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Wie schmeckt Hundefutter?

Zwei Näpfe mit Trocken- und Nassfutter für Hunde

Ab und zu taucht in den sozialen Netzwerken die gleiche Mutprobe wieder auf: Jemand öffnet eine Dose Hundefutter, nimmt einen Löffel und filmt die eigene Reaktion für ein paar Sekunden Aufmerksamkeit. Was zunächst nach reinem Internet-Klamauk aussieht, hat aber auch eine ernsthaftere Seite. Immer wieder probieren auch Menschen aus der Futterbranche ihr eigenes Produkt, um zu demonstrieren, dass es sauber verarbeitet ist. Christian Knauss, Geschäftsführer des Hundefutterherstellers The Goodstuff, sagt dazu im Podcast-Interview mit Leadersnet unumwunden: „Natürlich habe ich schon Hundefutter probiert.“ Auch unabhängige Testportale gehen über die reine Zutatenanalyse hinaus: Der Betreiber von hundefutter-tests.net testet nach eigenen Angaben seit 2017 jedes Futter, das er bewertet, selbst und prüft dabei neben Zutaten und Fleischanteil auch die Alltagstauglichkeit für den Hund.

Woraus Hundefutter eigentlich besteht

Ein Blick auf die Zutatenliste erklärt schon einiges vom späteren Geschmack. Hochwertigeres Futter enthält einen nennenswerten Anteil an Muskelfleisch oder deklariertem Tiermehl, günstigere Trockenfutter-Rezepturen strecken die Masse dagegen mit Getreide, Mais oder Soja als preiswerten Füllstoffen. Wer sein Tier getreidefrei ernähren möchte, greift stattdessen häufig zu Kartoffeln, Reis oder Hülsenfrüchten als Kohlenhydratquelle. Dazu kommen tierische Nebenerzeugnisse: Laut einer Aufstellung des Hundeshops können in Hundefutter auch Klauen, Hufe, Hörner, Borsten oder Federn verarbeitet sein, was für die meisten Menschen wenig appetitlich klingt, für den Hund ernährungsphysiologisch aber unproblematisch ist.

Damit das Futter überhaupt gerne gefressen wird, setzen manche Hersteller zusätzlich auf sogenannte Lockstoffe, auch Palatants genannt: künstliche Aroma- und Geschmacksstoffe, die eigens auf die Geschmacksvorlieben von Hunden abgestimmt sind, nicht auf die von Menschen. Fachportale wie feed-green.de weisen darauf hin, dass unter diesen Zusatzstoffen auch Appetitanreger und Farbstoffe zu finden sind, die vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn die eigentliche Rezeptur eher schlicht ausfällt und das Tier trotzdem zuverlässig zum Fressen animiert werden soll. Vitamine und Mineralstoffe werden meist separat zudosiert, weil das enthaltene Fleisch- oder Getreidemehl allein nicht die komplette Nährstoffbilanz eines Hundes abdeckt.

Wie schmeckt es nun wirklich?

Wer schon einmal probiert hat, kommt meist zum selben Fazit: Hundefutter schmeckt selten wirklich schlimm, aber auch praktisch nie gut. Das Portal familie.de beschreibt den ersten Eindruck so, dass das Futter „eigenartig riecht und nicht besonders appetitlich aussieht“. Trockenfutter wirkt dabei oft täuschend harmlos, weil es kaum riecht und auf den ersten Blick appetitlicher erscheint als Nassfutter, dieser Schein trügt jedoch, sobald man tatsächlich hineinbeißt. Die Konsistenz erinnert an trockenes, leicht mehliges Knabbergebäck ohne nennenswerte Würze, staubig und fade im Abgang. Nassfutter wird von Menschen, die es probiert haben, meist als fahl, leicht metallisch und komplett ungewürzt beschrieben, mit einer stumpfen Umami-Note, die vom verarbeiteten Fleisch- oder Tiermehl stammt und am ehesten an ein sehr mildes, salzloses Pastetenmix erinnert. Süße, Säure oder Schärfe, wie sie menschliche Zungen aus der eigenen Küche kennen, kommen praktisch nicht vor, weil sie im Geschmackssinn von Hunden schlicht keine relevante Rolle spielen. Genau das macht Hundefutter für neugierige Menschen so uninteressant im positiven wie im negativen Sinn: Es ist selten eklig, aber eben auch nie ein Genuss.

Warum Hundefutter trotzdem nichts für den menschlichen Speiseplan ist

Auch wenn ein einzelner Löffel aus einer Mutprobe niemandem ernsthaft schadet, ist Hundefutter weder für den menschlichen Verzehr zugelassen noch dafür geprüft. Das liegt am Lebensmittelrecht selbst: Wie das Portal wissen.de erklärt, verliert selbst hochwertiges Fleisch seinen Lebensmittelstatus, sobald es in eine Tierfutterfabrik gelangt, und wird automatisch als „Kategorie-3-Nebenerzeugnis“ eingestuft, unabhängig von der tatsächlichen Qualität des Ausgangsmaterials. Die durchgängigen Hygienekontrollen vom Aufwachsen des Tieres bis zum Schlachthof, wie sie für Lebensmittel vorgeschrieben sind, gelten für Futtermittel in dieser strengen Form nicht mehr.

Hinzu kommt: Manche Zusatzstoffe, die im Tierfutter erlaubt sind, sind es für Menschen nicht, und einzelne Vitamine sind für Hunde und Menschen in ganz unterschiedlichen Dosen unbedenklich. Das Portal nobelfutter.de weist etwa darauf hin, dass Vitamin K3, auch Menadion genannt, ein in manchen Futtermitteln zugesetztes Vitamin, „in hohen Dosen für den Menschen giftig sein kann“. Auch familie.de kommt zu einem eindeutigen Schluss: Ein einzelner Löffel Hundefutter führt zwar nicht zu einer Vergiftung, eine dauerhafte Ernährung damit aber zu Mangelerscheinungen, weil die gesamte Nährstoffzusammensetzung auf den Hund und nicht auf den Menschen zugeschnitten ist. Hundefutter ist damit ausdrücklich kein Lebensmittel und keine Verzehrsempfehlung für Menschen, sondern ein Erzeugnis mit eigenen, tierbezogenen Standards.

Unser Fazit deckt sich entsprechend mit dem der zitierten Quellen: Hundefutter ist ein interessantes Studienobjekt für alle, die sich für Ernährung, Deklaration und Lebensmittelrecht interessieren, aber keine Zutat für den eigenen Speiseplan. Wer testen möchte, wie weit die eigene Neugier auf ungewöhnliche Geschmackserlebnisse reicht, ist ohnehin bei anderen kuriosen Themen auf wie-schmeckt.de besser aufgehoben, etwa bei der Frage, wie Ohrenschmalz schmeckt, warum Urin einen ganz bestimmten Beigeschmack hat oder wieso Blut im Mund so metallisch schmeckt. Alles Dinge, die man aus Neugier einmal hinterfragen darf, ohne sie deshalb gleich probieren zu müssen.