StartFrüchteWie schmeckt Drachenfrucht?

Wie schmeckt Drachenfrucht?

Die Drachenfrucht schmeckt deutlich milder, als sie aussieht: leicht süß, dezent säuerlich und wasserreich, am ehesten wie eine Kreuzung aus Kiwi und Wassermelone. Die kleinen schwarzen Kerne geben ihr einen Knack, der an Kiwi erinnert. Wer nach dieser spektakulären Optik ein spektakuläres Aroma erwartet, wird meist enttäuscht.

Das ist keine Kritik, sondern der ehrlichste Ausgangspunkt: Die Drachenfrucht ist eine erfrischende, zurückhaltende Frucht, kein Geschmackserlebnis. Wie stark sie schmeckt, hängt allerdings stark von der Sorte ab, und genau da machen die meisten den Fehler.

Drei Sorten, drei Geschmacksniveaus

Pinke Schale, weißes Fruchtfleisch (Hylocereus undatus): die überall verkaufte Standardvariante und zugleich die geschmacklich schwächste. Sehr mild, wenig süß, viel Wasser.

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Pinke Schale, rotes Fruchtfleisch (Hylocereus costaricensis): deutlich süßer, aromatischer und intensiver gefärbt, mit einer leicht beerigen Note.

Gelbe Schale, weißes Fruchtfleisch (Selenicereus megalanthus), auch gelbe Pitahaya: die kleinste, teuerste und mit Abstand süßeste Variante. Wer die Drachenfrucht wirklich kennenlernen will, greift zu dieser.

Bei allen dreien gilt: Sie muss reif sein. Eine unreife Drachenfrucht ist fest, schmeckt praktisch nach nichts und reift nach der Ernte kaum noch nach. Reife Früchte geben auf leichten Druck nach, die Schale ist gleichmäßig gefärbt und die blättrigen Schuppen an der Außenseite beginnen einzutrocknen.

Eine Kaktusfrucht aus Mittelamerika

Häufig wird die Drachenfrucht für eine asiatische Frucht gehalten, weil der Großteil der Ware aus Vietnam und Thailand kommt. Botanisch stammt sie aber aus Mittelamerika, aus Mexiko, Guatemala und Nicaragua, und wurde erst im 20. Jahrhundert nach Südostasien gebracht, wo der Anbau heute im großen Stil stattfindet.

Und sie ist keine Baumfrucht, sondern die Frucht eines kletternden Kaktus, der sich an Bäumen und Gerüsten hochzieht. Seine Blüten sind riesig, weiß und öffnen sich nur für eine einzige Nacht, weshalb sie in manchen Regionen „Königin der Nacht“ heißen. Bestäubt werden sie von Fledermäusen und Nachtfaltern; in Plantagen erfolgt die Bestäubung häufig von Hand.

Wie isst man eine Drachenfrucht?

Sehr einfach: längs halbieren und das Fruchtfleisch mit dem Löffel ausschaben, wie bei einer Kiwi. Alternativ vierteln und die Schale abziehen, sie löst sich bei reifen Früchten fast von selbst.

Die Schale wird nicht gegessen, sie ist ledrig und bitter. Die kleinen schwarzen Kerne dagegen sind essbar und werden mitgegessen, sie liefern den charakteristischen Biss.

Weil das Aroma so zurückhaltend ist, profitiert die Frucht stark von Begleitung. Limette ist auch hier das wirksamste Mittel. Gute Partner sind außerdem Passionsfrucht, Mango, Ananas, Granatapfel, Minze und Kokosmilch. In Smoothie-Bowls wird sie vor allem wegen der Farbe eingesetzt.

Roter Urin nach roter Drachenfrucht

Wer eine größere Menge rotfleischiger Drachenfrucht isst, kann anschließend eine rosa bis rotbraune Verfärbung von Urin oder Stuhl feststellen. Das ist harmlos und geht auf Betacyane zurück, dieselbe Farbstoffgruppe, die auch nach Rote-Bete-Konsum diesen Effekt auslöst. Die Verbraucherzentrale ordnet solche Verfärbungen durch Lebensmittel als unbedenklich ein und rät nur dann zum Arztbesuch, wenn zusätzliche Beschwerden auftreten oder die Verfärbung anhält.

Nährwerte

Die Drachenfrucht besteht überwiegend aus Wasser und ist mit rund 50 Kilokalorien pro 100 Gramm kalorienarm. Sie liefert Vitamin C, Magnesium, Eisen und Ballaststoffe, allerdings in eher moderaten Mengen. Rotfleischige Sorten enthalten zusätzlich Betacyane mit antioxidativer Wirkung im Labor.

Die häufig zu lesenden Versprechen von „Superfood“ bis zur Unterstützung bei Diabetes sind wissenschaftlich nicht belegt. Als Frucht ist sie eine gute, kalorienarme Wahl, mehr sollte man nicht erwarten.

Warum ist die Drachenfrucht so teuer?

Dafür gibt es mehrere handfeste Gründe. Die Früchte sind druckempfindlich und schlecht lagerfähig, sie halten sich reif nur wenige Tage. Ein Großteil der Ware wird deshalb eingeflogen statt verschifft, was den Preis vervielfacht.

Dazu kommt der Anbau selbst: Die Pflanze braucht Gerüste, die Blüten öffnen sich nur eine Nacht, und in vielen Plantagen wird von Hand bestäubt. In manchen Anbaugebieten werden die Flächen nachts sogar beleuchtet, um die Blühphase zu steuern. Besonders teuer ist die gelbe Pitahaya, die kleiner ist und geringere Erträge liefert.

Sarah
Sarah
Mein Kühlschrank sieht selten nach Wocheneinkauf aus, eher nach Rückreise vom Asiamarkt: Sumach, Kung Pao Soße, eine Durian, die im Treppenhaus schon für Beschwerden gesorgt hat. Seit 2018 schreibe ich hier über genau solche Zutaten und darüber, warum das Umami einer Soße oft mehr über sie verrät als die Zutatenliste. Wenn ein Produkt hält, was die Verpackung verspricht, schreibe ich das. Wenn nicht, ebenfalls.
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