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Ist Sellerie gesund?

Ganze Sellerieknolle mit grünem Kraut auf Holztisch

Sellerie ist mit knapp 60 Kilojoule und viel Kalium pro 100 Gramm ein kalorienarmes, nährstoffreiches Gemüse, das sich gut in eine ausgewogene Ernährung einfügt. Er liefert außerdem Vitamin K, B-Vitamine sowie Ballaststoffe. Eine wichtige Einschränkung gibt es aber: Sellerie zählt zu den Lebensmitteln, die besonders häufig schwere allergische Reaktionen auslösen, weshalb er EU-weit kennzeichnungspflichtig ist.

Nährwerte im Überblick

Nach Angaben der deutschen Wikipedia enthält Sellerie pro 100 Gramm etwa 0,69 Gramm Eiweiß, 0,17 Gramm Fett und rund 3 Gramm Kohlenhydrate bei einem Ballaststoffanteil von 1,6 Gramm und einem Energiegehalt von nur etwa 59 Kilojoule. Damit ist Sellerie, egal ob als Knolle oder als Stangensellerie, ein ausgesprochen kalorienarmes Gemüse. Sein charakteristisches, leicht scharfes Aroma verdankt er ätherischen Ölen, vor allem den Phthaliden Apiol und Sedanolid. Wie sich dieses Aroma geschmacklich einordnen lässt, haben wir bereits in unserem Artikel Wie schmeckt Sellerie? beschrieben.

Aufgeschnittene Sellerieknolle mit Grün auf Holzbrett
Sellerieknolle: kalorienarm, ballaststoffreich und eine gute Kaliumquelle.

Kalium: wofür der Körper es braucht

Der auffälligste Nährstoff in Sellerie ist Kalium. Laut Verbraucherzentrale ist Kalium unter anderem für die Weiterleitung von Nerven- und Muskelreizen sowie für den Säure-Basen-Haushalt wichtig, die DGE empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von rund 4.000 Milligramm. Die europäische Blutdruck-Leitlinie rät zu einer salzarmen, kaliumreichen Ernährung mit mehreren Portionen Gemüse und Obst am Tag, da ein höherer Kaliumkonsum möglicherweise dazu beitragen kann, erhöhten Blutdruck zu senken. Wichtig ist die Einschränkung: Das gilt für eine insgesamt kaliumreiche Ernährungsweise aus verschiedenen Lebensmitteln, nicht für Sellerie als Einzelmaßnahme oder gar als Ersatz für eine ärztlich verordnete Blutdrucktherapie. Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten ihre Kaliumzufuhr laut Verbraucherzentrale generell mit ärztlichem Rat abstimmen, da der Körper überschüssiges Kalium bei einer Nierenerkrankung schlechter ausscheiden kann.

Sellerieallergie: eine der gefährlicheren Lebensmittelallergien

Ein Aspekt wird bei Sellerie oft unterschätzt: Nach einer Mitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts von 2024 ist Sellerie eine der wichtigsten Ursachen für Gemüseallergien in Europa und betrifft schätzungsweise etwa einen von 200 Erwachsenen. Besonders riskant ist die Kombination mit einer Beifußpollen-Allergie, dem sogenannten Sellerie-Beifuß-Syndrom: Bei Menschen mit dieser Sensibilisierung besteht laut dem Institut ein deutlich erhöhtes Risiko für eine schwere anaphylaktische Reaktion, und Sellerie ist im europäischen Anaphylaxie-Register überproportional häufig vertreten, gemessen an der eigentlichen Allergiehäufigkeit. Selleriebedingte Allergene sind zudem hitzestabil, das heißt, auch gekochter oder verarbeiteter Sellerie kann bei Betroffenen Beschwerden auslösen. Aus diesem Grund gehört Sellerie in der EU zu den 14 kennzeichnungspflichtigen Hauptallergenen, die auf Zutatenlisten explizit ausgewiesen werden müssen.

Was bei befallenen Knollen zu beachten ist

Ein weiterer, weniger bekannter Punkt betrifft die Lagerung. Wird Sellerie von bestimmten Schimmelpilzen befallen, etwa Sclerotinia sclerotiorum, können laut Wikipedia erhöhte Mengen an Furocumarinen entstehen, Verbindungen, die phototoxische Hautreaktionen begünstigen können. Praktisch bedeutet das: Knollen mit fauligen oder auffällig verfärbten Stellen sollten großzügig weggeschnitten oder im Zweifel ganz entsorgt werden, statt nur den betroffenen Teil zu entfernen.

Kurz zusammengefasst

Für die meisten Menschen ist Sellerie ein kalorienarmes, kaliumreiches und ballaststoffhaltiges Gemüse ohne besondere Risiken. Die Ausnahme sind Menschen mit einer bekannten Sellerie- oder Beifußpollenallergie, für die schon kleine Mengen gefährlich werden können. Wer diese Vorerkrankung nicht hat, kann Sellerie bedenkenlos regelmäßig auf den Speiseplan setzen, roh wie gekocht.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische oder ernährungswissenschaftliche Beratung. Bei Allergien, Vorerkrankungen oder Unsicherheiten bezüglich Verzehr oder Risiken wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Ernährungsberatung.