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Ist Tofu gesund?

Frischer Tofu wird auf einem Holzbrett in Würfel geschnitten

Tofu gilt als gesundes Lebensmittel: Er liefert hochwertiges pflanzliches Eiweiß mit allen essenziellen Aminosäuren, ist mit rund 80 Kilokalorien pro 100 Gramm vergleichsweise kalorienarm und enthält nennenswerte Mengen Eisen, Magnesium und Zink. Die enthaltenen Isoflavone sind in normalen Verzehrmengen laut Verbraucherzentrale unbedenklich, auch wenn ihre gesundheitlichen Zusatzwirkungen wissenschaftlich noch nicht abschließend belegt sind.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder ernährungswissenschaftliche Beratung. Die Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen, unabhängigen Quellen (u. a. DGE, BZfE, Verbraucherzentrale, BfR). Bei Allergien, Vorerkrankungen oder konkreten gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Ernährungsfachkraft.

Nährwerte von Tofu im Überblick

Tofu entsteht, indem Sojabohnen eingeweicht, püriert, gekocht und anschließend mit einem Gerinnungsmittel wie Nigari ausgeflockt werden. Die entstandene Masse wird gepresst, bis der charakteristische feste Block entsteht. Laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) besticht das Ergebnis durch einen hohen Gehalt an hochwertigem Eiweiß bei gleichzeitig niedrigem Kaloriengehalt und guter Bekömmlichkeit. Pro 100 Gramm stecken in Tofu unter anderem 3,7 Milligramm Eisen, 100 Milligramm Magnesium und 0,9 Milligramm Zink.

Geschmacklich ist naturbelassener Tofu neutral, weshalb er sich laut BZfE gleichermaßen für herzhafte Gerichte wie für Süßspeisen eignet. Seidentofu ist weicher und cremiger und wird bevorzugt für Aufläufe, Cremes oder Desserts verwendet, während Naturtofu oder geräucherter Tofu sich zum Anbraten oder Grillen eignet.

Eiweiß und Aminosäuren: Warum Tofu als Proteinquelle überzeugt

Sojaprotein gehört zu den wenigen pflanzlichen Eiweißquellen, die alle unentbehrlichen Aminosäuren in einem für den menschlichen Bedarf günstigen Verhältnis liefern. Das macht Tofu zu einer der ergiebigsten pflanzlichen Alternativen zu Fleisch, Fisch oder Milchprodukten. Für Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, trägt er damit spürbar zur Deckung des täglichen Proteinbedarfs bei.

Im Vergleich zu tierischen Eiweißquellen schneidet Tofu auch bei der Klimabilanz deutlich besser ab: Laut BZfE verursacht ein Kilogramm pflanzlicher Fleischersatz auf Sojabasis rund 2,8 Kilogramm Treibhausgase, während die Herstellung von einem Kilogramm Schweinefleisch etwa 4,1 Kilogramm, Geflügel 4,3 Kilogramm und Rindfleisch sogar rund 30,5 Kilogramm verursacht.

Gebratener Tofu mit Sesam und Frühlingszwiebeln in einer Schale
Naturbelassener Tofu ist geschmacksneutral und nimmt beim Anbraten Aromen wie Sojasauce, Ingwer oder Sesam gut auf.

Isoflavone in Soja: Was die Studienlage wirklich hergibt

Sojabohnen und daraus hergestellte Produkte wie Tofu enthalten sogenannte Isoflavone, sekundäre Pflanzenstoffe mit einer entfernten strukturellen Ähnlichkeit zu Östrogen. Um diese Stoffe ranken sich viele Gesundheitsversprechen, die die Verbraucherzentrale in einem Faktencheck eingeordnet hat. Der Isoflavongehalt schwankt je nach Produkt: Tofu enthält etwa 13 bis 35 Milligramm Isoflavone pro 100 Gramm, deutlich weniger als rohe, reife Sojabohnen mit 104 bis 155 Milligramm.

Zur oft diskutierten Frage, ob Soja bei hormonabhängigem Brustkrebs schädlich sein könnte, hält die Verbraucherzentrale fest, dass ein maßvoller Konsum von ein bis zwei Portionen Soja-Lebensmitteln täglich als unbedenklich gilt, auch während einer antihormonellen Therapie. Eine Portion entspricht dabei etwa 100 Gramm Tofu. Wissenschaftliche Hinweise darauf, dass normaler Sojaverzehr das Rückfallrisiko erhöht, gibt es nach aktuellem Kenntnisstand nicht.

Anders sieht es bei der Hoffnung aus, Isoflavone könnten Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen lindern: Hierfür gibt es laut Verbraucherzentrale keine sicheren wissenschaftlichen Belege für einen therapeutischen Nutzen. Das gilt insbesondere für hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten Isoflavonen, die teils deutlich über den von der EFSA empfohlenen Höchstmengen von 100 Milligramm täglich liegen. Tofu selbst liefert die Isoflavone dagegen eingebettet in die natürliche Lebensmittelmatrix zusammen mit Eiweiß und Ballaststoffen, weshalb der übliche Verzehr in Alltagsmengen unbedenklich ist.

Worauf bei Schilddrüsenerkrankungen zu achten ist

Bei ausreichender Jodversorgung zeigen Studien keine Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion durch normalen Sojakonsum. Bei bestehendem Jodmangel können Isoflavone die Jodaufnahme jedoch theoretisch erschweren. Wer schilddrüsenwirksame Medikamente einnimmt, sollte laut Verbraucherzentrale außerdem einen zeitlichen Abstand von etwa 30 bis 60 Minuten zwischen Einnahme und einer sojahaltigen Mahlzeit einhalten und hochdosierte Isoflavon-Präparate nur nach Rücksprache mit ärztlichem Fachpersonal verwenden.

Tofu im Alltag richtig einsetzen

Damit Tofu auch geschmacklich überzeugt, lohnt es sich, ihn vor der Zubereitung gut auszupressen, damit er beim Anbraten Röstaromen entwickeln kann. Mariniert in Sojasauce, Ingwer und etwas Speisestärke wird er in der Pfanne knusprig und nimmt Aromen aus fermentierten Beilagen wie Kimchi oder asiatischen Currys gut auf. Wer neu einsteigt, greift am besten zu Naturtofu mit fester Konsistenz, der sich vielseitig braten, grillen oder in Suppen einlegen lässt.

Insgesamt zeigt sich: Tofu ist ein nährstoffreiches, gut untersuchtes Lebensmittel, dessen gesundheitlicher Nutzen vor allem in seiner hohen Proteinqualität und der guten Kalorienbilanz liegt. Die kursierenden Extremversprechen zu Isoflavonen halten einer genaueren Prüfung dagegen nur bedingt stand, während der ganz normale, moderate Verzehr im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung unbedenklich ist.