Kumquat ist die kleinste Zitrusfrucht im Supermarktregal und wird meist übersehen, weil sie zwischen Orangen und Zitronen kaum auffällt. Dabei hat sie eine echte Besonderheit zu bieten. Ich habe mir angeschaut, wie Kumquat tatsächlich schmeckt, warum man sie komplett mit Schale isst und woher die kleine Frucht stammt.
Wie schmeckt Kumquat genau?
Kumquat schmeckt umgekehrt zu den meisten Zitrusfrüchten: Die Schale ist süß und aromatisch, während das Fruchtfleisch im Inneren deutlich säuerlich bis herb schmeckt. Isst man die Frucht am Stück, wie es üblich ist, entsteht dadurch ein spannendes Wechselspiel aus Süße und Säure, das sich mit jedem Biss neu mischt, je nachdem wie viel Schale und Fruchtfleisch gerade im Mund sind.
Die dünne, essbare Schale ist angenehm aromatisch und leicht bitter-würzig, ähnlich wie Orangenschale, nur milder und süßer. Das saftige Innere dagegen ist deutlich intensiver sauer als das einer Orange, manchmal fast so scharf wie eine unreife Zitrone. Zusammen ergibt das einen komplexen, erfrischenden Gesamteindruck, der geschmacklich einzigartig unter den Zitrusfrüchten ist.
Rhabarber, Avocado, Tomate: zwölf Kandidaten, zwei Antwortmöglichkeiten, keine zwei Minuten.
Warum man Kumquat mit Schale isst
Anders als bei Orangen oder Mandarinen wird die Schale bei Kumquat nicht entfernt, sie ist dünn, weich und macht einen Großteil des angenehmen Geschmacks überhaupt erst aus. Die Frucht wird meist einfach im Ganzen in den Mund gesteckt und gekaut, wer sie schält, verliert genau die süße Komponente, die die saure Fruchtmitte ausbalanciert. Manche entfernen vor dem Essen die Kerne, das ist aber reine Geschmackssache und für die Textur nicht zwingend notwendig.
Herkunft und Anbau
Kumquat stammt ursprünglich aus Südchina und wird botanisch mittlerweile einer eigenen Gattung, Citrus japonica bzw. früher Fortunella, zugeordnet, obwohl sie eng mit anderen Zitrusfrüchten verwandt ist. Der Name leitet sich vom kantonesischen Wort für „goldene Orange“ ab. Heute wird Kumquat auch in Japan, Taiwan, im Mittelmeerraum und in den südlichen USA angebaut, die Hauptsaison in Europa liegt im Winter, von November bis Februar.
Nährwerte: kompakt und vitaminreich
Kumquats liefern pro 100 Gramm rund 70 Kilokalorien und enthalten dank der essbaren Schale besonders viel Ballaststoffe sowie Vitamin C. Da man die ganze Frucht isst, nimmt man verhältnismäßig mehr Nährstoffe auf als bei geschälten Zitrusfrüchten, bei denen ein Großteil der Ballaststoffe und ätherischen Öle in der weggeworfenen Schale steckt.
Verwendung in der Küche
Frisch schmecken Kumquats am besten pur als kleiner, intensiver Snack, sie eignen sich aber auch hervorragend für Marmeladen, kandierte Früchte oder als aromatische Garnitur für Cocktails und Salate. In der asiatischen Küche werden Kumquats zudem gerne eingelegt oder zu Sirup verarbeitet, ähnlich wie bei der Herstellung von Zitronen-Konfitüre. Wer Zitrusfrüchte mag und noch keine Kumquat probiert hat, sollte sich auf den ungewohnten Moment einstellen, in dem Süße und Säure sich im selben Bissen abwechseln, statt wie sonst getrennt aufzutreten.

