Wonach schmeckt eine Pastinake? Und wie beschreibt man eigentlich Kefir jemandem, der ihn noch nie getrunken hat? Fragen wie diese landen jeden Monat zehntausendfach bei Google. Wir wollten wissen, welche davon Deutschland wirklich umtreibt, und haben 246 Formulierungen des Musters „Wie schmeckt X?“ ausgewertet.
Das Ergebnis: 54.130 Suchanfragen pro Monat entfallen allein auf diese 246 Fragen. 211 davon haben messbares Volumen, 35 werden praktisch nie gestellt.
Die 25 meistgestellten Geschmacksfragen
| # | Frage | Suchanfragen pro Monat |
|---|---|---|
| 1 | Wie schmeckt Sperma? | 2.900 |
| 2 | Wie schmeckt Matcha? | 2.900 |
| 3 | Wie schmeckt Menschenfleisch? | 1.300 |
| 4 | Wie schmeckt Kefir? | 1.300 |
| 5 | Wie schmeckt Trüffel? | 1.300 |
| 6 | Wie schmeckt Muttermilch? | 1.000 |
| 7 | Wie schmeckt Avocado? | 1.000 |
| 8 | Wie schmeckt Papaya? | 1.000 |
| 9 | Wie schmeckt Pastinake? | 1.000 |
| 10 | Wie schmeckt Koriander? | 1.000 |
| 11 | Wie schmeckt Safran? | 1.000 |
| 12 | Wie schmeckt Topinambur? | 880 |
| 13 | Wie schmeckt Kardamom? | 880 |
| 14 | Wie schmeckt Drachenfrucht? | 720 |
| 15 | Wie schmeckt Kaki? | 720 |
| 16 | Wie schmeckt Mangold? | 720 |
| 17 | Wie schmecken Tonkabohnen? | 720 |
| 18 | Wie schmeckt Skyr? | 590 |
| 19 | Wie schmeckt Artischocke? | 590 |
| 20 | Wie schmeckt Pak Choi? | 590 |
| 21 | Wie schmeckt Quinoa? | 590 |
| 22 | Wie schmecken Quitten? | 590 |
| 23 | Wie schmeckt Tofu? | 590 |
| 24 | Wie schmeckt Kurkuma? | 590 |
| 25 | Wie schmecken Austern? | 480 |
Die häufigste Frage ist eine, die niemand laut stellt
An der Spitze steht mit 2.900 Anfragen pro Monat die Frage nach dem Geschmack von Sperma, gleichauf mit Matcha. Auf Platz drei folgt Menschenfleisch, auf Platz sechs Muttermilch.
Das ist kein Zufall der Stichprobe, sondern ein Muster. Fragen aus dem Bereich Tabu und Kuriosität werden zwar deutlich seltener gestellt als Fragen zu Obst und Gemüse, aber die einzelne Tabufrage ist die stärkste überhaupt. Mit 383 Suchanfragen im Schnitt liegt diese Gruppe klar vor allen anderen. Der Grund liegt auf der Hand: Wer wissen will, wie eine Gurke schmeckt, kauft eine. Bei den anderen Fragen bleibt nur die Suchmaschine.
Die Masse trägt das Gemüse
Über alle 246 Fragen hinweg dreht sich das Bild. Nach Gesamtvolumen dominieren pflanzliche Lebensmittel mit deutlichem Abstand. Der Grund ist simpel: Es gibt davon schlicht mehr.

| Warengruppe | Fragen | Suchanfragen | Anteil | Ø je Frage |
|---|---|---|---|---|
| Pflanzlich | 80 | 20.810 | 38,4 % | 277 |
| Tierisch | 68 | 12.600 | 23,3 % | 197 |
| Würzen & Süßen | 39 | 11.230 | 20,7 % | 304 |
| Tabu & Kurioses | 25 | 6.510 | 12,0 % | 383 |
| Getränke | 16 | 2.860 | 5,3 % | 179 |
| Popkultur | 18 | 120 | 0,2 % | 60 |
Auffällig ist die Gruppe „Würzen & Süßen“. Sie stellt nur 39 der 246 Fragen, kommt aber auf gut ein Fünftel des Volumens. Gewürze sind offenbar das, was Menschen im Regal stehen sehen, ohne eine Vorstellung vom Geschmack zu haben. Safran, Kardamom und Tonkabohnen liegen alle im vierstelligen oder hohen dreistelligen Bereich.
Fiktives Essen interessiert niemanden
Der deutlichste Negativbefund betrifft Speisen aus Filmen, Büchern und Spielen. 18 Fragen dieser Art kommen zusammen auf ganze 120 Suchanfragen im Monat. Bei 16 von 18 ist das Volumen nicht messbar.
Nur zwei Ausnahmen gibt es: Butterbier aus Harry Potter mit 110 Anfragen und Duff Bier aus den Simpsons mit 10. Wer wissen will, wie Lembas-Brot oder Nuka Cola schmecken, fragt Google offensichtlich nicht danach. Vermutlich, weil die Antwort ohnehin erfunden wäre.
Wie belastbar sind diese Zahlen?
Zwei Einschränkungen gehören zu diesem Report dazu, und beide sprechen dafür, die Werte als Größenordnung zu lesen und nicht als exakte Messung.
Erstens rundet Google stark. Die 211 Fragen mit messbarem Volumen verteilen sich auf lediglich 21 verschiedene Werte: 10, 20, 30, 40, 50, 70, 90, 110, 140, 170, 210, 260, 320, 390, 480, 590, 720, 880, 1.000, 1.300 und 2.900. Die Abstände wachsen jeweils um etwa 22 Prozent. Ein Unterschied zwischen zwei benachbarten Begriffen kann also allein aus dieser Rundung stammen.

Zweitens filtert Google. Für einen Teil der besonders heiklen Begriffe liefert das Werkzeug überhaupt keine Werte, etwa für Kot oder Vagina. Dass ausgerechnet diese Begriffe leer bleiben, während Sperma mit 2.900 Anfragen an der Spitze steht, ist kein Hinweis auf fehlendes Interesse, sondern auf die Funktionsweise des Werkzeugs. Es ist für Werbetreibende gebaut, und auf solche Begriffe lassen sich keine Anzeigen buchen. Die Gruppe „Tabu & Kurioses“ ist in dieser Auswertung also eher zu niedrig als zu hoch ausgewiesen.
Methodik
Grundlage sind 246 Suchphrasen des Musters „Wie schmeckt X?“ beziehungsweise „Wie schmecken X?“. Die Begriffe stammen aus dem Themenbestand dieser Seite und wurden um Varianten ergänzt, die in der Suche nachgefragt werden.
Die Volumina wurden am 5. August 2026 über den Google Keyword Planner erhoben, Region Deutschland, als Durchschnitt der jeweils letzten zwölf Monate. Fragen ohne messbares Volumen gehen mit dem Wert null in die Auswertung ein. Die Zuordnung zu Warengruppen erfolgte redaktionell. Die Grafiken wurden unmittelbar aus diesem Datensatz erzeugt.
Redaktionen und Autorinnen und Autoren, die mit den Zahlen arbeiten möchten, erhalten den vollständigen Datensatz mit allen 246 Phrasen auf Anfrage über unser Kontaktformular. Die Grafiken dürfen mit Quellenangabe und Link auf diese Seite frei verwendet werden.
Quellen und weiterführende Informationen
Zur Funktionsweise des Geschmackssinns und zur Einordnung der Ergebnisse:
- Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München, Forschung zu Geschmacksrezeptoren: leibniz-lsb.de
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): bzfe.de
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE): dge.de
Wer tiefer einsteigen will, findet bei uns die Grundlagen zum Geschmackssinn, zum fünften Grundgeschmack Umami und dazu, warum Koriander für manche Menschen nach Seife schmeckt.
