Fleisch ungesund?. Und als ökologisch sinnvolle Wahl kann man es angesichts des Transportwegs nach Europa kaum bezeichnen.
Rechtliches: welche Zebraart?
Das ist der Punkt, auf den es beim Einkauf ankommt. Gehandelt wird ausschließlich Fleisch vom Steppenzebra (Equus quagga), dessen Bestände als nicht gefährdet gelten und das in Südafrika und Namibia regulär bejagt und in Wildfarmen gehalten wird.
Grevyzebra und Bergzebra stehen dagegen unter strengem Artenschutz und dürfen nicht kommerziell gehandelt werden. Seriös gehandeltes Fleisch trägt entsprechende Herkunfts- und Artennachweise.
Import und Verkauf in Deutschland sind unter Einhaltung der Artenschutz- und Hygienevorschriften legal. Zu bekommen ist Zebra bei spezialisierten Wildhändlern, in einzelnen Feinkostgeschäften und afrikanischen Spezialitätenhändlern, meist tiefgekühlt und auf Bestellung. Günstig ist es nicht.
Wo wird Zebra gegessen?
Vor allem im südlichen Afrika. In Südafrika, Namibia und Simbabwe gehört Zebra zum normalen Wildangebot, in Lodges und Wildrestaurants ebenso wie in Form von Biltong, dem luftgetrockneten Trockenfleisch. In Europa bleibt es eine Nische.
Wer die Richtung mag, findet in Straußenfleisch und Känguru zwei ähnlich magere, dunkle Alternativen, die hierzulande leichter zu bekommen sind.
Zum Weiterspielen: Afrika ist als Antwort schnell gesagt, der Kontinent ist nur größer als die meisten im Kopf haben. Bei Zungo zählt jeder Kilometer, den dein Pin danebenliegt.


