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9 Fakten über die Avocado

Die Avocado ist innerhalb weniger Jahre vom Exoten zum Standardsortiment aufgestiegen. Ein paar Dinge über sie sind allerdings selbst eingefleischten Guacamole-Fans neu.

1. Es gibt einen Tag der Avocado

In den USA wird seit 2017 am 31. Juli der National Avocado Day begangen. Er reiht sich ein in eine lange Liste kurioser Lebensmittelfeiertage und geht, wie die meisten davon, auf Marketing zurück und nicht auf eine historische Tradition.

2. Botanisch ist die Avocado eine Beere

Der Avocadobaum (Persea americana) gehört zu den Lorbeergewächsen und ist damit mit Lorbeer, Zimt und Sassafras verwandt. Die Frucht selbst ist aus botanischer Sicht eine einsamige Beere. Dass sie in der Küche wie Gemüse behandelt wird, ändert daran nichts. Die ausführliche Antwort steht im Beitrag Ist Avocado Obst oder Gemüse?.

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3. Sie ist die fettreichste Frucht im Supermarkt

Mit rund 160 Kilokalorien und etwa 15 Gramm Fett pro 100 Gramm liegt die Avocado weit vor jedem anderen Obst. Eine mittelgroße Hass bringt es damit auf ungefähr 200 bis 230 Kilokalorien. Der überwiegende Teil des Fetts besteht aus einfach ungesättigten Fettsäuren, vor allem Ölsäure, wie sie auch in Olivenöl vorkommt.

Die oft zu lesende Aussage, die Avocado senke den Cholesterinspiegel, greift dabei zu kurz. Belegt ist, dass sich Blutfettwerte günstig entwickeln, wenn ungesättigte Fette gesättigte ersetzen. Die Avocado zusätzlich zu essen, bewirkt das nicht.

4. Sie reift nicht am Baum

Das ist die wohl praktischste Eigenschaft der Frucht: Am Baum wird eine Avocado nicht weich. Der Reifeprozess startet erst nach der Ernte. Der Baum funktioniert damit als natürliches Lager, und die Früchte lassen sich hart pflücken, wochenlang transportieren und gezielt nachreifen lassen.

5. Der Name hat eine umstrittene Herkunft

Das Wort geht auf das Nahuatl-Wort áhuacatl zurück, aus dem im Spanischen „aguacate“ wurde. In vielen Texten steht, áhuacatl bedeute „Hoden“. Diese Deutung ist sehr verbreitet, unter Sprachwissenschaftlern aber umstritten: Sie könnte eine spätere volksetymologische Zuschreibung sein.

Gesichert ist dagegen ein anderer sprachlicher Umweg. In Teilen Südamerikas verwandelte sich „aguacate“ im Volksmund zu „abogado“, was auf Spanisch schlicht Anwalt heißt.

6. Sie hat ihren Verbreiter überlebt

Der Kern einer Avocado ist zu groß, als dass ihn heutige Tiere verschlucken und weitertragen könnten. Die gängige Erklärung dafür lautet, dass die Frucht sich an eine längst ausgestorbene Megafauna angepasst hat, an Riesenfaultiere und elefantenähnliche Gomphotherien, die sie im Ganzen fraßen und die Kerne andernorts wieder ausschieden.

Das ist eine gut begründete Hypothese und keine gesicherte Tatsache, sie erklärt aber elegant, warum die Avocado ohne den Menschen vermutlich nur ein Nischendasein führen würde.

7. Alle Hass-Avocados der Welt stammen von einem Baum ab

Die mit Abstand meistverkaufte Sorte geht auf einen einzigen Sämling zurück, den der Postbote Rudolph Hass in den 1920er Jahren in Kalifornien zog. 1935 ließ er die Sorte patentieren. Weil Avocados durch Pfropfung vermehrt werden, ist heute praktisch jede Hass-Avocado ein Klon dieses Mutterbaums. Der Name hat also nichts mit dem deutschen Wort zu tun.

8. Der Kern ist kein Superfood

In Blättern, Rinde und Kern steckt Persin, das für Vögel, Nagetiere, Pferde und in größeren Mengen auch für Hunde und Katzen giftig ist. Beim Menschen ist eine akute Giftwirkung nicht belegt, der Kern ist aber extrem gerbstoffreich und bitter. Empfehlungen, ihn zu mahlen und in Smoothies zu geben, entbehren jeder Grundlage.

9. Sie ist ein Wasserfresser

Stiftung Warentest nennt knapp 2.000 Liter Wasser für ein Kilogramm Avocados. Zum Vergleich: Tomaten kommen auf rund 200 Liter, Kartoffeln auf rund 290 Liter. Knapp ein Drittel der nach Deutschland importierten Früchte stammt aus Peru, wo der Anbau in trockenen Küstenregionen stattfindet. In Chile versiegten 2021 Flüsse und Brunnen so weit, dass die Wasserversorgung per Lastwagen erfolgen musste. Die vollständige Recherche steht bei Stiftung Warentest.

Und ein zehntes Detail, das viele erst beim Aufschneiden bemerken: Eine Avocado kann bitter schmecken, und die Ursache lässt sich am Fruchtfleisch ablesen.

Sarah
Sarah
Mein Kühlschrank sieht selten nach Wocheneinkauf aus, eher nach Rückreise vom Asiamarkt: Sumach, Kung Pao Soße, eine Durian, die im Treppenhaus schon für Beschwerden gesorgt hat. Seit 2018 schreibe ich hier über genau solche Zutaten und darüber, warum das Umami einer Soße oft mehr über sie verrät als die Zutatenliste. Wenn ein Produkt hält, was die Verpackung verspricht, schreibe ich das. Wenn nicht, ebenfalls.
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