
Ja, aber nur wenn er richtig abgekühlt und danach vollständig durcherhitzt wird. Reis enthält fast immer Sporen des Bakteriums Bacillus cereus, die auch das ursprüngliche Kochen überstehen. Wird gekochter Reis zu langsam bei Zimmertemperatur abgekühlt, können sich aus diesen Sporen neue Bakterien bilden, die ein hitzestabiles Gift produzieren.
Warum das Aufwärmen selbst nicht das Problem ist
Der entscheidende Fehler passiert meist nicht beim Aufwärmen, sondern schon vorher: Steht gekochter Reis mehrere Stunden bei Zimmertemperatur, vermehren sich die Bakterien und bilden das sogenannte Cereulid – ein Toxin, das durch erneutes Erhitzen nicht mehr zerstört werden kann. Das bedeutet: Selbst wenn der Reis beim Aufwärmen kochend heiß wird, bleibt das bereits gebildete Gift aktiv.

So gelingt sicheres Aufwärmen
- Schnell abkühlen: Reis nach dem Kochen innerhalb von ein bis zwei Stunden in den Kühlschrank stellen, nicht bei Zimmertemperatur stehen lassen.
- Kurz lagern: Im Kühlschrank nur maximal einen Tag aufbewahren.
- Gründlich erhitzen: Beim Aufwärmen auf über 70 Grad durcherhitzen, gleichmäßig und nicht nur an der Oberfläche.
- Nur einmal aufwärmen: Bereits erwärmten Reis nicht ein zweites Mal aufbewahren und erneut erhitzen.
Wenn längere Aufbewahrung nötig ist
Wer Reis nicht innerhalb eines Tages verbraucht, sollte ihn stattdessen einfrieren statt im Kühlschrank aufzubewahren. Eingefroren hält sich Reis rund sechs Monate, ohne dass die Bacillus-cereus-Gefahr zunimmt – vorausgesetzt, er wurde vor dem Einfrieren ebenfalls zügig heruntergekühlt.
Einordnung: Kein Grund zur Panik
Trotz gelegentlicher Schlagzeilen über „tödlichen“ aufgewärmten Reis ist das Risiko bei korrekter Handhabung gering. Entscheidend ist allein die Kühlkette direkt nach dem Kochen – wer diesen einen Schritt beachtet, kann Reisreste bedenkenlos aufwärmen.



