Hundefleisch wird von Menschen, die es gegessen haben, meist als kräftig und würzig beschrieben, irgendwo zwischen Rind und Wildbret, mit einer festen, eher zähen Struktur. Verlässliche Beschreibungen sind allerdings dünn gesät, und was in Berichten steht, hängt stark davon ab, wie das Fleisch gewürzt und zubereitet wurde.
Aussehen und Geschmack
Rohes Hundefleisch ist rosa bis dunkelrot und im verarbeiteten Zustand kaum von anderem Fleisch zu unterscheiden. Berichte beschreiben es übereinstimmend als fester und faseriger als Schwein, mit einem kräftigen Eigengeschmack.
In den Küchen, in denen es verwendet wird, spielt starkes Würzen eine große Rolle. In Vietnam wird es unter anderem zu Wurst verarbeitet, in Korea war das Suppengericht Bosintang die verbreitetste Zubereitung. Ähnliches gilt für Katzenfleisch, das in denselben Regionen eine vergleichbare Rolle spielt.
Zehn Nahaufnahmen, vier Antworten pro Bild. Die ersten sind machbar, ab der Mitte wird es unangenehm.
Wo wird Hundefleisch gegessen, und wo nicht mehr?
Hier hat sich in den letzten Jahren mehr verändert als in den Jahrzehnten davor. Südkorea, lange das Land mit der sichtbarsten Hundefleischkultur, hat den Handel gesetzlich beendet.
Am 9. Januar 2024 verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das Zucht, Schlachtung, Handel und Verkauf von Hundefleisch für den menschlichen Verzehr verbietet. Die Abstimmung fiel eindeutig aus: 208 Stimmen dafür, keine dagegen, zwei Enthaltungen. Betroffen waren nach Regierungsangaben 1.156 Hundefarmen mit über einer halben Million Tieren sowie 1.666 Restaurants, die Hund auf der Karte hatten. Verstöße werden mit bis zu drei Jahren Haft oder Geldstrafen bis zu 30 Millionen Won geahndet, umgerechnet rund 20.000 Euro. Das Gesetz greift nach einer Übergangsfrist ab 2027, in der Betriebe registriert und beim Ausstieg finanziell unterstützt werden. Die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht hat den Vorgang zusammengefasst.
In anderen Ländern besteht der Verzehr fort, allerdings meist regional begrenzt und mit stark rückläufiger Tendenz. Genannt werden üblicherweise Teile Chinas, Vietnams, Indonesiens, der Philippinen sowie einige Regionen in Zentral- und Nordasien. In vielen dieser Länder gibt es inzwischen lokale Verbote, etwa in einzelnen chinesischen Städten.
Wie ist die Lage in Europa?
In Deutschland ist der Verzehr faktisch ausgeschlossen: Die Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung bestimmt in § 22: „Es ist verboten, Fleisch von Hunden (Canidae), Katzen (Felidae) sowie von Affen zum Zwecke des menschlichen Verzehrs zu gewinnen oder in den Verkehr zu bringen.“ Nachzulesen bei Gesetze im Internet. Die letzte Hundeschlachterei in Deutschland wurde 1986 in Augsburg geschlossen.
In der Schweiz gilt eine ähnliche Regel: Das gewerbliche Inverkehrbringen von Hundefleisch ist verboten. Berichte über vereinzelten Eigenverzehr in ländlichen Regionen gibt es, sie beziehen sich aber auf einen rechtlich geduldeten Graubereich, nicht auf einen legalen Markt oder gar auf Zuchtbetriebe.
Gesundheitliche Risiken
Der Hundefleischhandel ist nicht nur ein Tierschutzthema. Er gilt international als Risikofaktor für die Übertragung von Tollwut, weil Tiere unkontrolliert transportiert und ohne veterinäre Untersuchung geschlachtet werden. Dokumentiert sind außerdem Ausbrüche von Cholera im Zusammenhang mit dem Handel sowie ein erhöhtes Risiko für Trichinellose.
Die verbreitete Vorstellung, Hundefleisch sei besonders nährstoffreich oder gar hochwertiger als Rindfleisch, lässt sich nicht belegen. Ernährungsphysiologisch unterscheidet es sich nicht wesentlich von anderem rotem Fleisch. Die in der traditionellen ostasiatischen Ernährungslehre verbreitete Zuschreibung, es wirke „wärmend“ oder stärkend, ist Überlieferung und keine wissenschaftlich belegte Wirkung.
Warum die Frage überhaupt so aufgeladen ist
Welche Tiere gegessen werden dürfen und welche nicht, ist kaum je eine Frage der Biologie und fast immer eine Frage der Kultur. Schweinefleisch ist für Muslime und Juden tabu, Rinder dürfen in Indien nicht geschlachtet werden, Pferdefleisch ist in Großbritannien praktisch undenkbar und in Frankreich normal.
Beim Hund kommt hinzu, dass er in vielen Gesellschaften den Status eines Familienmitglieds hat, was die Debatte emotional auflädt. Historisch war das keineswegs immer so: Auch in Mitteleuropa wurden Hunde über lange Zeiträume gegessen, in Notzeiten bis ins 20. Jahrhundert hinein.
Ein Beispiel dafür, das ohne jede Empörung auskommt, liefert Südamerika: Dort ist das Meerschweinchen seit Jahrtausenden ein Nutztier und steht zu Hochzeiten und Geburtstagen auf dem Tisch.

