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Wie schmeckt Jujube?

Jujube-Früchte (chinesische Datteln) am Zweig

Frisch schmeckt die Jujube wie ein kleiner, süßer Apfel: knackig, mild und leicht säuerlich. Getrocknet schmeckt sie dagegen völlig anders, nämlich karamellig-süß und dattelartig, mit einer zähen, ledrigen Textur. Wer die eine kennt, hat von der anderen noch keine Vorstellung.

Das ist auch der häufigste Grund für Missverständnisse: In Europa bekommt man fast ausschließlich die getrocknete Form, die berechtigterweise Chinesische Dattel oder Rote Dattel heißt, obwohl die Pflanze mit der Dattelpalme nicht das Geringste zu tun hat.

Frisch oder getrocknet: zwei Lebensmittel

Frische Jujuben haben eine glatte, glänzende Schale, die von Grün über Gelb nach Rotbraun umschlägt. Das Fruchtfleisch ist weiß, fest und saftig. Geschmacklich liegen sie zwischen Apfel und Birne, mit einer leichten Herbe in der Schale. Je weiter sie ausreifen, desto süßer und mehliger werden sie.

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Getrocknete Jujuben sind dunkelrot bis braun, runzelig und deutlich süßer. Der Zucker konzentriert sich, das Aroma wird tiefer und erinnert an Dattel, Feige und geröstete Karamellnoten. Sie sind die Form, die in der chinesischen Küche und in Apotheken für traditionelle Zubereitungen verwendet wird.

Ein Punkt, der beim Trocknen verloren geht, ist bemerkenswert: Frische Jujuben gehören zu den vitamin-C-reichsten Früchten überhaupt. Beim Trocknen bleibt davon nur ein Bruchteil übrig.

Wie sieht die Frucht aus?

Jujuben sind rund bis länglich-oval und je nach Sorte etwa zwei bis vier Zentimeter groß, also ungefähr olivengroß. In der Mitte sitzt ein länglicher, spitzer Steinkern, der nicht gegessen wird. Der Baum bleibt klein, trägt kleine gelbliche Blüten und ist auffallend dornig.

Woher stammt die Jujube?

Die Jujube (Ziziphus jujuba) gehört zu den Kreuzdorngewächsen und stammt aus China, wo sie seit über viertausend Jahren kultiviert wird und zu den ältesten Kulturfrüchten des Landes zählt. Von dort verbreitete sie sich über Vorderasien bis in den Mittelmeerraum.

In Europa hat sie längst Fuß gefasst: In Spanien heißt sie azufaifa, in Italien giuggiola, und in beiden Ländern gibt es alte lokale Traditionen rund um die Frucht, etwa den venetischen Likörwein Brodo di giuggiole. Der Baum ist ausgesprochen anspruchslos, verträgt Trockenheit und Frost bis etwa minus zwanzig Grad und wird deshalb auch in Deutschland gelegentlich als Liebhaberobst gezogen.

Nebenbei erklärt das auch eine sprachliche Kuriosität: Die im englischen Sprachraum als Jujubes bekannten Gummibonbons heißen so, weil sie ursprünglich Extrakt dieser Frucht enthielten.

Ratespiel

Fünf Lebensmittel, eine Weltkarte: Setz den Pin dorthin, wo sie ursprünglich herkommen. Je näher am Ursprung, desto mehr Punkte. Mit dabei: Jujube.

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Wie verwendet man Jujuben?

Frische Früchte isst man einfach aus der Hand, wie kleine Äpfel. Getrocknete Jujuben lassen sich als Snack knabbern, sind aber vor allem eine Kochzutat.

In der chinesischen Küche wandern sie in Suppen, Congee, gedämpfte Reisgerichte und in Füllungen. Sehr verbreitet ist Jujubentee, bei dem die Früchte mit Ingwer und etwas Honig aufgekocht werden. Sie geben dabei eine milde, karamellige Süße ab, ohne dominant zu werden. Auch für Kompott, Marmelade, Chutney und Ansätze in Alkohol eignen sie sich.

Ein praktischer Hinweis für Suppen: Getrocknete Jujuben werden vorher kurz eingeweicht und mit einem Messer leicht eingeritzt, damit sie ihr Aroma besser abgeben.

Haltbarkeit

Frische Jujuben halten sich nur wenige Tage bei Zimmertemperatur und im Kühlschrank etwa ein bis zwei Wochen. Sie werden schnell runzelig, was aber kein Verderb ist, sondern der Beginn des natürlichen Trocknungsprozesses. Getrocknete Früchte sind kühl, dunkel und luftdicht gelagert über ein Jahr haltbar.

Ist die Jujube gesund?

Sie liefert Ballaststoffe, Kalium und, in frischem Zustand, sehr viel Vitamin C. In der traditionellen chinesischen Medizin wird sie seit Jahrhunderten eingesetzt, unter anderem bei Schlafstörungen und zur „Stärkung“. Diese Anwendungen sind Überlieferung, keine wissenschaftlich belegten Wirkungen. Die vorhandenen Studien sind klein und lassen keine Aussagen über einen therapeutischen Nutzen zu.

Als Frucht ist die Jujube unbedenklich. Wer sie mit anderen süßen Trockenfrüchten vergleicht, sollte im Kopf behalten, dass getrocknete Ware sehr zuckerreich ist.

Zum Weiterspielen: Ob die Jujube eher nach Ostasien oder in den Nahen Osten gehört, kannst du bei Zungo auf der Weltkarte beantworten.

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Laura
Bevor ich für wie-schmeckt.de angefangen habe, stand ich jahrelang hinter der Bar, und dort lernt man vor allem eines: Bitterstoffe, Säure und Aroma sauber auseinanderzuhalten. Das nutze ich heute für Texte über Tonkabohnen, Koriander oder Trüffel. Genauso oft übernehme ich die Fragen, die zwar ständig ins Suchfeld getippt, aber nie laut gestellt werden. Auch die verdienen eine nüchterne, ordentlich recherchierte Antwort statt eines Witzes.