Berichte beschreiben Katzenfleisch als hell, fest und eher zäh, geschmacklich zwischen Kaninchen und Geflügel, aber deutlich würziger und mit einem strengen Eigengeruch. Verlässliche Schilderungen sind rar, und wie bei allen selten gegessenen Fleischsorten schwanken sie stark, je nachdem wie das Fleisch zubereitet und gewürzt wurde.
Auffällig ist, dass sich die Berichte in einem Punkt einig sind: Katzenfleisch riecht beim Garen unangenehm streng, weshalb es in den Regionen, in denen es gegessen wird, praktisch immer stark gewürzt oder lange geschmort wird.
Ist Katzenfleisch giftig?
Giftig im eigentlichen Sinne ist es nicht. Die Risiken liegen woanders, nämlich bei Krankheitserregern.
Katzen sind der Hauptwirt von Toxoplasma gondii. Der Verzehr von rohem oder unzureichend erhitztem Katzenfleisch gilt deshalb als Infektionsweg für Toxoplasmose, die vor allem in der Schwangerschaft gefährlich ist. Dazu kommen, wie beim Hundefleischhandel, das Risiko einer Tollwutübertragung bei unkontrollierter Schlachtung sowie übliche Parasiten und Bakterien.
Entscheidend ist dabei ein struktureller Punkt: In den Ländern, in denen Katzenfleisch gegessen wird, gibt es dafür keine veterinäre Fleischbeschau. Die Tiere stammen häufig aus Straßenpopulationen oder aus Diebstählen, entsprechend fehlt jede Kontrolle von Gesundheitszustand und Herkunft.
Wo ist Katzenfleisch erlaubt, wo verboten?
In Deutschland ist die Rechtslage eindeutig. Die Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung bestimmt in § 22: „Es ist verboten, Fleisch von Hunden (Canidae), Katzen (Felidae) sowie von Affen zum Zwecke des menschlichen Verzehrs zu gewinnen oder in den Verkehr zu bringen.“ Nachzulesen bei Gesetze im Internet. Ein Handel ist damit ausgeschlossen.
Ähnliche Verbote gelten in der übrigen EU, in der Schweiz sowie in den USA, wo ein Bundesgesetz von 2018 Erwerb, Transport und Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch untersagt.
Gegessen wird es noch in Teilen Südostasiens und Südchinas, vor allem in Vietnam und in der Provinz Guangdong. Die Tendenz ist allerdings klar rückläufig: Mehrere vietnamesische Städte, darunter Hanoi, haben ihre Bewohner offiziell zum Verzicht aufgerufen, unter anderem mit Verweis auf das Tollwutrisiko und das internationale Ansehen. In Südkorea, wo Katzenfleisch traditionell zu einem Sud verarbeitet wurde, ist mit dem Hundefleischgesetz von 2024 auch dieser Markt weitgehend verschwunden.
Auch in Europa wurde Katze gegessen
Das gerät leicht in Vergessenheit: In Mitteleuropa war Katzenfleisch in Notzeiten durchaus verbreitet. In beiden Weltkriegen und in den Hungerjahren danach landeten Katzen in Deutschland und Österreich regelmäßig im Topf, gehandelt unter dem beschönigenden Namen „Dachhase“.
Das Beispiel zeigt, wie stark solche Tabus an Wohlstand geknüpft sind. Ein Tier wird nicht deshalb zum Haustier, weil es dazu bestimmt wäre, sondern weil eine Gesellschaft es sich leisten kann, es nicht zu essen.
Warum die Debatte so aufgeladen ist
Welche Tiere gegessen werden dürfen, ist fast nie eine biologische, sondern eine kulturelle Frage. Schwein ist für Muslime und Juden tabu, Rind in Indien, Pferd in Großbritannien, Hund und Katze bei uns.
Wie willkürlich die Grenze zwischen Haustier und Nutztier verläuft, lässt sich gut an einem zweiten Beispiel nachvollziehen: In Peru ist das Meerschweinchen ein Festtagsessen, hierzulande ein Kinderhaustier.
