Cherimoya schmeckt süß und cremig wie ein Vanillepudding mit Frucht: Banane, Ananas und Birne kommen zusammen, dazu ein Hauch Erdbeere und eine leichte Säure im Hintergrund. Die Textur ist dabei mindestens so prägend wie der Geschmack, das weiße Fruchtfleisch ist weich, faserfrei und löffelbar wie ein Dessert.
Der Schriftsteller Mark Twain nannte sie nach seiner ersten Begegnung auf Hawaii die köstlichste Frucht, die Menschen kennen. Die Beschreibung ist übertrieben, aber sie erklärt, warum die Cherimoya bis heute den Beinamen „Königin der Früchte“ trägt.
Reife erkennen
Das ist bei dieser Frucht der entscheidende Punkt, denn unreife Cherimoya schmeckt nach fast nichts: fest, sauer und wenig aromatisch.
Reif ist sie, wenn die grüne, schuppenartig gemusterte Schale matt und leicht bräunlich wird und das Fruchtfleisch auf sanften Druck deutlich nachgibt, ähnlich wie eine reife Avocado. Braune Flecken auf der Schale sind kein Mangel, sondern ein gutes Zeichen.
Harte Früchte reifen bei Zimmertemperatur in zwei bis vier Tagen nach. In den Kühlschrank dürfen sie erst danach, und auch dann nur kurz: Unter etwa acht Grad nimmt die Frucht Kälteschaden, wird fleckig und reift nicht mehr weiter.
Wie isst man eine Cherimoya?
Am einfachsten längs halbieren und das Fruchtfleisch mit einem Löffel herausessen, wie bei einer Kiwi. Die großen schwarzen Kerne sitzen locker im Fruchtfleisch und werden dabei ausgespuckt oder vorher herausgesammelt.
Schale und Kerne werden nicht gegessen. Die Kerne enthalten Acetogenine, eine Gruppe pflanzeneigener Wirkstoffe, die in der Herkunftsregion traditionell als Insektizid genutzt wurden. Sie sollten weder zerkaut noch zerkleinert werden. Ganz verschluckt passieren sie den Verdauungstrakt zwar unbeschadet, aber es gibt keinen Grund, das zu riskieren.
Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang eine Forschungsdebatte: Bei mehreren Annonengewächsen, vor allem bei der Stachelannone, wird ein Zusammenhang zwischen dem starken, langjährigen Konsum von Blättern und Tees und einer atypischen Form des Parkinsonsyndroms in der Karibik untersucht. Betroffen sind dabei Blätter, Kerne und Extrakte, nicht der gelegentliche Verzehr des Fruchtfleischs. Entsprechende Blätterpräparate sind in der EU als Nahrungsergänzungsmittel ohnehin nicht zugelassen.
Ein praktischer Hinweis: Das Fruchtfleisch oxidiert an der Luft sehr schnell und wird braun. Wer die Frucht vorbereitet, gibt einen Spritzer Limette darüber.

Woher kommt die Cherimoya?
Die Cherimoya (Annona cherimola) stammt aus den Andentälern Perus, Ecuadors und Kolumbiens, wo sie in mittleren Höhenlagen wächst. Sie braucht subtropisches Klima ohne Frost, aber auch ohne tropische Hitze, was ihr Anbaugebiet stark einschränkt.
Der größte Produzent ist heute Spanien, genauer die Costa Tropical in Andalusien zwischen Almuñécar und Motril. Von dort kommt auch der überwiegende Teil der Früchte, die in deutschen Supermärkten liegen, und zwar zwischen Oktober und März. Das ist die einzige Zeit, in der man sie hierzulande überhaupt vernünftig bekommt.
Cherimoya und ihre Verwandten
Die Familie der Annonengewächse bringt mehrere ähnliche Früchte hervor, die regelmäßig verwechselt werden. Der Zimtapfel (Annona squamosa) hat eine deutlich gröber gefelderte, fast schuppige Schale und körnigeres Fruchtfleisch. Die Stachelannone oder Guanabana (Annona muricata) ist größer, grün bestachelt, deutlich saurer und faseriger. Die Atemoya ist eine Kreuzung aus Cherimoya und Zimtapfel.
Was macht man aus Cherimoya?
Am besten gar nichts. Sie ist eine Frucht, die pur und gekühlt am überzeugendsten schmeckt, und ihr Aroma leidet beim Erhitzen deutlich.
Wenn doch, dann kalt: als Sorbet oder Eis, im Smoothie mit Limette, als Creme oder püriert über Joghurt. In Peru wird sie klassisch zu Helado de Chirimoya verarbeitet. Wer eine ähnlich cremige, aber deutlich säurereichere Alternative sucht, wird bei der Passionsfrucht fündig, wer es tropisch-parfümiert mag, bei der Mangostan.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Kerne und Schale der Cherimoya gehören nicht auf den Teller.
